Klimagutachten „Friedrichsfeld-West“

Das Planungsgebiet befindet sich nach Erkenntnissen mehrerer vorliegender Klimauntersuchungen (seit 1986) am Übergangsbereich zwischen der „Wärmeinsel Friedrichsfeld“ und den klimaökologischen Ausgleichsräumen „Unterer Dossenwald“ und „Mittelfeld“. Diese sind als Bestandteil des Grünzuges Mannheim-Südost zu definieren, der stadtklimatisch von hoher Bedeutung ist. Die Leistungsfähigkeit des südöstlichen Grünzugs ist dabei in hohem Maße auf seine Vernetzung mit den klimaökologischen Ausgleichsräumen Unterer Dossenwald und Mittelfeld/Niederfeld zurückzuführen. Die bis zur Aufgabe der militärischen Nutzung recht lockere Bebauungsstruktur bewirkte insgesamt, dass im Planungsgebiet nur eine moderate Beeinträchtigung der klimaökologischen Ausgleichsleistung festzustellen war.

Nach Aufgabe der militärischen Nutzung sollten, mit der Bearbeitung des Bebauungsplans Nr. 66.26 „Industriegebiet Friedrichsfeld-West“, folgende Ziele verfolgt werden:

  • Revitalisierung einer Militärbrache
  • Neuausweisung gewerblich-industrieller Flächen
  • Nachfrageorientierte Planung für die Erweiterungsabsichten der Firma Dachser

Da die Umsetzung dieser Ziele mit einer großflächigen Überbauung des Planungsgebietes einherging, musste von Anfang an mit einer stärkeren Modifikation des örtlichen Ventilationsgeschehens und der thermischen Umgebungsbedingungen gerechnet werden.

Zur qualitativen und quantitativen Bewertung der klimaökologischen Ist-Situation sowie zur Abschätzung des Einflusses des geplanten Gewerbe- und Industriegebiets auf das örtliche klimatische Wirkungsgefüge, waren im Rahmen des Klimagutachtens „Friedrichfeld-West“, auf der Grundlage vorhandener Klimadaten und mikroskaliger Modellstudien, klimaökologische Positiv- und Negativeffekte zu bilanzieren und zu bewerten. Dabei kamen die allgemein anerkannten Modellpakete MISKAM und Envi-MET zum Einsatz.

PS:

Da mit der Umsetzung des Bebauungskonzeptes sowohl negative Auswirkungen auf das Ausbreitungsverhalten von Luftschadstoffen entlang der Autobahn A 656 als auch erhöhte Luftschadstoffimmissionen im Planungsgebiet aufgrund eines zukünftig erhöhten Verkehrsaufkommens nicht ausgeschlossen werden konnten, wurden für die relevanten Straßenzüge im Planungsgebiet und in dessen Umfeld auch noch die besonders relevanten Luftschadstoffkomponenten Stickstoffdioxid (NO2) und Feinstaub (PM10) für den Ist- und Planzustand geprüft.

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