Klimagutachten "Franklin-Mitte" (2017)

Eingebettet in die ca.144 ha große Gesamtkonversionsfläche „Benjamin Franklin Village“ soll im Planungsteilbereich „Franklin Mitte“ mit Hilfe eines Bebauungsplans (B-Plan Nr. 71.47) die zukünftige Flächennutzung konkretisiert werden.

Laut vorgelegtem Bebauungsplanvorentwurf Nr. 71.47 „Franklin Mitte“ ist geplant, zwischen der Offizierssiedlung im Nordwesten und dem Columbus-Quartier entlang der B 38 im Südosten in großen Teilen allgemeine Wohngebiete (WA) zu entwickeln. Die angedachte Wohnbebauung orientiert sich näherungsweise bzgl. ihrer räumlichen Ausrichtung und Höhenentwicklung an den bestehenden 3-geschossigen (+Dach) Zeilenhäusern. In großen Teilen des Planungsgebietes sind daher 3- bis 5-geschossige Bauweisen vorgesehen.

Wie in der Stadtklimaanalyse Mannheim 2010 (ÖKOPLANA 2010) dargestellt, profitiert das Planungsgebiet und dessen Umfeld (Stadtteile Vogelstang, Käfertal) vom direkten Lagebezug zu den klimaökologischen Ausgleichsräumen Käfertaler Wald im Norden und LSG Weidenbergel im Nordwesten, die als siedlungsnahe, aktiv wirkende Kalt- und Frischluftproduktionsgebiete fungieren. Während sommerlicher Strahlungswetterlagen, die stadtklimatisch von besonderer Bedeutung sind, herrschen am Planungsstandort meist Regional- / Lokalströmungen aus nördlichen Richtungssektoren vor. Ergebnisse von Lufttemperaturmessfahrten zeigen, dass mit der zugeführten Kaltluft die Ausbildung einer ausgeprägten Wärmeinsel über dem Kasernenareal unterbunden wird. Hiervon profitieren auch die benachbarten Siedlungsgebiete Vogelstang und Käfertal.

Im Rahmen des anstehenden Planungsprozesses wurde der Bebauungsplanentwurf Nr. 71.47 „Franklin Mitte“ mit den geplanten Flächennutzungsänderungen hinsichtlich seiner Auswirkungen auf die lokalen klimatischen Verhältnisse (Windfeld, bioklimatische / thermische Umgebungsbedingungen) untersucht und bewertet. Dabei kann auf Vorarbeiten aus dem Klimagutachten vom 08.06.2015 zurückgegriffen werden, das auf einem ersten orientierenden Planungskonzept basiert.

Für die Klimauntersuchung sowie für die Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse in planungsbezogene Bewertungen und Empfehlungen sind folgende Schwerpunkte zu setzen:

  • Vertiefende Analyse und Bewertung der ortsspezifischen klimaökologischen Funktionsabläufe unter besonderer Berücksichtigung des Strömungsgeschehens.
  • Qualitative und quantitative Bestimmung und Diskussion der klimaökologischen Wechselwirkungen zwischen dem Planungsgebiet und der benachbarten Bestandsbebauung sowie der zu erwartenden thermischen / bioklimatischen Veränderungen im Planungsgebiet und in dessen Umfeld mit Hilfe numerischer Modellrechnungen.
  • Darstellung von Optimierungsmöglichkeiten zur Sicherung bzw. Entwicklung möglichst günstiger strömungsdynamischer, bioklimatischer / thermischer Umgebungsbedingungen.

Grundlagen des vorliegenden Gutachtens sind:

  • Daten aus der Stadtklimaanalyse Mannheim 2010 (ÖKOPLANA 2010)
  • Mesoskalige Lufttemperatursimulationen (ÖKOPLANA / GEO-NET UMWELTCONSULTING GMBH 2009)
  • Synthetische Windrosen der LUBW Baden-Württemberg; Daten des DWD
  • Mesoskalige Modellrechnungen zu lokalen Kaltluftbewegungen (ÖKOPLANA)
  • Mikroskalige Modellrechnungen zum Windfeld, Windkomfort und den thermischen Umgebungsbedingungen (ÖKOPLANA)

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