Klimagutachten „Erweiterung Rosengarten“

Wie aus den diversen Isothermenkarten für das Mannheimer Stadtgebiet hervorgeht, befindet sich die Oststadt am Rande einer großen west-ost-gerichteten „Wärmezunge“, die von der Innenstadt ausgeht und in die mehrere „Wärmeinseln“ eingelagert sind (Oststadt/Schwetzingerstadt und Neuostheim). Durch die Ausdehnung und den insgesamt doch recht hohen Versiegelungsgrad weiter Teile der Oststadt sowie die Nähe zur Innenstadt, sind die Überhitzungstendenzen recht stark ausgeprägt und erreichen in Teilbereichen fast das Innenstadtniveau.

Eine bedeutende Rolle bei der klimaökologischen Gesamtbewertung der Oststadt kommt  aber auch dem Luisenpark zu. Dieser großflächige Stadtpark fungiert im städtischen Grünzugsystem während austauscharmer Schwachwindsituationen als Dreh- und Angelpunkt für die sowohl über den Grünzug-NO als auch über den Grünzug-Ost in Richtung Innenstadt strömende Kaltluft. Zusammen mit den im Luisenpark selbst erzeugten Kaltluftmengen stellen sich die nördlichen Teile der Oststadt bis zu 5°C kälter als die Innenstadt dar. Die Kaltluftproduktionsrate des Luisenparks sowie die intensivere Ventilation entlang des Strömungskorridors Neckar reichen demnach aus, um zwischen den Mannheimer Quadraten und der Oststadt/Rosengarten die Entstehung eines durchgängigen Wärmebandes zu unterbinden.

Vor diesem klimaökologischen Hintergrund beabsichtigte die Mannheimer Kongress- und Touristik GmbH Anfang des neuen Jahrtausends den Ausbau des Kongresszentrums "Rosengarten" (u.a. Erweiterung und Aufstockung des Mozartsaales und seiner Seitenfoyers), wodurch ca. 8.000 m²  zusätzliche Flächen zur Verfügung stehen sollten. Das Vorhaben orientierte sich dabei an den vorhandenen Fluchtlinien und Traufhöhen (ca. 21 m) der umliegenden Straßen.

Mit der veränderten Bebauungsstruktur entlang der Stresemannstraße und am Rosengartenplatz (südwestliche Verlängerung der Berliner Straße) im Nahbereich des vielbefahrenen Friedrichsplatzes/Friedrichsrings war absehbar, dass hierdurch Modifikationen der horizontalen und vertikalen Ventilationsverhältnisse verbunden sein würden. Da das kleinräumige, ortsspezifische Windfeld wesentlich die bioklimatischen und lufthygienischen Verhältnisse steuert, war im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens zu prüfen, ob sich durch die potenzielle Neubebauung die Durchlüftungs- bzw. Belüftungsverhältnisse in den angrenzenden Straßenzügen nachteilig verändern würden. Zudem war für die angrenzende Bebauung (Wohnungen, Büros, Schule, Hotel) von Interesse, inwieweit durch die bauliche Erweiterung des Rosengartens die ortsspezifischen Besonnungsverhältnisse eingeschränkt werden könnten.

Auf dieser Basis wurden folgende Untersuchungsinhalte formuliert:

  • Analyse der Veränderung der allgemeine Belüftung im Vergleich Bestand und Planung.
  • Analyse der thermischen Situation im Nahbereich des Rosengartens.
  • Beurteilung der Besonnungs- und Verschattungsverhältnisse (Ist- und Plansituation)

PS:

Da sich durch die Umsetzung der Planung auch Änderungen der Kfz-bedingten Immissionssituation in den angrenzenden Straßenzügen ergeben könnten, wurden auch noch entsprechende Berechnungen durchgeführt (NO2, Benzol und PM10).

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