Klimagutachten „ehemalige Rheinau-Kaserne“

Auf dem Gelände der „ehemaligen Rheinau-Kaserne“ (z.Zt. laufen Planungen zur Ausweisung eines LSG`s) beabsichtigte die Stadt Mannheim Anfang der 2000er Jahre, ein neues Gewerbegebiet zu entwickeln. Auf einem Areal von ca. 16 ha war zum damaligen Zeitpunkt die Ansiedlung eines „Truck-Centers“ und eines Logistikunternehmens vorgesehen. Die Erschließung sollte über die B 36 erfolgen.

Mehrere bereits vorliegende Klimauntersuchungen im Süden Mannheims haben damals aufgezeigt, dass die thermische Situation und das Ventilationsgeschehen im Umfeld der "ehem. Rheinau-Kaserne" bei austauscharmen Strahlungswetterlagen sowohl durch die direkte Lagebeziehung zu Acker-, Garten- und Waldflächen ("Hallenbuckel", Dossenwald) als auch durch die Flächennutzung westlich der Bahnlinie Mannheim - Karlsruhe (u.a. Gewerbegebiet "Zündholz") bestimmt wird. Bei vorherrschenden Winden aus östlichen Richtungssektoren werden kühlere Luftmassen aus dem Dossenwald über das Planungsgebiet in Richtung des Gewerbegebiets "Zündholz" und entlang der Marie-Curie-Straße verfrachtet, so dass dort thermische Negativeffekte verstärkt abgebaut werden können.

Allerdings wurde in den diversen Klimauntersuchungen auch festgestellt, dass der dammartige Verlauf der B 36 (inkl. Lärmschutzwände) – in Bezug auf bodennahe Kaltluftzufuhr aus dem Dossenwald in Richtung Wohnbebauung Rheinau-Süd – bereits einen Störfaktor darstellt. Dadurch wird die breitangelegte klimaökologisch wirksame Verknüpfung zwischen dem Ausgleichsraum „Dossenwald“ und dem Wirkungsraum „Bebauung Rheinau-Süd“ minimiert.

Um die insgesamt aber doch noch „günstigen“ bioklimatischen Verhältnisse im Planungsgebiet zu erhalten, wurde eine Klimastudie beauftragt, die folgende Fragen beantworten sollte:

  • Wo ergeben sich lokale Luftzirkulationen oder kleinräumige Austauschbewegungen zwischen Freiflächen und Bebauung im näheren und weiteren Umfeld des Planungsgebietes "ehem. Rheinau-Kaserne“?
  • Werden diese durch die bestehende Bebauung behindert oder dringen sie auch in die Bebauung ein?
  • Wie wirkt sich die B36 auf das bodennahe Ventilationsgeschehen, die thermische Situation und die ortsspezifische lufthygienische Situation aus?
  • Welche Bedeutung hat das Planungsgebiet „ehem. Rheinau-Kaserne“ für das Strömungs- und Ventilationsgeschehen im Stadtteil Rheinau-Süd?
  • Welche planerischen Möglichkeiten ergeben sich, klimaökologische Positivwirkungen weitgehend zu erhalten bzw. negative Folgeerscheinungen der baulichen Entwicklung zu minimieren oder zu vermeiden?
  • Welche Intensität erreicht die städtische Überwärmung im Untersuchungsgebiet?
  • Welche thermischen Positiveffekte gehen vom Planungsgebiet aus?
  • Gibt es planerische Maßnahmen, um negative Folgeerscheinungen – das thermische und lufthygienische Geschehen betreffend – mit Hilfe klimarelevanter Maßnahmen zu vermeiden oder auszugleichen?
  • Welche Bauweise wirkt sich günstig aus (Dichte, Höhe, Stellung der Gebäude, Ausdehnung der Freiflächen)?

Ziel des Gutachtens ist es:

  • Vertiefende Grundlagendaten bzw. daraus abgeleitete Erkenntnisse zur Berücksichtigung klimaökologischer Belange in der Planung bereitzustellen,
  • die sich mit zunehmender Bebauung möglicherweise einstellenden klimaökologischen Beeinträchtigungen aufzuzeigen und diese durch gezielte Planungsvorschläge zu reduzieren bzw. auf mögliche Ausgleichs- und Verbesserungsmaßnahmen innerhalb und außerhalb der geplanten Bebauung hinzuweisen.

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