Klimagutachten „ehem. Heinrich-Lanz-Krankenhaus“

Verschiedene, seit Mitte der 70er Jahre durchgeführte Stadtklimauntersuchungen haben wiederholt gezeigt, dass das Klimageschehen im Übergang zwischen Niederfeld und Almenhof zum einen von der örtlichen Flächennutzung zum anderen vom klimaökologischen Ausgleichspotenzial des Freiraums Stollenwörthweiher/Rottfeld/Waldpark beeinflusst wird. Besonders in sommerlichen Strahlungsnächten stellen sich lokale südliche bis südwestliche Luftströmungen ein, die Kaltluft aus dem o.g. Freiraumgefüge heranführen und wesentlich zur günstigen Gestaltung der bioklimatischen Umgebungsbedingungen beitragen. Die Grünverbindung „Sonnige Au“ bildet dabei ein wesentliches Bindeglied.

Nachdem feststand, dass das Heinrich-Lanz-Krankenhaus abgerissen und stattdessen auf 2,5 ha ein neues Wohnquartier entstehen sollte, waren im Rahmen des anstehenden Bebauungsplanverfahrens auch Aussagen zu den stadtklimatischen Folgeerscheinungen zu treffen. So sah der vorgelegte Planungsentwurf u.a. sechs solitär stehende Mehrgeschossbauten (5-geschossig + Dach) vor. Zudem waren entlang der Feldbergstraße mehrere 6- bis 8-geschossige Bauten angedacht und – zur Steubenstraße hin – sollten 8-geschossige Gebäudekörper das Wohnquartier abrunden.

Die Aufgabe des Klimagutachtens bestand nun darin, die zu erwartenden strömungsdynamischen und thermischen Folgeerscheinungen zu analysieren und die aus den vorgesehenen Planungen resultierenden Effekte zu beurteilen und zwar mit folgenden Schwerpunkten:

  • Analyse und Bewertung der ortsspezifischen klimaökologischen Funktionsabläufe auf Grundlage vorhandener Klimadaten.
  • Bestimmung der zu erwartenden klimatischen Veränderungen im Planungsgebiet und in dessen Umfeld bei potenziellen baulichen Veränderungen mit Hilfe numerischer Modellrechnungen.
  • Beurteilung des vorgelegten Planungskonzepts und Empfehlung von Maßnahmen zur Sicherung günstiger klimatischer Umgebungsbedingungen.

Bei den 3-dimensionalen Modellrechnungen zu den thermischen Umgebungsbedingungen wird über die Berechnung des Windfeldes und des Strahlungshaushaltes der Einfluss der Bebauung, versiegelter Oberflächen und unterschiedlicher Vegetationsstrukturen auf die potenzielle Lufttemperatur für verschiedene Tageszeiten bestimmt. Die Darstellung der thermischen Situationen erfolgt mittels farbklassifizierter Rasterkarten.

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