Umgestaltung der B38

von der Transit- zur Stadtstraße

 
Durch die Umgestaltung der Militärflächen entlang der B38 entstehen Wohnflächen für 13.000 Menschen sowie zahlreiche Arbeitsplätze. Damit wächst auch das Verkehrsaufkommen. Damit die Infrastruktur reibungslos funktioniert, muss die B38 an die neuen Anforderungen angepasst werden. Bis etwa 2030 würde die schrittweise Entwicklung andauern.

 

Aufenthaltsqualität statt Transitstraße: Die B38 wird zur Stadtstraße
Die B38 verläuft vom Viernheimer Kreuz zwischen den Stadtteilen Käfertal und Vogelstang in Richtung Innenstadt. Sie ist die nordöstliche Einfallstraße in die Stadt und gleicht mit bis zu zehn Spuren an ihrer breitesten Stelle einer Autobahn. Auf der heute schon stark befahrenen Straße werden künftig bis zu 69.000 Fahrzeuge (heute 60.000) am Tag erwartet. Durch eine Umgestaltung soll aus dem ehemals rein funktionalen Verkehrsraum ein attraktiver Stadtraum werden. Hierzu erarbeitet die Stadtplanung derzeit Konzepte.

 

Straßen und Wege in die neuen Quartiere
Rund 13.000 Menschen werden sich in den neu entstehenden Quartieren entlang der B38 niederlassen. Darüber hinaus werden 2.500 neue Arbeitsplätze geschaffen. Deshalb ist es besonders wichtig, die neuen Quartiere an das bestehende Netz anzuschließen. Durch die Wiederherstellung der Fürther und Völklinger Straße sollen die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner direkt in ihr Wohnquartier finden. Und auch die neuen Gewerbetreibenden im Columbus Quartier haben die Möglichkeit eine Adresse an der B38 zu bilden.

 

Neue Verbindungen knüpfen – alte Verbindungen wiederherstellen
Von den Maßnahmen würden neben neuen Vierteln aber auch die bestehenden Stadtteile Käfertal und Vogelstang profitieren. Denn ein weiteres Ziel ist es, diese mit den neu entstehenden Quartieren zu verknüpfen. Hierzu werden sogar historische Wegeverbindungen wiederhergestellt. Neben dem Autoverkehr, geht das Mobilitätskonzept stark auf Fußgänger und Radfahrer ein. Beispielweise sollen über Brücken die Quartiere miteinander verbunden werden und das Naherholungsgebiet Käfertaler Wald näher rücken.

 

Leiser und langsamer: von der Durchfahrts- zur Stadtstraße
Die Höchstgeschwindigkeit auf der B38 soll künftig bei 50 km/h liegen. Dadurch reduziert sich der Lärmbelastung für die Menschen in Käfertal und auf der Vogelstang erheblich. Eine Machbarkeitsstudie hat ergeben, dass sich dadurch die Fahrzeit kaum erhöht. Das gedrosselte Tempo wird dadurch ausgeglichen, dass der Verkehr regelmäßiger fließt und gezielter gelenkt wird. Weil die Straße teilweise in der Straßenbaulast* des Bundes liegt, kann die Stadt Mannheim nur in enger Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe zu einer Lösung kommen.

 

Weniger Fahrspuren – mehr Stadtraum
Das Ziel ist es, die B38 zu einer Stadtstraße umzugestalten. Eine wichtige Maßnahme, um dies zu erreichen: weniger Fahrspuren und auf den freiwerdenden Flächen neue Gewerbeflächen entwickeln. Vor allem das Gewerbegebiet Heppenheimer Straße am Käfertaler Bahnhof wird so aufgewertet. Das Ergebnis: Der Bahnhof Käfertal kann künftig direkt aus dem Gewerbegebiet erreicht werden. Auch auf dem Columbus-Quartier entsteht derzeit ein Gewerbegebiet, in dem sich große Firmen ansiedeln.

 

Entwicklungspotenziale für die gesamte Stadt
Die Umgestaltung der B38 ist ein Projekt mit vielen Anforderungen: Die Planer müssen verkehrstechnische, stadtplanerische, lärmtechnische und stadtgestalterische Aspekte berücksichtigen und gleichzeitig die unterschiedlichen Interessen und Bedürfnisse im Blick haben. Deshalb setzt man bewusst auf eine schrittweise Entwicklung der B38 zu einem repräsentativen Stadteingang und plant in einem großzügigen Zeitrahmen, um auch andere Großbauprojekte im Blick zu behalten.

 

* Def. Straßenbaulast: „Die einer Behörde obliegende Wegebau-, Unterhalts- und Aufsichtspflicht über öffentliche Straßen.“ (https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/strassenbaulast-45479/version-268771)

 

Wichtige Downloads