Umwelt und Verkehr

„Denn ein fast reiner Grünzug kann nur mit öffentlichem Geld entwickelt werden. Aus diesen erheblichen Investitionsanforderungen in die Entwicklung eines klima-ökologisch notwendigen Grünzugs ist der Gedanke der BUGA entstanden: Nämlich mit dieser sowieso notwendigen Investition ein Mehr zu erreichen.“

Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz in seiner Neujahrsrede 2015


Ressourcenschonende Mobilität, Schutz von Wasser, Luft und Grünflächen

Mit Verkehrskonzepten, die Alternativen zum Autoverkehr bilden, bemüht sich Mannheim um Nachhaltigkeit. Die Stadtbahn Nord ist hier als Großprojekt anzuführen. Mit einer Investitionssumme von rund 90 Millionen Euro wurde der Mannheimer Norden mit seinen etwa 32.000 Einwohnern an das Stadtbahnnetz angeschlossen. An der Planung haben die Stadt Mannheim und die RNV die Bürgerschaft in einem bisher einmaligen Umfang beteiligt. So entstand eine optimierte Strecke, die zahlreiche Anregungen und Wünsche von Bürgerinnen und Bürgern berücksichtigt.

Bilder: Andreas Henn

Mehr Radverkehr – mehr Lebensqualität und mehr Klimaschutz!

2010 beschloss der Gemeinderat das „21-Punkte-Programm für mehr Radverkehr“. Wichtige Meilensteine waren die Einführung eines stadtweiten Fahrradverleihsystems, das beständig wächst, der Lückenschluss im Radwegenetz an den Knotenpunkten Bismarckstraße, Friedrichsplatz und Käfertaler Straße sowie der Umbau zu Fahrradstraßen, wie zuletzt bei der Berliner Straße geschehen. Die Förderung des Radverkehrs ist auch ein Baustein zu kommunalem Klimaschutz.

Mannheim reduziert den CO2-Ausstoß!

Bis 2020 möchte Mannheim die CO2-Emissionen um 40 Prozent gegenüber 1990 senken. Aus diesem Ziel ging unter anderem die Klimaschutzagentur hervor, eine Anlaufstelle zu Fragen rund um die Themen energetische Sanierung, Energieeffizienz oder erneuerbare Energien. Seit 2008 geht auch die Verwaltung selbst mit gutem Beispiel voran: Die Energieversorgung der städtischen Dienststellen ist auf Ökostrom umgestellt. Neubauten, wie beispielsweise das Neue Technische Rathaus, werden mit neuen, anspruchsvollen Energiekonzepten versehen. Die Stadtbeleuchtung wird auf LED umgestellt.

Spitze in der Reinigung von Wasser!

Auch in puncto Gewässerschutz engagiert sich die Stadt über die rechtlichen Vorgaben hinaus. Seit 2016 ist eine vierte Reinigungsstufe im Klärwerk in Betrieb. Nach einer mechanischen, biologischen und chemischen Reinigung, werden mithilfe von Pulveraktivkohle Rückstände von Arzneimitteln und Haushaltchemikalien aus dem Abwasser entfernt. Damit ist Mannheim ein Vorreiter in Baden-Württemberg.

Bild 1: Thomas Tröster

Rund 50 Prozent von Mannheim sind naturgrün!

Käfertaler Wald, Luisen- und Herzogenriedpark, weite Teile der Konversionsflächen oder Waldpark – 800 Hektar Grünflächen gibt es in Mannheim. Die Wälder mit über 300.000 Bäumen und die 85.000 Stadt-Bäume auf öffentlichen Straßen und Plätzen wie in Parks leisten ebenso viel für das Mikroklima wie für den CO2-Abbau. Seit 2014 gibt es ein eigenes Ersatzprogramm, um auch die Zahl der Bäume im Straßenraum zu erhalten. Die hochversiegelte Innenstadt ist in besonderem Maße von steigenden Temperaturen betroffen. Deswegen wurde 2016 ein Förderprogramm zur Begrünung von Dach-, Fassadenflächen sowie zur Entsiegelungvon Flächen in der Innenstadt aufgesetzt. Die Grünflächen im Innenstadtbereich sind generell unter Schutz gestellt.

BUGA 2023 und Grünzug Nordost als Klimaverbesserer!

Die wichtigsten Projekte zur Verbesserung des Stadtklimas sind die Ausrichtung der Bundesgartenschau 2023 und der zugehörige Grünzug Nordost. Dieser soll gerade durch die Entwicklung des bisherigen Kasernenareals das Klima in der Stadt durch einen Frischluftkorridor verbessern. Beim bisher größten ökologischen Projekt Mannheims wird vom Luisenpark und dem Neckar über die Au und dem Spinelli-Gelände bis zu den Vogelstangseen und dem Käfertaler Wald ein Naherholungsgebiet entstehen. Dass dieser Grünzug im Kontext einer Bundesgartenschau entstehen kann, ist eine einmalige Chance. Nur so ist dieses Großprojekt in einem realistischen Zeitraum und unter verantwortbaren finanziellen Bedingungen umzusetzen. Rund 105 Millionen Euro sind dafür eingeplant, über 40 Millionen Euro werden als Zuschüsse erwartet. Die Durchführung der Bundesgartenschau selbst wird etwa 40 Millionen kosten, wovon die Kommune knapp sieben Millionen Euro tragen wird.

Bild 2: Büro RMP, Bild 1 und 3: Andreas Henn