Stadtentwicklung/Stadtbild

„Mit der Konversion scheint die größte Herausforderung für die Stadt Mannheim nicht nur bewältigbar, sondern ist zum Treiber für Stadtentwicklung und soziale wie wirtschaftliche Entwicklung geworden.“

Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz in seiner Neujahrsrede 2015


Konversion als Treiber der Stadtentwicklung!

Die größten Herausforderungen, aber auch die größten Chancen für die Stadtentwicklung bergen die mit dem Abzug der Amerikaner seit 2011 freiwerdenden Konversionsflächen. Bereits 2017 sind 300 Hektar in konkreter Umsetzung und Planung: Es entstehen Räume zum Wohnen, für Freizeit und Arbeit. Als erstes Areal ist Turley in der Neckarstadt-Ost entwickelt worden; es ist ein innovatives Quartier entstanden, das Mannheim bereichert. Mit FRANKLIN wird auf rund 140 Hektar ein komplett neuer urbaner Stadtteil realisiert, der mit einem innovativen Mobilitätskonzept als Teil von blue Village neue Maßstäbe setzt. Zahlreiche wichtige übergreifende Stadtentwicklungsprojekte wie der Grünzug Nordost, die Bundesgartenschau 2023 sowie der Entwicklungskorridor B 38 konnten im Rahmen des Konversionsprozesses angestoßen werden.

Bild 2: Thomas Tröster, Bild 1 und 3: Andreas Henn

Plankenumbau – wichtig für Menschen und Handel!

Wichtig für Mannheim ist auch die Neugestaltung der Fußgängerzone zwischen Wasserturm und Paradeplatz, die noch bis Frühjahr 2019 läuft. Dabei geht es im Wesentlichen darum, nach über 40 Jahren die notwendige Infrastruktur in den Planken und Nebenstraßen zu sanieren. Gleise sowie Energie- und Wasserleitungen werden verlegt oder erneuert. In diesem Zuge wird auch die Ausstattung – also das Pflaster und das Mobiliar – modernisiert. Die Stadt Mannheim, die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) sowie die MVV Energie (MVV) investieren hier insgesamt über 29 Millionen. Damit leisten RNV, MVV und die Stadt Mannheim einen Beitrag zu attraktiven Planken, zu einer lebenswerten Innenstadt und zum Erhalt von Mannheim als Einkaufsstadt.

Meilenstein Q 6/Q 7!

Ein paar Quadrate weiter, nämlich in Q 6/Q 7, ist letztes Jahr mit über 300 Millionen Euro Investitionsvolumen die größte Projektentwicklung in der Mannheimer Geschichte realisiert worden. Seitdem wird dort eingekauft, gearbeitet, gewohnt, ausgegangen und entspannt. Ein neues Wohnquartier entsteht in T 4/T 5. Mit einem Investitionsvolumen von etwa 90 Millionen Euro werden derzeit zwei Wohnkomplexe mit insgesamt 200 Miet- und Eigentumswohnungen sowie Tiefgaragen gebaut.

Bild: Tower Media

Noch mehr Stadtentwicklung: Glückssteinquartier – Neues Technisches Rathaus – Postareal – Rathausplätze Seckenheim & Wallstadt – Lena-Maurer-Platz Schönau – Hugenottenplatz Friedrichsfeld

Mit dem Glücksteinquartier auf dem Lindenhof nimmt ein weiteres bedeutendes Stadtentwicklungsprojekt zunehmend Gestalt an. Im Lanz- und im Glückstein-Carré sind bereits 400 Wohnungen, ein Vier-Sterne-Hotel, Einkaufsmöglichkeiten, eine stationäre Pflegeeinrichtung sowie Büroflächen entstanden. Für sechs große Baufelder wurden inzwischen Architektur- und Investorenwettbewerbe durchgeführt und zum Teil schon umgesetzt. All diese Projekte sind mittlerweile im Bau. Die ambitionierten Klimaschutzziele der Stadt Mannheim werden dabei erstmals für ein ganzes Gebiet angewendet. Das Neue Technische Rathaus wird hier ebenfalls entstehen.

Auch an der Vorderseite des Hauptbahnhofs entsteht auf dem Postareal derzeit ein qualitätsvolles und identitätsstiftendes Quartier. Neben der Wiederherstellung der Blockstruktur soll mit einem Hochpunkt zum Bahnhof der südliche Rand des Bahnhofsvorplatzes komplettiert werden.

Doch auch in den innenstadtferneren Stadtteilen werden die Urbanität und die Aufenthaltsqualität gestärkt. Die Rathausplätze in Seckenheim und Wallstadt sowie der Lena-Maurer-Platz in Schönau und der Hugenottenplatz in Friedrichsfeld wurden neu gestaltet, um die Stadtteilzentren zu stärken. Eine Aufwertung erfuhr auch der alte Waldhof mit dem Seppl-Herberger-Platz. Der Taunusplatz auf dem Waldhof und der Meeräckerplatz Lindenhof als weitere Projekte sind in der Umsetzung. Es wurden jeweils öffentliche Planungsworkshops durchgeführt und Wünsche aus der Bürgerschaft bei den Planungen berücksichtigt. Ein weiteres Projekt wurde mit dem Planungsprozess Rheinauer Marktplatz nun begonnen.

Keine Gelben Säcke mehr, Sperrmüll auf Abruf, geordnete Plakatierung und kommunale Gehwegreinigung

Zur Verbesserung des Stadtbilds hat der Gemeinderat 2016 beschlossen, dass die Wertstofftonne eingeführt wird und den Gelben Sack ersetzt. Vorher hatte es zunehmend Kritik aus der Bevölkerung über aufgerissene Tüten, verschmutzte Straßen und unzuverlässige Abholung gegeben. Verhandlungen mit den privaten Systembetreibern hatten ein sogenanntes „Gebietsteilungsmodell“ zur Folge, bei dem sich privater und kommunaler Entsorger das städtische Sammelgebiet aufteilen. Zuvor waren die Einführung der Stimmgabeln wie die Umstellung der Sperrmüllabholung wichtige konzeptionelle Änderungen, um zu einem besseren Stadtbild beizutragen. Zudem hat die Einführung der kommunalen Gehwegreinigung in den Quadraten das Stadtbild nachhaltig verbessert. Seit 2015 übernimmt diese die Stadtreinigung gegen Gebühr – vorher waren Eigentümer, Pächter oder Mieter ihrer Reinigungspflicht oft nicht oder nur unvollständig nachgekommen.