Internationalisierung

„Wer glaubwürdig für Hilfe vor Ort und internationale Verständigung eintreten will, muss praktisch etwas tun. In den Gebieten, aus denen Menschen flüchten und in den Gebieten, in denen Flüchtende als erstes Aufnahme finden. Natürlich setzt dies voraus, dass Bund und EU solche Projekte finanzieren. Die direkte Kooperation aus der Erfahrung von Städten ist aber ungleich wirkungsvoller und nachhaltiger als sonstige Projekte.“

Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz in seiner Neujahrsrede 2017


Mannheim ist eine internationale Stadt, sie wird geprägt durch Menschen aus rund 170 Nationen, die hier zusammenleben. Auch nach außen gerichtet stärkt Mannheim seine Beziehungen zu Kommunen weltweit: die Vernetzung mit anderen Städten – derzeit gibt es elf Städtepartnerschaften und zwei Freundschaften. Kooperationen in Sachen Wissen und Technik sowie die Auseinandersetzungen über Zukunftsfragen auf internationaler Ebene wurden in den vergangenen Jahren ausgebaut.

Fluchtursachen bekämpfen – gerade auch als Kommune!

Mannheim ist führender Akteur innerhalb der Städte in der globalen Entwicklungszusammenarbeit. Herausragend dabei ist die im Jahr 2015 begonnene Kooperation mit der palästinensischen Stadt Hebron: Im Rahmen eines einjährigen Projektes verbesserte man die dortige Abwasserversorgung mit Mannheimer Knowhow. Im Juli 2017 wurde ein Projekt bewilligt, dass zur Förderung beruflicher Bildung von syrischen Flüchtlingen, insbesondere von Frauen, im türkischen Kilis beiträgt. Die Stadt befindet sich in unmittelbarer Grenznähe zu Syrien, zurzeit leben dort mehr Flüchtlinge als Einwohner.

Mithilfe solcher praktischer Maßnahmen vor Ort, aber auch durch konzeptionelle Arbeit in den entsprechenden Gremien auf Bundesebene oder auf internationalen Veranstaltungen, wie zuletzt im März auf der sogenannten Eurocities-Konferenz in Brüssel, stellt sich die Stadt ihrer globalen Verantwortung. Mannheim begreift weltweite Herausforderungen als eigene, die sich letztendlich in bedeutendem Maße auf das städtische Leben auswirken können.

Globale Fragen lokal lösen

Als einzige deutsche Stadt richtete Mannheim neben Paris, Palermo und Stockholm im Februar 2016 einen Urban Thinkers Campus aus. Dieser ist eine Initiative der World Urban Campaign des UN-Siedlungsprogramms UN-Habitat mit dem Ziel der Förderung nachhaltiger, urbaner Entwicklung. Die Veranstaltungen beschäftigen sich mit Herausforderungen des urbanen Lebens und entwickeln Lösungsmodelle, die global auf Städte übertragbar sind. In einem „Mannheim Manifesto“ wurden neun Punkte für eine lebenswerte Stadt definiert.

Bilder: Andreas Henn

Mannheim als China-Zentrum in Baden-Württemberg!

Mannheim möchte sich als „China-Zentrum Baden-Württembergs“ profilieren. Zahlreiche Projekte in den vergangenen Jahren, die die Bekanntheit Mannheims sowohl in der chinesischen Bevölkerung als auch auf nationalen und internationalen Regierungsebenen enorm gesteigert haben, tragen dazu bei. 2014 nahm Mannheim an der Internationalen Gartenbauausstellung in Qingdao teil und präsentierte sich nur ein Jahr später mit einer großen Ausstellung im Deutsch-Chinesischen Ökopark. Im letzten Jahr folgte nach Zhenjiang mit Qingdao die zweite Städtepartnerschaft mit einer chinesischen Stadt, dies ist in Deutschland einmalig. 2017 wurde Mannheim von der Europäischen Kommission ausgewählt, die europäisch-chinesischen Beziehungen zu intensivieren und gemeinsam mit der Stadt Chongqing die Wirtschaftsbeziehungen im Rahmen eines geförderten Projektes zu stärken. Davon profitieren nicht nur Mannheimer Unternehmen, für die China einer der wichtigsten Absatzmärkte ist, sondern auch lokale Bildungs-, Gesundheits- und Kultureinrichtungen, die durch Kooperationen voneinander lernen.

 
Stärkung der französischen Beziehungen

Die Instituts français bestehen aus über 200 Einrichtungen weltweit, die sich auf internationaler Ebene für die Verbreitung der französischen Sprache und Kultur sowie für die Weiterentwicklung des interkulturellen Austauschs einsetzen. 2015 wurde das Mannheimer Institut français zusammen mit sechs weiteren Institutionen von der Stadt mitbegründet, um die traditionell engen Beziehungen zum Nachbarland weiter zu pflegen.

Mitwirkung in europäischen und internationalen Netzwerken macht Mannheim sichtbar

2016 gründeten im niederländischen Den Haag 60 Stadtoberhäupter aus 30 Ländern das internationale Netzwerk „Global Parliament of Mayors“ (GPM). Dem Bürgermeisterparlament liegt die Erkenntnis zugrunde, dass Städte schneller und effizienter Lösungen für globale Probleme finden können. Durch diese internationale Vernetzung wird den Städten eine gemeinsame Stimme verliehen, auch um die nationale Gesetzgebung zu beeinflussen. Mannheims Oberbürgermeister ist Gründungsmitglied des GPM und wirkt in den Gremien des Netzwerks aktiv an dessen strategischer Ausrichtung mit.

Mannheim gehört zudem seit 2009 dem bedeutendsten europäischen Städtenetzwerk, EUROCITIES, an. EUROCITIES nimmt im Interesse der Städte Einfluss auf die europäische Gesetzgebung, daher wirken zahlreiche städtische Dienststellen hier mit. Durch EUROCITIES wird die Stadt Mannheim aber auch auf europäischer Ebene sichtbar und kann noch erfolgreicher EU-Fördermittel einwerben.

Bilder Nr.2 und 3: European Union/Aurore Belot

Mannheims Oberbürgermeister ist Delegierter des Kongresses der Gemeinden und Regionen im Europarat (KGRE). Dem Europarat gehören 47 europäische Staaten an. In diesem wichtigen Gremium ergreift Mannheims Oberbürgermeister regelmäßig das Wort, um in Europa für das Recht auf kommunale Selbstverwaltung einzutreten.

Darüber hinaus ist die Stadt Mannheim in weiteren europäischen und internationalen Netzwerken aktiv, wie etwa dem UNESCO Creative Cities Network oder dem Europäischen Forum für urbane Sicherheit (EFUS). Im Mittelpunkt dieses Engagements steht dabei stets das aktive „Lobbying“ für die Interessen der Stadt Mannheim sowie der Erfahrungsaustausch mit anderen Städten, der letztlich auch in Mannheim zu besseren Lösungen führen soll. Viele wichtige Impulse konnten so ausgelöst werden, die die Stadt und ihre Entwicklung voranbringen.