Bildung

„Wir wollen frühzeitig Familien unterstützen, um so spätere Ausgaben zu vermeiden und die Chancen auf einen Bildungserfolg der Kinder zu erhöhen.“

Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz in seiner Neujahrsrede 2010

Die Stadt Mannheim will Vorbild für Bildungsgerechtigkeit in Deutschland sein, daher engagiert sie sich für eine ganzheitliche Förderung in den unterschiedlichsten Lebensphasen und darum, Bildungsbenachteiligungen abzubauen.

Willkommen im Leben, liebe Neugeborene!

Unter dem Titel „Willkommen im Leben“ bietet die Stadt allen Familien mit einem Neugeborenen innerhalb Mannheims einen Hausbesuch von einer Kinderkrankenschwester an. Dabei beraten diese die Eltern zu allen Themen rund um die Entwicklung ihres Nachwuchses.

Seit 2010 werden die Eltern-Kind-Zentren als wohnortnahe, niederschwellige und offene Anlaufstellen ausgebaut. Vorbild sind die britischen Early Childhood Centres. Mittlerweile gibt es zwölf solcher Angebote. Mit ihnen sollen die Entwicklung, Erziehung und Bildung gefördert und Eltern in ihrer Erziehungsaufgabe unterstützt werden.

Krippenausbau im Rekordtempo: 900 Krippenplätze mehr

In einem großangelegten Bauprogramm für Kinderkrippen gelang es der Stadt, die für 2013 geforderte 35-Prozentquote für Betreuungsplätze für Kinder bis zu drei Jahren zu erfüllen. Über 900 Krippenplätze wurden mit einer Investition von rund 56,4 Millionen Euro geschaffen. Neben der Erhöhung der Anzahl an Einrichtungen, wurde dabei auch großer Wert auf die Qualität und Ausstattung der Bauten und die Qualifizierung von Fachpersonal gelegt. Der Ausbau wird aufgrund der weiter steigenden Nachfrage fortgesetzt.

Steigerung der Betreuungsangebote in Kindergärten und Schulen

Zeitgleich wurden die Betreuungsangebote für Kinder zwischen drei und sechs Jahren weiterentwickelt. Der Anteil der Kindergartenplätze, bei denen eine ganztägige Betreuung möglich ist, steigerte sich in den vergangenen Jahren durch Umwandlung von Regel- in Ganztagesplätze. Aktuell liegt der Anteil bei rund 44 Prozent. Auch der Bedarf an Betreuungsplätzen für Schulkinder wächst stetig, daher wurden in hohem Maß neue Plätze geschaffen. Die Betreuungsquote liegt bei 64,9 Prozent in den Jahren 2016/17 im Vergleich zu 36,5 Prozent in den Jahren 2006/7. Ganztags- und Gemeinschaftsschulen wurden als zukunftsfähige Schulformen eingerichtet.

Sprachförderung als Kernaufgabe

Das Beherrschen der deutschen Sprache erweist sich in der gesamten Bildungsbiographie als Schlüsselkompetenz. Schon in den Kitas gibt es Sprachförderangebote. Der Sprachförderbedarf von Kindern zum Zeitpunkt der Einschulung konnte deutlich gesenkt werden von circa 28 Prozent eines Jahrgangs im Jahr 2005 auf circa 14 Prozent 2013. Schulen werden bei ihrer interkulturellen Öffnung unterstützt. An den Grundschulen gibt es in Kooperation mit Studierenden der Universität Mannheim spezielle Sprachförderung in Kleingruppen.

Unterstützung über den Regelunterricht hinaus

Das Mannheimer Unterstützungssystem Schule (MAUS) ist seit 2008 eine tragende Säule der hiesigen Bildungslandschaft. Das kommunale Programm ermöglicht aktuell an 15 allgemeinbildenden Schulen bis zu 20 Wochenstunden zusätzliche Förderung. Durch das Angebot sollen Talente auch abseits der Schulfächer gefördert und die Bildungsangebote auf die Bedürfnisse eines ganztägigen Lernens hin angepasst werden.

Als Begegnungsorte mit pädagogischer Betreuung bilden die Jugendhäuser und -treffs einen wichtigen Anlaufpunkt für Jugendliche. Ziel ist es, jungen Menschen Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen, bei denen sie ein attraktives, an ihren Interessen orientiertes Freizeitangebot selbst gestalten können.

Ausbau der Schulsozialarbeit

Mitarbeit bei Präventivangeboten zu Gewalt und Sucht, Beratung sowie Kooperation mit der Schule, Behörden, sozialen Einrichtungen und Beratungsstellen sind nur einige der Aufgaben der derzeit 29 Schulsozialarbeiter. Der Ausbau der Schulsozialarbeit trägt einem Ansatz Rechnung, der die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler aufgreift und nicht nur auf Regelunterricht setzt.

Investitionen und Baumaßnahmen in Schulbauten  

Auch Investitionen und Baumaßnahmen in Schulbauten leisten einen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit. Für Baumaßnahmen aller Art ist die städtische Tochtergesellschaft Bau- und Betriebsservice GmbH (BBS) verantwortlich. Ihr wurden in den vergangenen Jahren sukzessive alle 70 Schulliegenschaften übergeben. Damit führte die Stadt ein System ein, das neuen Instandhaltungsstau verhindert. Mit der deutlich erhöhten Rate ist die BBS verpflichtet, alle Schulen mindestens im baulichen Zustand zu halten. Zusätzliche Mittel bauen so nach und nach den Sanierungsbedarf ab. Mittlerweile sind zwei Drittel aller Schulen im angestrebten Soll-Zustand. Gleichzeitig wurden die Investitionen für Fachräume, Werkstätten, Labore und IT an beruflichen Schulen deutlich erhöht.

Begleitung beim Übergang von Schule ins Berufsleben

Traditionell engagiert sich die Stadt Mannheim überdurchschnittlich für den Übergang Schule-Beruf mit über einer Million Euro im Jahr für gezielte Hilfe. 2013 hat der Gemeinderat eine Neukonzeption dieses Übergangs beschlossen: Durch größere Transparenz der Angebotsvielfalt, Prüfung der Wirksamkeit, Bündelung der Maßnahmen sowie besserer Abstimmung zwischen den Akteuren wie Staatliches Schulamt, Schulen, Agentur für Arbeit, Kammern, Betriebe, Bildungsträger und Fachbereich Bildung soll der direkte Übergang noch weiter verbessert werden.