einander.Themeninseln 2022 – geförderte Projekte

einander.Themeninseln sind Arbeitsgruppen oder kleinere Netzwerkprojekte innerhalb des „Mannheimer Bündnisses für ein Zusammenleben in Vielfalt“. Interessierte Bündnispartner*innen schließen sich darin zusammen, um nachhaltig einen themenspezifischen Austausch und ein projektbezogenes Zusammenwirken zu fördern. Die Themeninseln fördern das Voneinander-Lernen und Miteinander-Handeln der Bündnispartner*innen.

Vielfaltsperspektiven einnehmen
In einer Themeninsel arbeiten Bündnispartner*innen zusammen, die ein gemeinsames Interesse an einem merkmalsübergreifenden Thema oder Querschnittsthema verbindet. In der Zusammenarbeit geht es um solche Themen, bei denen unterschiedliche merkmalsbezogene Vielfaltsperspektiven in einen bereichernden Austausch gebracht werden.

Zusammenarbeit in Vielfaltskooperationen
Die Zusammenarbeit in einer Themeninsel basiert auf der Idee der Vielfaltskooperationen: Die Kooperationspartner*innen kommen aus unterschiedlichen Vielfaltsbereichen oder bringen mehrere Vielfaltsperspektiven in Austausch. Maßgeblich ist dabei ein Zusammenwirken als gleichberechtigte Partner*innen.

Auf diese Weise sensibilisieren sich die Partner*innen in der Zusammenarbeit wechselseitig für den jeweils anderen Blickpunkt. Diese Lernprozesse prägen nachhaltig die institutionellen Handlungsansätze der Kooperationspartner*innen und der jeweiligen Kompetenzen im Umgang mit Diversität.

Im Rahmen der lokalen Umsetzung des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ können einander.Themeninseln als Netzwerkprojekte finanziell gefördert werden. Folgende Projekte wurden für die Förderphase 2022 ausgewählt.


Geförderte Projekte 2022

einander.Themeninsel Klassismus

Projektträger*in: adb mannheim e.V.

Kooperationspartner*innen in der Kerngruppe: AWO Kreisverband Mannheim e.V., ver.di Mannheim

Themenfeld: Erhöhung der Sichtbarkeit des Themas Klassismus

Projektbeschreibung: Die einander.Themeninsel Klassismus hat zum Ziel, Diskriminierung aufgrund (zugeschriebener) sozialer Herkunft sichtbarer zu machen und für deren intersektionalen Verwobenheit mit Diskriminierungen zu sensibilisieren. Gemeinsam mit der AWO Kreisverband Mannheim e.V. und ver.di Mannheim baut das antidiskriminierungsbüro mannheim e.V. hierzu ein Netzwerk von Akteur*innen auf, die in Mannheim gegen Klassismus engagiert sind. Die Netzwerkmitglieder setzen sich zunächst inhaltlich mit dem Thema auseinander, um auf dieser Basis ein gemeinsames Verständnis von Klassismus zu erarbeiten. Auf dieser Grundlage werden dann öffentlichkeitswirksame Maßnahmen entwickelt und umgesetzt, die Diskriminierungserfahrungen aufgrund (zugeschriebener) sozialer Herkunft sichtbarer machen. Perspektivisch arbeitet das Netzwerk an konkreten Handlungsmöglichkeiten, um Teilhabechancen für Menschen fördern, die von Klassismus betroffen sind.

HUMAN LIBRARY RHEIN-NECKAR

Projektträger*in: queeres Zentrum Mannheim e.V.

Kooperationspartner*innen in der Kerngruppe: Interkulturelles Haus Mannheim e.V., Marchivum Mannheim, za:media GmbH, Mannheim

Themenfeld: Schaffung eines nachhaltigen Begegnungsangebots zur Förderung des respektvollen Zusammenlebens in Vielfalt

Projektbeschreibung: Das Begegnungsprojekt „Human Library Rhein-Neckar” fördert die Wahrnehmung der vielfältigen Mannheimer Stadtbevölkerung als eine Stärke und Bereicherung für das Zusammenleben. Der Handlungsansatz besteht darin, Menschen in einen konstruktiven und wertschätzenden Austausch zu bringen, die nur selten miteinander in Kontakt stehen oder kommen. Das Projekt folgt dem Konzept der „Living Library“, bei dem Menschen als „lebendige Bücher“ ausgeliehen werden können, um deren Geschichten zu hören und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Das Begegnungsangebot adressiert als „Entleiher*innen“ vor allem interessierte Gruppen wie z.B. Schulklassen, Vereine oder Unternehmen. Die „lebendigen Bücher“ haben ganz unterschiedliche Vielfaltsperspektiven und Erfahrungshintergründe. In der persönlichen Begegnung werden Vorurteile und Berührungsängste abgebaut und der Aufbau von Verständnis und Akzeptanz gefördert.
Das Projekt wird als eine einander.Themeninsel umgesetzt, in der Partner*innen des Mannheimer Bündnisses einbezogen werden, um das Netzwerk aus „lebendigen Büchern“ mit aufzubauen sowie das Begegnungsangebot öffentlichkeitswirksam zu kommunizieren und zu etablieren.

einander.Themeninsel Medienlots*innen Mannheim

Projektträger*in: DRK Kreisverband Mannheim e.V.

Kooperationspartner*innen in der Kerngruppe:JUMEDiE - Junge Muslime engagiert für Demokratie im Einsatz, Stadt Mannheim / Offene Jugendarbeit Schwetzingerstadt

Themenfeld: Förderung von digitalen Demokratiekompetenzen bei Kindern und Jugendlichen

Projektbeschreibung: Die einander.Themeninsel „Medienlots*innen Mannheim“ wirkt demokratiefeindlichen Tendenzen im Internet entgegenwirkt und fördert ein respektvolles Miteinander im digitalen Raum. Hierzu wird ein im Vorjahr entwickeltes Schulungskonzept umgesetzt, das digitale Demokratiekompetenzen von Jugendlichen und junge Erwachsene als Multiplikator*innen stärkt. In der ersten Jahreshälfte 2022 findet die Ausbildung der Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit den Themenschwerpunkten (1.) Wirkungsmacht von Social-Media, (2.) Hate Speech, Diskriminierung, Rechtsextremismus, (3.) Fake-News, Verschwörungstheorien, Quellenkompetenz und (4.) Cyber-Mobbing statt. Ab der zweiten Jahreshälfte geben die qualifizierten Jugendlichen und jungen Erwachsenen in einem Peer-To-Peer-Setting ihr Wissen als Multiplikator*innen in Schulen, Jugendhäuser, Jugendgruppen oder anderen Einrichtungen weiter. Der DRK Kreisverband Mannheim e.V. setzt das Projekt mit Kooperationspartner*innen unter anderem mit JUMEDiE – Junge Muslime engagiert für Demokratie im Einsatz und der Stadt Mannheim – Offene Jugendarbeit Schwetzingerstadt um. Neben der Schulungsdurchführung werden die Inhalte der Ausbildung hinsichtlich aktueller Trends fortlaufend reflektiert und ggf. weiterentwickelt und angepasst.

 

einander.Themeninsel Zusammenhalt in der Vielfalt

Projektträger*in: Mannheimer Abendakademie und Volkshochschule GmbH

Kooperationspartner*innen in der Kerngruppe: AWO Kreisverband Mannheim e.V., RomnoKher gGmbH

Themenfeld: Begegnung und Austausch in der vielfältigen Stadtgesellschaft

Projektbeschreibung: Die einander.Themeninsel „Zusammenhalt in der Vielfalt“ ist ein Bündnis zur Förderung des respektvollen Miteinanders, der offenen Diskussion und der Einbeziehung unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen in die lokale Gemeinschaft. Das Projekt gliedert sich in zwei Bereiche. Im ersten Bereich wird das in 2021 entwickelte Diskussions- und Begegnungsformat „Mannheim spricht“ fortgeführt und ausgeweitet. Hier werden Mannheimer*innen mit unterschiedlichen politischen Meinungen in kontroverse Vieraugengespräche vermittelt. Das Ziel besteht in der Förderung von wertschätzenden Diskussionsfähigkeiten und Perspektivenwechsel als Grundkompetenz eines respektvollen Zusammenlebens.
Der zweite Bereich des Projekts lautet „Akademie der Vielfalt“. Hier werden Referent*innen aus soziopolitisch benachteiligten Milieus empowert, um eigene Kurse an der Abendakademie Mannheim anzubieten. Durch die Partizipations- und Begegnungserfahrungen in den Kursen wird das Gemeinschaftsgefühl und der Zusammenhalt in der Stadt gestärkt.

einander.Themeninsel: Arbeitskreis (AK) Struktureller Rassismus

Projektträger*in: adb mannheim e.V.

Kooperationspartner*innen in der Kerngruppe: Save me Mannheim, Eine-Welt-Forum Mannheim e.V.

Themenfeld: Struktureller Rassismus

Projektbeschreibung: Die einander Themeninsel „Arbeitskreis Struktureller Rassismus“ ist eine Plattform, auf der sich Engagierte der Antirassismusarbeit gezielt zum Thema struktureller Rassismus vernetzen, austauschen und gemeinsam Maßnahmen umsetzen. Das Hauptziel des Projektes liegt in der Thematisierung und Sichtbarmachung von strukturellem Rassismus in der Stadtgesellschaft. Hierzu wird eine Onlineumfrage zu lokalen Expertisen und Angeboten im Themenfeld durchgeführt, um darauf aufbauend eine Trägerkonferenz durchzuführen, in der gemeinsame Zielsetzungen und Maßnahmen zum Bekanntmachen und Abbauen von strukturellem Rassismus erarbeitet werden. Die einander.Themeninsel hat dabei als partizipatorischen Handlungsansatz, Menschen mit Rassismuserfahrungen bei der Projektumsetzung direkt mit einzubinden.