Club der unmöglichen Fragen 2019/2020

Der Schwerpunkt der Veranstaltungsreihe 2019/2020 ist das Thema „Alltags-Extremismus aus der Frauenperspektive“.
Das Extreme als das Äußerste, das Entfernteste, steht an der Grenze zum Unmöglichen, gänzlich Abnormalen. Politisch wird der Begriff des Extremismus seit den 1970er Jahren für Einstellungen und Bestrebungen benutzt, die sich an den äußersten Rändern des politischen Spektrums befinden, sozusagen abseits einer demokratischen Grundeinstellung. Was ist aber mit Alltags-Extremismus?
Der Club der unmöglichen Fragen beschäftigt sich im dritten Jahr mit Extremismen, allerdings nicht vorrangig mit der politischen Dimension, sondern mit den verschiedensten Formen von Alltags-Extremismus – und dies dezidiert aus der Genderperspektive.
Was geht jedoch über das Normale oder Gewöhnliche hinaus, im sozialen Zusammenleben, der Familie, beim Kinderwunsch, in der Religion, in der Mode, in der Demokratie und den Medien, in der Kunst oder den beruflichen Wünschen und Tätigkeiten. Wie extrem dürfen Frauen im Gegensatz zu Männern sein und umgekehrt? Und welche Ansinnen verfolgt frau und man, wenn die Grenze des Normalen überschritten wird? Wann scheint Extremismus gerechtfertigt oder auch gänzlich falsch, aus einer moralischen Perspektive? Der Club der unmöglichen Fragen als offenes Forum für alle versucht diesen Fragen nachzugehen.


Ort: Lobby Werkhaus des Nationaltheaters Mannheim, Mozartstr. 9, 68161 Mannheim.

Zeit: Der Club findet alle zwei Monate Donnerstags von 17:30 Uhr bis 19:30 Uhr statt.

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Veranstaltungen

Veranstaltung

Politik-Extreme

  • Lobby Werkhaus

Mächtig. Weiblich? Politik ist Männersache?! Diese Aussage, gleichwohl wie klischeehaft sie klingt, ist immer noch eine Tatsache. Trotz des Anstiegs der politischen Beteiligung und Repräsentanz der Frauen* und erhöhter Zahl an Politikerinnen* verzeichnet man weiterhin ihre deutliche Unterrepräsentanz, besonderes in politischen Entscheidungsgremien. Andererseits bekleiden aktuell nicht wenige Frauen* die Spitzenämter unseres Landes

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Mode-Extreme

  • Lobby Werkhaus

Kleider machen Leute. Abgesehen von der Steinzeit war, ist und bleibt Kleidung immer auch ein Zeichen der Selbstdarstellung. Mode ist jedoch weit mehr als Kleidung, die wir tragen. Sie ist der Ausdruck unserer gesellschaftlichen Zugehörigkeiten. Sozialpolitische Bewegungen haben sich stets auch über eine bestimmte Kleidungskultur definiert bzw. sichtbar gemacht, von den 1968er Jahren bis hin zu einer Nichtkleidungskultur wie Pussy-Riot. Die moderne Frau ist nackt?! Kleidung war nicht selten auch ein Instrument der Unterdrückung: Korsett, Hidschab, Lotusfuß; sogar das Tragen der Hose war jahrelang tabu und in Frankreich offiziell bis 2013 strafbar. Frauenmode ist oft extrem körperfeindlich. Sie inszeniert sie ohne Rücksicht auf „Verluste“: zu hohe Schuhen, zu schwere Taschen, zu enge Kleider, ungesunde Unterwäsche, Shapewear, zu viele Accessoires. Auch quantitativ sind Frauen* die Hauptkonsumenten der Modewelt.
Sind Frauen* Opfer der Mode? Was passiert wenn Frauen* weniger konsumieren? Welches System setzt Frauen* so unter Druck? Wer (re)produziert diese Werte? Ist die Männermode "gesünder" als Frauenmode?

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Rollen-Extreme

  • Lobby Werkhaus

Frauen* definieren sich extrem stark über verschiedene vorgeschriebene gesellschaftliche Rollen: Mutter, Ehefrau, Partnerin*, Karrierefrau, Lesbe, Feministin, Power-Frau, Helferin, Tochter, Influencerin, Tussi. Tief in diesen Rollen über Jahre gefestigt, streben Frauen* nach Selbstverwirklichung durch Perfektion, die wiederum mit ständiger Angst vor Ablehnung, Fehlern, Versagen oder Kritik einhergeht. Die Abweichung von diesen Rollen führen zur Isolation. Familienmitglieder sind nicht selten unkonventionellen weiblichen Rollen gegenüber ablehnend eingestellt, vor allem die Eltern/Großelterngenerationen, die aktuell zunehmend nach traditionellen Frauenrollenmustern leben.
Wer konstruiert diese Rollen? Übt die Gesellschaft den Druck auf Frauen* aus? Warum identifizieren sich Frauen* mir diesen Rollen? Warum ist es für Frauen* wichtig, sich mit den Rollen zu identifizieren? Unterliegen Männer* den gleichen Rollenzwängen? Warum fühlen Frauen* ihre Rollen anderes als Männer*?