Wirtschaft & Arbeit - 15.10.2012

Startschuss für Pilot-Inkubator

Weiterer Meilenstein im Cluster Medizintechnologie Mannheim erreicht

Startschuss für einen weiteren Meilenstein im Cluster Medizintechnologie Mannheim: Am 12. Oktober 2012 wurde ein neuartiger Pilot-Inkubator vorgestellt. Bei dem Pilot-Inkubator geht es um die optimale Förderung von Existenzgründungen, kleinen und mittleren Unternehmen im Bereich Medizintechnologie.

Acht erfahrene Experten beraten ab sofort Start-Ups, kleine und mittlere Unternehmen der Medizintechnologie bei Fragen wie Zugang zu Produktentwicklungspartnern in der Klinik, Produktzulassung, Kostenerstattung durch die Krankenkassen, Markforschung und internationaler Marketing- und Vertriebsplanung. Die Koordination des Angebots liegt beim Cluster Medizintechnologie der Mannheimer Wirtschaftsförderung in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Medizintechnologie und der Projektgruppe für Automatisierung in der Medizin und Biotechnologie der Fraunhofer- Gesellschaft.

„Mit dem Pilot-Inkubator wollen wir vier kritische Wachstumshemmer in der Medizintechnik ausschalten“, erklärt Elmar Bourdon, Manager des Clusters Medizintechnologie bei der Mannheimer Wirtschaftsförderung. „Die systematische und zielgerichtete Zusammenführung von Unternehmen und Experten über alle Phasen, die ein medizintechnisches Produkt durchläuft, ist in dieser Form bislang einmalig. Ziel ist, dass innovative Medizintechnologien schneller bei Patienten ankommen.“

Die typischen Wachstumshemmer im medizintechnologischen Markt sind Zugang zu geeigneten Kliniken, regulatorische Zulassung und Kostenerstattung, Marktforschung sowie Vertrieb. „Start-ups, kleine und mittlere Unternehmen, die einen erheblichen Anteil der Medizintechnologiebranche charakterisieren, haben Probleme, ihre neuen, innovativen Produkte im Klinikalltag zu verankern. Das beginnt bereits damit, dass ihnen während der Produktentwicklung ein breiter Zugang zu Ärzten fehlt, die große Fallzahlen der betreffenden Indikation haben. Denn jede einzelne Entwicklungsstufe eines medizintechnischen Produkts muss in der Klinikroutine validiert werden. Zudem können so Referenzzentren gebildet werden, die für die spätere Akzeptanz des Produkts von großer Bedeutung sind“, erklärt Prof. Dr. Norbert Gretz, geschäftsführender Direktor des Instituts für Medizintechnologie in Mannheim.

Im Vorfeld der Produktentwicklung können Start-ups, kleine und mittlere Unternehmen oftmals auch keine ausreichende Marktforschung durchführen. „Zukünftig werden zudem durch den Trend zu individualisierter Medizin und multimodalen Diagnose und Therapiemethoden komplexere und technologieübergreifendere Lösungen gefordert sein. Dies erfordert umfangreiche, interdisziplinäre F&E Ressourcen, die Start-ups und KMU häufig zu Beginn nicht alleine aufbauen können“, erläutert Dr. Jan Stallkamp, Leiter der Projektgruppe für Automatisierung in der Medizin und Biotechnologie der Fraunhofer Gesellschaft.

Die acht Experten des Pilot-Inkubators sind ausgewiesene Medizintechnologie-Profis aus ganz Deutschland. Start-ups und KMU können für diese Beratungsleistungen Zuschüsse aus Förderprogrammen beantragen. Der Pilot-Inkubator Medizintechnologie und seine Experten können ab sofort über die Website www.mannheim.de/medtech erreicht werden.

Die Experten:

•Dr. Martin Braun, Inhaber Dr Martin Braun Health Care Management, Mannheim
•Dipl.-Ing. (FH) Alexander Fink, Geschäftsführer Metecon GmbH, Mannheim
•Prof. Dr. Norbert Gretz, Leiter des Instituts für Medizintechnologie, Mannheim
•Dr. Hans-Joachim Lau, Inhaber Medical Device Consult, Hamburg
•Dr. Jean-Jaques Origer, Geschäftsführer Medibridge GmbH, Taunusstein
•Dr. Hubertus Rosery, Geschäftsführer AiM GmbH Assessment in Medicine Research and Consulting, Lörrach
•Dr. Jan Stallkamp, Leiter der Projektgruppe für Automatisierung in der Medizin und Biotechnologie (PAMB) des Fraunhofer Instituts IPA, Mannheim
•Dr. Thomas Wille, Inhaber Argos Consulting, Senftenberg

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