Politik & Verwaltung - 25.11.2015

Prof. Dr. Jan Gehl ist Preisträger des Bertha-und-Carl-Benz-Preises 2015

2015 wird der Bertha-und-Carl-Benz-Preis zum dritten Mal verliehen. Das Preisgericht unter Vorsitz von Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz schlug den dänischen Stadtplaner Prof. Dr. Jan Gehl als Preisträger vor. Der Gemeinderat stimmte diesem Vorschlag gestern einstimmig (Dienstag, 24. November) in nicht öffentlicher Sitzung zu.

Prof. Dr. Jan Gehl arbeitet seit mehr als 40 Jahren daran, städtische Zentren zu menschenfreundlichen, lebhaften, sicheren, umweltgerechten und gesunden Orten umzugestalten. Er ist in Skandinavien, Australien und den USA ein populärer Experte für Stadtplanungs- und Mobilitätsfragen. Bekanntestes Beispiel seiner Arbeit ist seine Heimatstadt Kopenhagen mit der längsten Fußgängerzone Europas und rund 1.000 Kilometern an Radwegen im Großraum. Der Anteil an Radfahrern liegt dort bei 37 Prozent, 38 Prozent sind Fußgänger und nutzen öffentliche Verkehrsmittel.

Als Berater des Department oft Transportation in New York hat er außerdem dafür gesorgt, dass Fußgänger- und Radfahrerzonen am Broadway und im Bereich des Times Square entstanden sind und der der intensive Ausbau des Radwegenetzes in der US-amerikanischen Metropole geht ebenfalls auf ihn zurück. Er betreute Projekte in Shanghai, London, St. Petersburg und vielen anderen Großstädten und ist bis heute in allen Erdteilen aktiv.

Das Preisgericht begründete seine Entscheidung damit, dass das Gesamtwirken von Prof. Dr. Gehl eine bedeutende Verbesserung der Mobilität darstellt und er sich insbesondere um eine umweltgerechtere, sozialere oder einfachere Mobilität verdient gemacht hat. Damit erfülle er die Kriterien der Satzung für den Bertha-und-Carl-Benz Preis in vollem Umfang.

„Ich freue mich, dass wir auch im dritten Jahr, in dem wir diesen Preis vergeben, wieder einen international renommierten Preisträger auszeichnen können. Prof. Jan Gehl sorgt weltweit mit seinen Planungen für Fußgänger und Radfahrer für ein verändertes Verständnis von Urbanität, Lebensqualität und dafür, dass Städte wieder zu Begegnungsorten werden und zudem energetisch effizienter und weniger unfallträchtig sind“, so Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz.

Hintergrundinformation:

Die Stadt Mannheim stiftete 2011 den Bertha-und-Carl-Benz-Preis anlässlich des 125-jährigen Automobiljubiläums. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre verliehen. Als Preisträger kommen Personen, Gruppen und Organisationen in Betracht, die sich um eine bedeutende Verbesserung der „Mobilität“ - insbesondere um eine umweltgerechtere, sozialere oder einfachere Mobilität - verdient gemacht haben.

Die Satzung des Preises sieht vor, dass er nicht öffentlich ausgeschrieben, sondern auf Vorschlag des Preisgerichts durch den Gemeinderat zuerkannt wird. 2011 ging der Preis an Shai Agassi für seine Arbeit im Bereich der Elektromobilität, 2013 erhielt Prof. José del. R. Millán für seine Forschung an Brain-Computer-Interfaces zur Steuerung von Mobilitätshilfen für bewegungseingeschränkte Menschen den Preis.

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