Wirtschaft & Arbeit - 27.02.2015

Modellstadt für Smart Grids und Energieeffizienz

Mannheimer Wirtschaftsförderung präsentiert Leuchtturmprojekte auf 1. Jahreskonferenz von SmartGridsBW

Mannheimer Wirtschaftsförderung präsentiert Leuchtturmprojekte auf 1. Jahreskonferenz von SmartGridsBW
Flexibilität heißt das Schlüsselwort für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende. Denn in Energiesystemen mit einem großen Anteil fluktuierender Einspeisung wird der Nutzung von Flexibilitätsprodukten eine entscheidende Bedeutung zukommen. Noch ist die technische Umsetzung allerdings erst im Aufbau. Bei der 1. Jahreskonferenz der Plattform SmartGridsBW am 5. und 6. März 2015 im Mannheimer Congress Center Rosengarten wird dieses Thema unter dem Motto „Flexibilität ist ein Produkt“ von einer Reihe hochkarätiger Sprecher aus dem nationalen und europäischen Kontext umfassend beleuchtet.

Auch die Mannheimer Wirtschaftsförderung wird mit einem eigenen Stand auf dem Kongress vertreten sein und das Konzept Blue City Mannheim vorstellen. Der Fokus liegt dabei auf „blue_village_franklin“: Das Konversionsareal Benjamin Franklin Village soll zu einem überregional bedeutsamen Modellquartier in den Bereichen Elektromobilität, Energieeffizienz und Smart Grids ausgebaut werden.

Eines der zentralen Pionierprojekte bei der Umsetzung ist SQUARE – „smart quarter and urban reducing emission“, das erst kürzlich in Stuttgart im Rahmen des Wettbewerbs „Klimaschutz mit System“ des Umweltministeriums Baden-Württemberg prämiert wurde. Dank der Auszeichnung kann SQUARE in das EFRE-Förderprogramm der EU aufgenommen und in Höhe von drei Millionen Euro unterstützt werden. Beispielhaft sollen in zwei Kasernengebäuden in FRANKLIN Mitte mit jeweils rund 2.800 Quadratmetern Bruttogeschossfläche unterschiedliche Sanierungsansätze getestet werden. Im Fokus der Maßnahmen: der „EnEV Neubau“-Standard, Passivhauskomponenten zur Erreichung des EnerPHit-Niveaus, Smart-Metering-Konzepte sowie eine durchgehende Ausstattung der Dachflächen mit Photovoltaik. Zusätzlich sollen die Gebäude zu Smart Homes mit intelligenten Haushaltsgeräten umgerüstet und mit umfangreichen Mess- und Monitoringsystemen ausgestattet werden – um eine valide Datenbasis zu gewährleisten. Ergänzt werden die energiefreundlichen Gebäude durch einen „Energy Mobility Cube“, ein Quartiergaragenkonzept mit dezentraler Energieerzeugung und elektromobilem motorisierten Individualverkehr und einem integrierten Mobilpunkt. Hier wird die Nutzung von Bus, Car-Sharing und Rad mit der Energieerzeugung auf dem Wartehäuschen verknüpft. Auch eine Bushaltestelle hat an dem Mobilpunkt ihren Platz, an der E-Busse mittels induktiver Ladetechnik im Quartier erzeugte Energie „nachtanken“ können. Die drei Systemkomponenten „Gebäudesanierung“, „Energy Mobility Cube“ und „Elektromobiler Mobilpunkt“ bilden ein vernetztes System, das über IKT-Lösungen ein aktives Steuern des Energieverbrauchs ermöglicht.„ Für die in unserer wirtschaftspolitischen Strategie verankerten Innovationsfelder Energie und Mobilität können wir damit erste konkrete Maßstäbe setzen“, so Georg Pins, Projektleiter SQUARE und Clustermanager für Energie, Umwelt, Mobilität und Logistik der Mannheimer Wirtschaftsförderung.

Ein weiterer wichtiger Baustein soll das Energieeffizienzzentrum CORE – Centre of Regional Energy Rhein-Neckar werden. Im Fokus von CORE steht die energetisch optimierte Sanierung des Gebäudes 254 auf dem Benjamin Franklin-Areal, bei dem innovative Technologien wie neuartige Energieerzeugungs- und Speichermodule zum Einsatz kommen und das auf diese Weise nahezu einen Passivhaus-Standard erreicht. Forschungsprojekte der Hochschule Mannheim sowie Entwicklungen Mannheimer Unternehmen wie der MVV Energie AG werden integriert. Neben dem Fachbereich Energie & Umwelt der Metropolregion Rhein-Neckar sollen sich hier Existenzgründungen und Firmen aus dem Energiesektor ansiedeln und in einem rund 170 Quadratmeter großen Showroom neueste Anwendungen der Energietechnik präsentieren. So zeigt die MVV Energie AG modellhaft in Echtzeit das Energiemanagement des gesamten Quartiers. Ergänzt wird das Konzept des Energieeffizienzzentrums um die Mobilitätsbausteine „Induktive Bushaltestelle mit Mobilpunkt“ und „Elektrotankstellen neuester Art“, die mit Energieerzeugung auf dem Gebäude sowie Zwischenspeicherung und bedarfsabhängige Abgabe an E-Fahrzeuge punkten.

„Die beiden Projekte und der Masterplan ‚blue_village_franklin‘ sind konsequent abgeleitet aus den strategischen Zielen der Stadt, der wirtschaftspolitischen Strategie und den Klimaschutzzielen“, betont Wirtschaftsbürgermeister Michael Grötsch. „Wir freuen uns, den Teilnehmern der Konferenz SmartGridsBW unsere Ansätze vorzustellen. Dass die Veranstaltung zu ihrer Premiere den Standort Mannheim ausgewählt hat, betrachten wir auch als eine Anerkennung für das Engagement von Stadt und MVV Energie AG.“

Stadt Mannheim | Carolin Bison | Medienteam (Dezernat II: Wirtschaft, Arbeit, Soziales und Kultur) | Rathaus E5, 68159 Mannheim | Tel: 0621 293-2914 | carolin.bison@mannheim.de