Wirtschaft & Arbeit - 09.07.2014

Innovative Start-Ups profitieren vom Beteiligungsfonds Wirtschaftsförderung Mannheim

Die jungen Mannheimer Unternehmen MOSAIK, contagt, monomer und von Jungfeld haben ganz unterschiedliche Geschäftsideen – aber eines gemeinsam – einen vielversprechenden Businessplan. Um diesen umsetzen zu können, ist es für Gründer enorm wichtig, eine ausreichende Finanzierung für ihr Start-up während der ersten Wachstumsphase zu erhalten. Genau an diesem Punkt knüpft der Beteiligungsfonds Wirtschaftsförderung Mannheim, der mit 1,65 Millionen Euro ausgestattet ist, an: Er kann Beteiligungen zwischen 50.000 und 200.000 Euro eingehen und übernimmt so die fehlende Eigenkapitalausstattung. Gefördert wird der Fonds durch EU-EFRE Mittel zu 50% und zu 17,5 % mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg. Nachdem im Sommer letzten Jahres die erste Beteiligung mit der OPASCA Systems GmbH zustande kam, kommen aktuell vier weitere innovativen Start-Ups hinzu: MOSAIK GmbH, contagt GmbH, monomer GmbH, von Jungfeld (Stilfaser GmbH). Mit weiteren Unternehmen laufen derzeit konkrete Verhandlungen. Das Fondsmanagement prüft die sich um die Finanzierung bewerbenden Unternehmen und verhandelt auf der Grundlage der Entscheidung des Beteiligungsausschusses mit den Unternehmen den Beteiligungsvertrag. „Der Beteiligungsfonds findet in der Gründungsszene großes Interesse. Zudem hat sich bereits gezeigt, dass die Bereitschaft des Beteiligungsfonds in ein junges Unternehmen zu investieren als Signalwirkung auch weitere Investoren überzeugt und die Suche nach weiterem Kapital für die jungen Start-ups dadurch einfacher gestaltet“, erklärt Wirtschaftsbürgermeister Michael Grötsch. Das Fondsvolumen soll bis Mitte 2015 investiert werden. Verwaltet wird der Beteiligungsfonds durch eine eigene Tochtergesellschaft der Stadt Mannheim, der Beteiligungsfonds Wirtschaftsförderung Mannheim GmbH. Dessen Geschäftsführerin Verena Eisenlohr, Partnerin bei Rittershaus Rechtsanwälte, betont: „Für die jungen Unternehmen ist eine Beteiligung durch den Beteiligungsfonds Wirtschaftsförderung Mannheim nicht nur wegen der finanzieller Unterstützung von Vorteil; sie profitieren auch von unserer langjährigen Erfahrung in der Betreuung und Weiterentwicklung von jungen Unternehmen.“ Finanzierungsangebot für Gründungen soll fortgeführt werden Das Angebot stößt bei der Zielgruppe auf großes Interesse. Deshalb plant die Stadt Mannheim einen weiteren Beteiligungsfonds mit einem Volumen von zwei Millionen Euro einzurichten. Zur Einrichtung des Unterfonds „Beteiligungsfonds Mannheim“ soll der „Beteiligungsfonds Rhein-Neckar“ als Leuchtturmprojekt im RegioWIN-Wettbewerb des Landes Baden-Württemberg zur Förderung aus EFRE-Mitteln angemeldet werden. Morgen (10. Juli) entscheidet der Gemeinderat darüber. Dieses neue Fondsvolumen könnte bis 2020 investiert werden und würde für weitere rund zwölf bis 14 Beteiligungen zur Verfügung stellen. Das Instrument soll zukünftig über den Standort Mannheim hinaus regionalisiert und durch den „Heidelberg Fonds“ mit einem Fondsvolumen von 1,6 Mio. Euro ergänzt werden. Beide Unterfonds sollen unter der Dachmarke „Beteiligungsfonds Rhein-Neckar“ vermarktet und durch ein gemeinsames Fondsmanagement betrieben werden. Die vier neuen Mannheimer Start-Ups des Beteiligungsfonds stellen sich und ihre Geschäftsidee vor MOSAIK GmbH: Die MOSAIK GmbH wurde 2011 als GbR von Gaby Wunderlich und Jochen Wagner in Mannheim gegründet und im November 2013 zur GmbH umgewandelt. MOSAIK entwickelt auf Basis der Movilizer Technologie (Software as a Service) mobile Anwendungen (mobile Business-Apps) für Unternehmen, Organisationen und Leistungserbringer in den Bereichen Soziale Arbeit (MOSAIK sozial), Medizin (MOSAIK med) und Kommunal (LämmKOM MOSAIK). Diese werden als Standardlösung angeboten oder nach individuellen Wünschen der Kunden gestaltet. Derzeit hat das Unternehmen neun Angestellte in Voll- und Teilzeit. Es ist aktuell im Lindenhof ansässig und planen aber nach Fertigstellung in den zweiten Bauabschnitt des MTZ einzuziehen. contagt GmbH: Das 2013 gegründete Mannheimer Jungunternehmen contagt GmbH entwickelt eine App, die Navigation auch an Orten ermöglicht, an denen kein GPS-Satellitensignal und keine Internetverbindung verfügbar sind. Mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet kommt die contagt GmbH aus dem wissenschaftlichen Bereich und besteht aus einem interdisziplinären Team von Informatikern und Kaufleuten verschiedener Hochschulen wie der Universität Mannheim und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mannheim. Das Team hat eine neuartige Lösung entwickelt, bei der die technische Umsetzung der Navigation mittels kleiner Schilder, sogenannter „tags“, erfolgt, die in den Räumen angebracht werden und über visuelle QR-Codes und passiv funkende NFC-Chips verfügen. Die Indoornavigation von contagt ist bereits in der Universität Mannheim, dem Partnerport in Walldorf und dem MAFINEX-Technologiezentrum installiert und hilft dort Studierenden, Besuchern und Kunden die richtigen Räume zu finden. Das Unternehmen ist im Gründerzentrum Alten Volksbad ansässig. monomer GmbH: „monomer“ – das bedeutet im Altgriechischen „einzelnes Teil“. In der Chemie steht der Begriff für einzelne Moleküle, die sich mit anderen verketten können. Ein Einzelteil – also ein Unikat – aber auch einzelne Teile, die sich mit anderen zu einem Ganzen verbinden lassen – das ist Schmuck von monomer. Maßgeblich für den Erfolg ist die einmalige Mischung aus Handwerkskunst und komplexer, von der Architektur beeinflusster Gestaltung. Dabei macht vor allem der Einsatz modernster CAD-Software gekoppelt an ein revolutionäres Produktionsverfahren völlig neue Gestaltungen möglich, die im Bereich der Goldschmiedekunst bislang undenkbar waren. Lasergenaue Fertigungsmethoden erlauben Gestaltungsmöglichkeiten, die mit herkömmlichen Methoden und Werkzeugen heute sonst unmöglich sind. Statt Prototypen im Maschinenbau und der Medizintechnik entsteht im 3D-Druckverfahren (Rapid-Prototyping) zum ersten Mal faszinierender parametrischer Schmuck mit geradezu unendlich vielen Gestaltungsvarianten. Die Idee für monomer entstand 2010 aus dem Zusammentreffen zweier kreativer Welten, dem Goldschmiedehandwerk und der Architektur. Aus dieser Idee kreierte Thomas Mrokon die einzigartige Kollektion „Odyssee“, deren Vermarktung im nächsten Schritt mit der Gründung einer UG in Neu-Isenburg begann. Nach mehrfachen Auszeichnungen mit internationalen Designpreisen und einer wachsenden Anzahl von Händlern wird das Unternehmen als GmbH in Mannheim fortgesetzt. Stilfaser GmbH (von Jungfeld): Dass man nicht nur in der virtuellen Welt unterwegs sein muss, um erfolgreich zu sein, das wollen zwei Mannheimer Jungunternehmer beweisen, die mit ihrer Firma stilfaser GmbH den Sockenmarkt unter der Marke von Jungfeld aufmischen und die Fußbekleidung zu einem Premiumprodukt machen wollen. Ob zum Anzug im Business-Meeting oder im Club – inzwischen sind über 16 Mitarbeiter notwendig, um die monatlichen Socken-Aufträge des im Januar 2013 gegründeten Unternehmens zu bewältigen. Und dies mit hohem sozialen Anspruch: Von der Socke bis zur Designverpackung lassen die Jungunternehmer alles in Deutschland produzieren. Mit Blick auf eine globale, ebenso zeitgemäße wie differenzierende Textilmarke setzen die Gründer neben den unverwechselbaren Sockenkreationen auf unkonventionelle Vertriebs- und Marketingwege. Egal ob sie die Handtücher bei der Fashion Week Berlin sponsoren oder Socken bei der Fussball-WM, bei Musikevents oder bei Flügen der Rhein-Neckar-Air verteilen, bei den jungen Geschäftsführern der stilfaser GmbH, Maria Pentschev und Lucas Pulkert, folgt alles einem Ziel: Die Erschließung des Marktes. Neben dem eigenen Online-Shop haben sie inzwischen über 130 Boutiquen und Kaufhäuser in Deutschland und Europa für sich gewinnen können, um die in Deutschland produzierte Ware an den modebewussten Mann zu bringen – getreu ihrem Ziel, die Socke als Accessoire zu etablieren.

Stadt Mannheim | Carolin Stengel | Medienteam (Dezernat II: Wirtschaft, Arbeit, Soziales und Kultur) | Rathaus E5, 68159 Mannheim | Tel: 0621 293-2914 | carolin.stengel@mannheim.de