Gesundheit - 08.11.2021

Impfung gegen Coronavirus und Grippe zeitgleich möglich

Husten, Schnupfen, Fieber, Halsschmerzen – das alles können Symptome sowohl von Grippe (auch „Influenza“ genannt) als auch von Covid-19 sein. Die Influenza tritt fast ausschließlich während der kalten Jahreszeit von Oktober bis Ostern („O bis O“) auf. Auch beim Coronavirus ist gerade eine Zunahme der Infektionen zu beobachten. Beide Infektionskrankheiten verlaufen oft symptomlos oder mild. Sie können aber in einer geringen Zahl der Fälle auch zu schwerwiegenden Lungenentzündungen und auch zum Tod führen!

AHA-Regeln und Impfung
Die wegen der Coronapandemie eingeführten Hygienemaßnahmen mit mehr Abstand, Masken im Alltag und dem Fokus auf einer gute Händehygiene haben im vergangenen Winter auch in Bezug auf die Häufigkeit von Grippeerkrankungen gut gewirkt. Im Vergleich zu den Vorjahren kam es zu deutlich weniger Grippefällen. Vor Influenza können Bürger*innen sich ebenso wie gegen Covid-19 wirksam durch eine Impfung schützen!

Gegen Influenza impfen: sich selbst und andere schützen
Baden-Württemberg hat nach einem Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz und einer entsprechenden Stellungnahme der Ständigen Impfkommission (STIKO) seine Impf-Empfehlungen angepasst. Impfungen gegen das Coronavirus und gegen Grippe können nun zeitgleich vorgenommen werden. Mit Blick auf die umfangreichen Daten zur Sicherheit und Verträglichkeit der in Deutschland zugelassenen Covid-19-Impfstoffe ist laut STIKO-Empfehlung generell kein Mindestabstand mehr zwischen einer Covid-19-Impfung und anderen Impfstoffen erforderlich.

Auch bei Influenza gibt es Erkrankungen, bei denen ein Krankenhausaufenthalt oder sogar eine Beatmung auf Intensivstation erforderlich sein kann. Daher gilt: Je mehr Menschen gegen Influenza geimpft sind, desto weniger Krankenhaus- und Intensivbetten werden durch Influenzapatient*innen belegt. Das heißt, sich gegen Influenza impfen zu lassen, bedeutet auch, die Ressourcen des Gesundheitssystems zu schonen und Rücksicht auf andere zu nehmen.

Wer geimpft werden soll
Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts empfiehlt die Impfung generell für alle Personen über 60 Jahren. Insbesondere Bewohner*innen von Alten- und Pflegeheimen sowie Kinder, Jugendliche und Erwachsenen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung aufgrund einer Grunderkrankung, chronisch Kranke aller Altersstufen und Medizin- und Pflegepersonal sowie Schwangere sollten geimpft werden. Schwangere neigen aufgrund der während der Schwangerschaft veränderten Immunantwort zu schweren Influenzaerkrankungen. Die durch die Impfung erzeugten Antikörper gehen im Mutterleib auf das Kind über und schützen dieses in den ersten Monaten nach der Geburt. Daher besteht für alle gesetzlich Versicherten dieser Gruppen bundesweit eine Kostenübernahme der Krankenkassen für die Influenzaimpfung.

Baden-Württemberg bietet Impfung für alle an
In Baden-Württemberg geht man sogar noch weiter: Das Ministerium für Soziales und Integration rät allen Bürger*innen im Land zur Grippeschutzimpfung. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für alle Versicherten.

Influenzavirus ist nicht gleich Influenzavirus: daher jedes Jahr impfen!
Influenzaviren unterteilen sich in Influenza-A-Viren und Influenza-B-Viren. Darüber hinaus verändern sich insbesondere Influenza-A-Viren über die Zeit erheblich. Deshalb wird allen Versicherten jährlich eine Vierfach-Grippeschutz-Impfung angeboten. Diese schützt gegen die zwei Influenza-A- und zwei Influenza-B-Stämme, die für die jeweilige Saison von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) prognostiziert werden. Obwohl die Wirkung der Grippeimpfung durch die ständigen Veränderungen der Grippeviren jedes Jahr variiert und daher nicht hundertprozentig vor der echten Grippe schützt, ist sie nach Aussage des Robert Koch-Instituts die wirksamste Maßnahme, sich vor Grippe zu schützen.

Impfung schützt nicht vor „normalen“ Erkältungen
Die Impfung schützt jedoch nicht vor „normalen“ Erkältungen, die landläufig ebenso als „Grippe“ oder „grippaler Infekt“ bezeichnet und durch andere Viren als Influenzaviren oder SARS-CoV2 verursacht werden. Wenn sie bei Menschen mit Influenzaimpfung auftreten, ist dies ein Grund für die verbreitete Meinung, „gerade wegen der Impfung krank geworden zu sein“ oder „ die Influenzaimpfung hat nichts genützt“. Dies ist ein Irrglaube, denn wenn die echte Influenza grassiert, haben auch andere Bakterien und Viren, die ähnliche Beschwerden verursachen, Hochsaison. Durch die bei Influenzaimpfung verwendeten so genannten „Totimpfstoffe“ kann keine Erkrankung ausgelöst werden.

Jetzt impfen!
Das Gesundheitsamt der Stadt ruft alle Bürger*innen dazu auf, sich gegen Influenza impfen zu lassen. Auch im Verlauf der Grippewelle ist es noch sinnvoll, sich impfen zu lassen. Mit einem Impfschutz kann circa zwei Wochen nach Impfung gerechnet werden.

Am besten sollten die Bürger*innen jetzt baldmöglichst einen Termin bei Hausarzt oder -ärztin vereinbaren und dann den Impfausweis gleich mitnehmen. Bei dieser Gelegenheit können auch andere Impfungen aufgefrischt oder überprüft werden, ob ältere Menschen zusätzlich gegen Pneumokokken, den Erreger von Lungenentzündungen, geimpft werden sollten.

Pressekontakt – V.i.S.d.P.

Stadt Mannheim | Jugendamt und Gesundheitsamt | Monika Kewes-Wenner | R 1, 12, 68161 Mannheim | Telefon: 0621 293-3875 | E-Mail: monika.kewes-wenner@mannheim.de | V. i. S. d. P. Beate Klehr-Merkl