Kinder, Jugend, Familie - 12.12.2019

Zusammen miteinander für den Stadtteil Schönau

Beim gestrigen Bezirksbeirat Schönau hat der Fachbereich Jugendamt und Gesundheitsamt das Projekt „Zusammen-Miteinander-Schönau“ vorgestellt. Mit Projektangeboten wie Kochen, Singen, Handwerken, Gartenbau oder Tanz wird das respektvolle Zusammenleben von Kindern, Jugendlichen und deren Familien im Stadtteil unterstützt. Das Projekt, das jetzt angelaufen ist, hat eine Laufzeit bis zum 30. September 2023. Die Gesamtkosten in Höhe von rund 42.000 Euro werden mit 25.000 Euro aus dem Förderprogramm „Nichtinvestive Städtebauförderung (NIS)“ des Landes Baden-Württemberg gefördert, der kommunale Eigenanteil der Stadt Mannheim beträgt rund 17.000 Euro.

Die Projektangebote orientieren sich am Bedarf der Kinder und Jugendlichen im Stadtteil und unterstützen diese bei der Entwicklung ihrer Fähigkeiten und Fertigkeiten. Die regelmäßigen Angebote mit niedrigschwelligem Zugang stärken die Selbstkompetenz und ermöglichen eine aktive und selbstbestimmte Teilhabe an der offenen Kinder- und Jugendarbeit und am kulturellen Leben in Schönau. Sie bieten Unterstützung für die soziale Integration und für das soziale Zusammenleben im Stadtteil.

Das sozialpädagogisch betreute Projekt „Zusammen-Miteinander-Schönau“ des Jugendhauses Schönau soll die bereits bestehenden Angebote erweitern. Neben den regelmäßigen Besucher*innen sollen auch diejenigen Kinder und Jugendlichen angesprochen werden, die das Jugendhaus bisher nicht (regelmäßig) besuchen. Sie erhalten außerdem Zugang zu weiteren Unterstützungsangeboten und lernen Multiplikatoren*innen kennen, die ihren Weg in die Gesellschaft unterstützend begleiten können.

„Es ist uns ein wichtiges Anliegen, allen Kindern und Jugendlichen in Mannheim gute Bildungs- und Teilhabechancen zu ermöglichen. Die Angebote des Jugendhauses Schönau und des Projekts ‚Zusammen-Miteinander-Schönau‘ zielen hierauf ab. Weitere Ziele sind der Aufbau und die Förderung des Zusammenhalts des Quartiers und damit eines friedlichen Miteinanders zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Wir freuen uns, dass wir das Projekt nun mit der Unterstützung des Landes umsetzen können“, freut sich Bildungsbürgermeister Dirk Grunert.

Naturnah, kreativ und musikalisch
Beim Teilprojekt „Urban Gardening“ werden die Teilnehmenden zum Beispiel „Samenbomben“ herstellen diese an Plätzen im Stadtteil auswerfen. Außerdem soll ein kleiner Garten beim Jugendhaus entstehen. Die dafür benötigten Hochbeete werden gemeinsam geplant, gebaut und aufgestellt. Neben Kindern und Jugendlichen können auch Stadtteilbewohner*innen mit anpacken, die über handwerkliches Geschick verfügen. In dem kleinen Garten werden dann Obst und Gemüse angebaut und die Ernte kann später beim gemeinsamen Kochprojekt – ebenfalls ein Teilprojekt – verarbeitet werden. Die gemeinsame Zubereitung und das Probieren von gesunden und leckeren Gerichten erfreuen sich im Jugendhaus großer Beliebtheit. Neben den handwerklichen Fähigkeiten soll mit dem Angebot das Interesse an gesunder Ernährung geweckt werden. Zusätzlich sollen die beim „Urban Gardening“ angebauten Lebensmittel verarbeitet werden. Dadurch entstehen viele Lernfelder, die für eine positive Entwicklung der Kinder und Jugendlichen wichtig sind: Beispielsweise lernen sie, Verantwortung für die Lebensmittel zu übernehmen, sie entwickeln ihre motorischen Fähigkeiten weiter und bilden im Zusammenspiel mit den anderen Teilnehmenden soziale Kompetenzen weiter aus. Hinzu kommt die Stärkung der mathematischen, physikalischen und sprachlichen Kenntnisse, wenn die Teilnehmenden Rezepte lesen und gegebenenfalls Mengenangaben umrechnen müssen.

Beim Teilprojekt Bühnenbau können sich Kinder und Jugendliche an Planung und Bau einer Kleinkunst-Bühne im Jugendhaus beteiligen. Beim gemeinsamen Werken lernen die Teilnehmenden den Umgang mit Werkzeugen und verschiedenen Materialien und können dabei eigene Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickeln und sich die gegenseitig Hilfestellung gegeben.

Ein weiteres Teilprojekt ist das Singen im Chor. Ziel ist es, allen Teilnehmenden den bewussten Zugang zur eigenen Stimme zu verschaffen. Ein Bewusstsein für die eigene Stimme bietet eine ideale Grundlage für die individuelle und gruppenbezogene Weiterentwicklung der gesanglichen Fähigkeiten und Ausdrucksmöglichkeiten.

Das Teilprojekt Tanztraining bietet einen niedrigschwelligen Zugang zum Tanz und damit eine aktive Freizeitbeschäftigung. Die Teilnehmenden können ihr Interesse am Tanz und im Speziellen für Hip-Hop weiterentwickeln. Mit dem Tanzen sowie der Teilnahme bei Wettbewerben und Veranstaltungen werden soziale Kompetenzen gestärkt wie Teamwork, Verantwortung, Selbstwirksamkeit, Selbstvertrauen, Erfolgs- und Misserfolgskontrolle, Disziplin und Integration. Tanzen verbessert die körperliche Fitness und vereint Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Herkunft in ihrem gemeinsamen Interesse an einer internationalen Popkultur. Das bereits bestehende Angebot Hip-Hop findet bisher nur am Nachmittag statt und soll auf den Abend erweitert werden. Neu aufgenommen wird das Zumba-Angebot.

Hintergrund
Das Projekt „Zusammen-Miteinander-Schönau“ wurde vom Jugendhaus Schönau des Fachbereichs Jugendamt und Gesundheitsamt beantragt und soll vor Ort umgesetzt werden. Das Jugendhaus liegt im Einzugsgebiet des städtebaulichen Erneuerungsgebiets Schönau-Nordwest, direkt an der Endhaltestelle der Straßenbahn der Linie 1. Im Stadtteil Schönau ist es die einzige Einrichtung mit offenem Bereich. Die Kinder und Jugendlichen, die das Jugendhaus besuchen, sind zwischen zehn und 27 Jahre alt.

Im Stadtteil Schönau sind die sozialen Problemlagen stärker ausgeprägt als im gesamtstädtischen Vergleich. Hohe Arbeitslosigkeit – gepaart mit einer hohen Mindestsicherungsquote – führt dazu, dass fast jedes zweite Kind in einem Haushalt mit Bezug von Transferleistungen lebt. Damit verbunden ist ein überdurchschnittlich hoher Anteil von armutsgefährdeten Haushalten.

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