Politik & Verwaltung - 11.07.2018

Workshop zum Leitbild "Mannheim 2030"

„Wie kann es gelingen, sowohl im Kindergarten als auch in den Schulen alle Kinder mitzunehmen?“ war eine zentrale Frage im Rahmen des Dialog-Workshops im Leitbildprozess Mannheim 2030. Insgesamt waren rund 70 Bürgerinnen und Bürger im Stadthaus N1 zusammengekommen, um mit Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz darüber zu diskutieren, wie die Nachhaltigkeitszeile der Vereinten Nationen in Mannheim umgesetzt werden können. Sie waren zuvor per Losverfahren aus einem Pool von 750 Personen ausgewählt worden.
Die Ausstattung in Schulen zu modernisieren, günstige Tickets im ÖPNV anzubieten und der Ausbau der Innovationsförderung waren weitere programmatische Punkte, die unter dem Dach der globalen Nachhaltigkeitsziele „Hochwertige Bildung“ sowie „Industrie, Innovation und Infrastruktur“ besprochen wurden. Der Hintergrund: Die Stadt will im Jahr 2018 gemeinsam mit ihren Bürgerinnen und Bürgern ein Leitbild erarbeiten, das beschreibt, wie Mannheim im Jahr 2030 aussehen soll. Dazu sollen die derzeit aktuellen acht strategischen Ziele der Stadt Mannheim mit den von den Vereinten Nationen verabschiedeten 17 globalen Nachhaltigkeitszielen für das Jahr 2030 verglichen und entsprechend für eine kommunale Umsetzung in Mannheim weiterentwickelt werden.


Verschiedene offene Dialoge seien auf diesem Weg bereits ausgerichtet worden, erläuterte Dr. Kurz - diese Veranstaltung sei indes wegen des Losverfahrens im Vorfeld eine besondere: „Wir wollten noch einmal spiegeln, ob die Diskussion anders verläuft, möglicherweise andere Akzente gesetzt werden, wenn wir Menschen nach dem Zufallsprinzip einladen“, führte der Oberbürgermeister aus. „Wir hoffen, dass wir daraus auch für andere Prozesse lernen, nicht nur für das Leitbild Mannheim 2030, sondern auch bei konkreten Fragen, wie etwa eine Straßenführung oder in anderen aktuellen Diskussionen.“


Aus besagten 17 globalen Nachhaltigkeitszielen hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst per Punktevergabe die für sie bedeutsamsten ausgewählt. Auf Platz 1: „Hochwertige Bildung“, gefolgt von „Gesundheit und Wohlergehen“, „Industrie, Innovation und Infrastruktur“, sowie – mit gleicher Punktzahl zweimal auf Platz 4: „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ und „Maßnahmen zum Klimaschutz“. In den folgenden, überaus rege und konstruktiv selbstorganisiert geführten Gruppendiskussionen konzentrierten sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops auf jeweils zwei dieser Ziele. Sie setzen sich hierbei erst mit der Fragestellung „Was bedeutet das konkret für Mannheim?“ sowie in einem zweiten Arbeitsschritt mit dem Thema „Was können wir als Bürgerinnen und Bürger, nach Möglichkeit gemeinsam mit dem Gemeinderat und mit der Stadtverwaltung, in unserer Stadt für die Umsetzung dieser Ziele tun?“ auseinander - und notierten die gewonnenen Erkenntnisse in zweiseitig gestaffelter Darstellung auf Tafeln.


„Schule als Ort unterstützender Anforderungen“ und „Schule als soziales Handlungsfeld“, „Mitfahrbörsen (Auto)“ und die Möglichkeit, Fahrräder im ÖPNV mitzunehmen, „Wohnraum für Familien“, „Bezahlung von Erzieher*innen“, „Elektrobusse und Zentrum für emissionsfreie Mobilität“, „Nachhaltiger Konsum“, „Ärztliche Versorgung/Hausbesuche“, „Mehr Schulsozialarbeit“, „Alternativen in der Erwachsenenbildung“ oder „Aktivitäten gegen Pflegenotstand“ waren weitere von Moderator Günther Koegst vorgetragene Ergebnisse dieses Arbeitsprozesses, zu denen Dr. Kurz im Workshop-Plenum Stellung nahm und weiterführende Fragen beantwortete. Auch kritische Einwände zur möglichen Verbesserung des Workshop-Formats nahm er auf.


Zwischenzeitlich wurden mehrere „TED“-Abstimmungen per Fernbedienung durchgeführt, welche die Bürgerinnen und Bürger mit 1 (sehr wenig) bis 10 (sehr viel) Punkten bewerten konnten, etwa: „Wie wichtig ist Ihnen persönlich ein bewusstes und nachhaltiges Handeln der Stadtverwaltung in Mannheim?“ (Durchschnitt: 9,13).
Dr. Kurz zeigte sich am Ende der dreistündigen Veranstaltung unter anderem beeindruckt „von der Art, wie Sie miteinander diskutiert haben“, wie er den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eröffnete: „Es ist ein gutes Beispiel dafür, wie respektvoller Umgang in einer Demokratie aussieht.“ Es seien sehr viele Themen erarbeitet worden, „die hier nur angerissen werden können, die uns aber wichtige Hinweise für den weiteren Leitbildprozess Mannheim 2030 geben“, unterstrich der Oberbürgermeister. Er dankte den Bürgerinnen und Bürgern herzlich, „dass Sie diese drei Stunden in die Zukunft unserer Stadt investiert haben“. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden nach den Workshops eine Dokumentation erhalten. Die Ergebnisse fließen in den weiteren Leitbildprozess ein.


Die nächste Veranstaltung im Prozess ist der Bürgerdialog am 21. Juli 2018.

Weitere Informationen unter www.mannheim.de/2030 und www.mannheim-gemeinsam-gestalten.de

Der Leitbildprozess Mannheim 2030 wird unterstützt vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Servicestelle für die Kommunen in der Einen Welt und Engagement Global.

 

 

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