Bauen & Wohnen - 27.11.2013

Wohn.Raum.Stadt neu aufgelegt

Wie kann in Mannheim die Nachfrage bei Ein- und Zweifamilienhäusern gedeckt und gleichzeitig genügend bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung gestellt werden? Diese Frage soll das neue Handlungskonzept Wohn.Raum.Stadt II beantworten. „Wir planen die Neuauflage von dem 2010 beschlossenen wohnungspolitischen Programm Wohn.Raum.Stadt. Es soll Mannheim als attraktiven Wohnstandort weiterentwickeln. In der ersten Auflage waren die aktuelle positive Entwicklung des Wohnungsmarktes und die Konversionsflächen in dieser Form nicht berücksichtigt. Deshalb wird es überprüft und aktualisiert“, erläutert Bürgermeister Lothar Quast.

Wohn.Raum.Stadt II analysiert genau, welche Nachfrage in den unterschiedlichen Wohnsegmenten besteht, wie viele Projekte bereits laufen und welche Wohneinheiten in der Zukunft zur Verfügung stehen werden. „Wenn wir diese Ergebnisse auswerten, bekommen wir eine genaue Vorstellung davon, was wir in Mannheim brauchen“, betont Quast.

In der Stadt werden zurzeit circa 2000 Wohneinheiten realisiert. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den klassischen Kapitalanlagen, den Eigentumswohnungen. Mit den Baugebieten Hochwald, Theodor-Heuss-Schule, Rheingoldstraße und Rheinauer See werden kurz-, mittel-, und langfristig Eigenheime geschaffen. Insgesamt rechnet die Stadt bis 2030 mit einer Nachfrage nach circa 11.300 neuen Wohneinheiten. Das entspricht circa 630 Wohneinheiten pro Jahr. Der Schwerpunkt der Nachfrage wird voraussichtlich bei Ein- und Zweifamilienhäusern liegen. Erfreulich ist, dass bei den Eigentumswohnungen der Bedarf gedeckt werden kann.

„Wir brauchen die Konversionsflächen, um durch neue Angebote Fachkräfte und Familien in Mannheim zu halten beziehungsweise neu zu gewinnen“, unterstreicht Quast die Zielsetzung. Daher möchte sich die Stadt bei den Konversionsflächen auf zwei Schwerpunkte konzentrieren: Neue Ein- und Zweifamilienhäuser und mehr bezahlbaren Wohnraum. Denn in beiden Segmenten können die zurzeit laufenden Wohnungsbauprojekte die zukünftige Nachfrage nicht decken. Spricht man vom Wohnungsbau auf den Konversionsflächen ist Benjamin-Franklin-Village der zentrale Dreh- und Angelpunkt. Zurzeit erarbeiten Experten einen Masterplan und bündeln die vorliegenden Informationen.

Mannheims Bevölkerung wächst nach einem temporären Rückgang 2002 bis 2006 seit 2007 wieder stetig. Bürgermeister Lothar Quast: „Wir haben bis 2023 einen prognostizierten Bevölkerungszuwachs von circa 0,79 Prozent beziehungsweise 2.400 Personen. Das zeigt eindeutig, dass Mannheim ein attraktiver Wohn- und Lebensstandort ist.“ Vor allem die Gruppe der 20- bis 30-Jährigen wächst stetig, während die 30- bis 40-Jährigen die Stadt Richtung Umland verlassen.

Nach dem Beschluss durch den Ausschuss für Umwelt und Technik soll Anfang nächsten Jahres eine Klausurtagung stattfinden. In dieser wohnungspolitischen Runde sind Vertreter der Mannheimer Wohnungswirtschaft und Mitglieder des AUT. Im Juni 2014 soll die Vorlage „Wohnungspolitisches Programm Wohn.Raum.Stadt II“ beschlossen werden.