Wirtschaft & Arbeit - 26.07.2017

„Wir verstehen uns als menschliche Firewall“

In Zeiten, in denen die Digitalisierung nahezu vollständig unsere Arbeits- und Lebenswelt durchdringt – sei es in der Industrie durch den Einsatz von Robotern oder im privaten Bereich durch Smart Home Technologien – wird Cyber-Sicherheit, also der Schutz von Daten und Informationssystemen, immer wichtiger. Die SAMA PARTNERS Business Solutions GmbH hat sich genau darauf spezialisiert. Wirtschaftsbürgermeister Michael Grötsch besuchte zusammen mit Vertretern der Wirtschaftsförderung das 2010 gegründete Unternehmen in der Mannheimer Eastsite.    

„SAMA PARTNERS ist einer der vielen hidden champions, die wir in unserer Stadt haben. Sie sind wirtschaftlich stark und bergen großes Entwicklungspotenzial. Daher freue ich mich, dass die regelmäßigen Firmenbesuche nicht nur zur Bestandspflege bereits bekannter Unternehmen genutzt werden, sondern auch eine gute Möglichkeit sind, um immer wieder neue, wertvolle Kontakte zu knüpfen und die vielfältige Unternehmerschaft Mannheims weiter kennenzulernen“, so Wirtschaftsbürgermeister Michael Grötsch.
Kontakte knüpfen und die Metropolregion Rhein-Neckar fit für das Zeitalter der Digitalisierung machen sind die Gründe, warum SAMA PARTNERS bereits seit der Gründung des städtischen Netzwerks Smart Production aktives Mitglied ist. Ziel des Netzwerks ist es, die Metropolregion gemeinsam mit lokalen Unternehmen und Forschungseinrichtungen zu einem nationalen Hotspot der Digitalisierung zu etablieren. SAMA PARTNERS ist am derzeit größten Projekt innerhalb des Netzwerks beteiligt: dem Aufbau eines Smart Factory Demonstrators im Mafinex-Technologiezentrum.

SAMA PARTNERS ist ein IT- und Engineering-Beratungsunternehmen, das seine Kunden bei der sicheren Gestaltung von Unternehmens-IT unterstützt, hierfür eine sichere Architektur aufbaut und optimiert sowie individuelle Industrie- und Business-Software entwickelt. „Mittlerweile reicht es nicht mehr aus, sich mit einer einfachen Firewall vor Hacker-Angriffen zu schützen. Bei unseren Beratungen betrachten wir Datenschutz und Informationssicherheit ganzheitlich und individuell, man könnte uns daher als ,menschliche Firewallʼ bezeichnen“, erklärt Dr. Ali Mabrouk, einer der beiden Geschäftsführer und Gründer von SAMA PARTNERS. Etwa 60 Einrichtungen aus den unterschiedlichsten Branchen wie dem Gesundheitswesen, Banken oder Betreiber von Kraftwerken und Produktionsanlagen zählt SAMA PARTNERS zu seinen Kunden.

„Das Sichern von Informationen und Daten hat in Unternehmen immer noch einen geringen Stellenwert, da hiermit kein Geld verdient werden kann. So sehen wir es auch als eine unserer Aufgaben, die Menschen hierfür zu sensibilisieren“, sagt Geschäftsführer Haithem Derouiche. Im vergangenen Jahr richtete das Unternehmen daher erstmals die Cybersecurity Conference Rhein-Neckar aus. Im Dialog mit Experten sollen Wirtschaft, Politik, Bildungseinrichtungen, aber auch Privatpersonen und insbesondere Jugendliche auf das Thema aufmerksam gemacht und ein Bewusstsein geschaffen werden, um Datenschutz und Informationssicherheit zu erhöhen. „Wir möchten die Konferenz als festen Bestandteil des Veranstaltungskalenders in Mannheim etablieren. Aufgrund der großen Teilnehmerzahl im vergangenen Jahr werden wir die Konferenz in ihrer zweiten Ausgabe im Oktober 2017 auf zwei Tage ausweiten“, so Derouiche weiter.

Die Suche nach gut ausgebildeten Fachkräften ist auch bei SAMA PARTNERS ein zentrales Thema. Aktuell sind 40 Mitarbeiter im Unternehmen angestellt, „doch laut unserem Businessplan wollten wir zum jetzigen Zeitpunkt bereits 80 Mitarbeiter beschäftigen“, betont Dr. Mabrouk. Kundennachfragen seien vorhanden, an Fachkräften fehle es hingegen. Daher hat das Unternehmen eine Niederlassung in Tunesien aufgebaut, um IT-Fachkräfte zu akquirieren. Im August wird dort der Betrieb aufgenommen werden. „Wir investieren schon jetzt sehr viel in die Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter. Am neuen Standort sollen die tunesischen Fachkräfte am Goethe Institut die deutsche Sprache und Kultur kennenlernen, damit sie auch in Deutschland eingesetzt werden können.“

In diesem Zusammenhang könnten sich die Geschäftsführer auch vorstellen, an künftigen Delegationsreisen der Stadt teilzunehmen. „Denkbar wäre hierbei eine Zusammenarbeit mit der Mannheimer Gründungszentren GmbH. Das Tochterunternehmen der Stadt Mannheim betreibt die Existenzgründerzentren in unserer Stadt und betreibt Kooperationen auf internationaler Ebene“, erklärt Bürgermeister Grötsch und wird den Kontakt zur mg:gmbh vermitteln.