Wirtschaft & Arbeit - 10.05.2011

Wie das Auto in Mannheim entstand

Wem gebührt die Ehre, als Erfinder des ersten Automobils zu gelten? Dieser Frage ging Winfried Seidel nach. Er las zum 125. Jubiläum der Erfindung des Automobils aus seinem Buch “Tatort Mannheim - Wie das Automobil entstand”.

Tatort Mannheim heißt das Buch, weil Seidel verdeutlichen will, dass das Auto, anders als zum Beispiel von Barack Obama behauptet, in Mannheim erfunden wurde. Stadträtin Gabriele Thirion-Brenneisen begrüßte Seidel und bat ihn darum, “dass Sie uns den Carl und die Bertha Benz nochmal vorstellen”. Ausführlich erläuterte Seidel den Werdegang Benz’ und verdeutlichte gegen welche Widerstände und unter welch widrigen Umständen der Mannheimer das erste Automobil baute. Carl Benz wurde nach dem Tod seines Vaters früh zum Halbwaisen, konnte aber dank des Einsatzes seiner Mutter trotzdem eine Schule besuchen und ein Maschinenbaustudium abschließen. Danach gründete er 1871 seine erste eigene Firma, aus der nach 15 Jahren das erste Automobil hervorging.
Aber auch die Bestrebungen Gottlieb Daimlers, der zusammen mit Wilhelm Maybach ebenso an motorisierter Mobilität arbeitete, kamen in den Schilderungen Seidels nicht zu kurz. Der Württembergische Ingenieur verfolgte jedoch einen anderen Ansatz als Benz. Während der Mannheimer zielgerichtet an der Fertigstellung der pferdelosen Kutsche arbeitete, ersann Daimler etliche weitere Einsatzgebiete seines Motors. So hatte er erste große Erfolge in der Konstruktion von motorbetriebenen Schiffen.
Überhaupt, so Seidel, habe die große Genialität dieser Erfinder nicht darin gelegen, dass sie ein komplett neues Gerät erfanden, sondern darin, wie sie bekannte Technologien neu kombinierten und damit schlußendlich das Automobil erfanden und somit die Zeit einläuteten, “die vom Motor den neuen Pulsschlag erhalten sollte”, so Carl Benz.

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