Sicherheit & Ordnung - 14.09.2012

Taufe des Feuerlöschboots „Metropolregion Rhein-Neckar“

Die Leistung des neuen Feuerlöschboots ist beeindruckend: Es ist schneller als sein Vorgänger, kann ein größeres Einsatzgebiet abdecken und hat außerdem immer ausreichend Material für nahezu alle Aufgaben an Bord. „Metropolregion Rhein-Neckar“ wurde das neue Löschboot von Regierungspräsidentin Nicolette Kressl getauft. Nach drei Jahren Bauzeit wurde es heute offiziell in Dienst gestellt.

„Das neue Löschboot ist das sichtbare Ergebnis einer bundesweit beispielhaften Allianz der BASF SE, der Bundesländer Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, der Stadt Mannheim und dem Arbeitgeberverband Chemie Rheinland-Pfalz, die das Boot gemeinsam geplant und finanziert haben“, freute sich Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz bei der Schiffstaufe.

Das 2,5 Millionen Euro teure Boot ist wie alle Löschboote eine Spezialanfertigung und kann mit seinen leistungsstarken Jet-Antrieben auf bis zu 40 Km/h beschleunigen – so ist die Feuerwehr noch schneller als bisher an ihrem Einsatzort. Das Boot wird nicht nur den Bereich der Feuerwehr Mannheim abdecken, sondern auf dem Rhein von Germersheim bis Worms und auf dem Neckar bis zur Schleuse Neckargmünd im Einsatz sein.

Gemischte Teams aus Mitgliedern der Feuerwehren Mannheim und Ludwigshafen sowie der Werkfeuerwehr der BASF werden auf dem Boot zum Einsatz kommen. „Die Zusammenarbeit der Feuerwehren in der Metropolregion, die bisher bereits ausgezeichnet war, wird sich so weiter verbessern“, ist der Oberbürgermeister überzeugt.

Ministerpräsident Kurt Beck sagte, die Gemeinden, Städte und Landkreise gewährleisteten entlang der Bundeswasserstraße Rhein den Grundschutz bei der Gefahrenabwehr. Die Feuerwehren brauchten für ihren selbstlosen und manchmal auch gefährlichen Einsatz eine gute Ausstattung. Beck: „Das gilt auch für den Einsatz auf dem Wasser. Das Feuerlöschboot ist ein wichtiger Bestandteil im gemeinsamen Konzept zur Gefahrenabwehr auf dem Rhein der Länder Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, sowie Hessen. Das neue Feuerlöschboot ,Metropolregion Rhein-Neckar´ trägt dazu bei, dass die Feuerwehrleute auf dem Rhein mit der neuesten Technik schnell Hilfe leisten können.“

Kurz und Beck erinnerten daran, dass dieses neue Boot ein großer Verdienst des damaligen Mannheimer Oberbürgermeisters, Gerhard Widder, ist. 2007 hatte er auf einem Flug nach Berlin mit Kurt Beck die Finanzierung geklärt und somit dieses Projekt auf den Weg gebracht.

Der baden-württembergische Innenminister Reinhold Gall sagte bei der Taufe: „Die erfreuliche Zunahme des Schiffverkehrs auf dem Rhein birgt leider auch Gefahren. Die Feuerwehr muss sich auf Schiffskollisionen und Brände optimal vorbereiten, um beispielsweise bei Gefahrguttransportern und Hotelbooten Katastrophen zu verhindern. Auf dem Rhein ist dabei länderübergreifende Zusammenarbeit gefragt. Vorbild ist das deutsch-französische Feuerlöschboot in Kehl. Diese Erfolgsgeschichte nimmt nun ihren Fortgang mit der „Metropolregion-Rhein-Neckar“ hier in Mannheim. Bundesweit vorbildlich ist die Kooperation mit Rheinland-Pfalz und besonders hervorzuheben ist, dass sich die BASF SE beteiligt. Eigentlich fehlt nun nur noch ein baden-württembergisch - rheinland-pfälzisches Feuerlöschboot in Karlsruhe. Ich würde es sehr begrüßen, wenn sich die Sicherheitspartner auch für diesen Abschnitt des Rheins in naher Zukunft einigen könnten.“

Rolf Haselhorst, Leiter der Werkfeuerwehr BASF SE begrüßt die Kooperation: „Das neue Feuerlöschboot leistet einen wichtigen Beitrag zur weiteren Verbesserung der Sicherheit der Metropolregion Rhein-Neckar als Industriestandort. Die BASF schätzt die sichtbare Zusammenarbeit mit den Städten Ludwigshafen und Mannheim als wichtigen Standortfaktor.“

Seit Ende Juli trainieren die Besatzungen auf dem neuen Boot, denn im Ernstfall muss jeder Handgriff sitzen. Für den Ersten Bürgermeister und Feuerwehrdezernent Christian Specht ist vor allem die verbesserte Sicherheit der Feuerwehrleute auf dem Boot ein riesiger Pluspunkt. „Das Feuerlöschboot ist explosionsgeschützt und kann daher auch eingesetzt werden, wenn brennbare Flüssigkeiten ausgetreten sind. Sie können mit dem Boot sozusagen direkt ins Feuer fahren, ohne die Einsatzkräfte zu gefährden.“

Darüber hinaus gibt es für Einsätze bei Nacht oder schlechter Sicht fest montierte und mobile Flutlichtstrahler an Bord sowie einen ausfahrbaren Lichtmast auf dem Steuerhausdach. Zur direkten Brandbekämpfung im Hafengebiet verfügt es über zwei Wasserwerfer; Einsatzkräften an Land kann das Boot mit seinen Pumpen rund 14.000 Liter Wasser pro Minute liefern. Havarierte Schiffe lassen sich über Tauchpumpen mit einer Gesamtleistung von 14.000 Litern pro Minute leerpumpen.

Das alte Feuerlöschboot aus dem Jahr 1966 soll in der Übergangszeit noch etwa ein halbes Jahr im Einsatz gehalten werden. Alle Beteiligten hoffen, dass der traditionelle Wunsch nach „allzeit guter Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“ auch dem neuen Löschboot Glück bringt.

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