Wirtschaft & Arbeit - 10.12.2012

Startschuss für M²OLIE

Den „Operationsraum der Zukunft“ zu entwickeln, das ist das Ziel des  interdisziplinären Projekts „Forschungscampus M²OLIE“ (Mannheim Molecular Intervention Environment). M²OLIE liegt der Ansatz zugrunde, die Behandlung insbesondere von Krebserkrankungen durch Eingriffe in die molekularen Strukturen der Körperzellen weiter zu verbessern.

Bundesforschungsministerin Anette Schavan hatte im September M²OLIE als einen der zehn Gewinner der neuen Förderinitiative für öffentlich-private Partnerschaften bekannt gegeben. Das Mannheimer Vorhaben wird über 15 Jahre hinweg mit jährlich bis zu zwei Millionen Euro unterstützt.

Der Startschuss für die weitere Arbeit des Forschungscampus M²OLIE fiel am Freitag im Mafinex-Technologiezentrum. Dort stellten die Projektpartner das Forschungsvorhaben M²OLIE mit seinen einzelnen Bausteinen vor. Durch die Zusammenarbeit zwischen den Universitäten Heidelberg und Mannheim, der Hochschule Mannheim, der Fraunhofer Projektgruppe für Automatisierung in der Medizin und Biotechnologie, des Deutschen Krebsforschungszentrums und der Wirtschaftsförderung der Stadt Mannheim unter Führung der medizinischen Fakultät Mannheim und organisiert vom Institut für Medizintechnologie sowie marktführenden Unternehmen soll eine molekulare medizinische Interventionsumgebung für die Krebstherapie entwickelt werden.

 

Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz unterstrich das große Interesse der Stadt Mannheim an diesem Projekt. M²OLIE habe  standortpolitisch, wirtschaftspolitisch und im Ergebnis gesundheitspolitisch eine enorme Bedeutung. Gerade die Bündelung der Kräfte so vieler forschungsstarker Einrichtungen und Unternehmen aus Mannheim und der Region habe entscheidend zum Gewinn des Forschungscampus-Wettbewerbs beigetragen. M2OLIE biete ein großes Potential für technologische und prozedurale Innovation und bilde einen Schlüssel für verbesserte Ressourcennutzung in modernen Gesundheitssystemen.

 

Für Wirtschaftsbürgermeister Michael Grötsch stellt M2OLIE einen wichtigen Baustein der wirtschaftspolitischen Strategie der Stadt Mannheim dar. Durch das Engagement der städtischen Wirtschaftsförderung als M2OLIE-Partner  solle zusammen mit den beteiligten Unternehmen der Weg der M2OLIE-Forschungsergebnisse in die klinische Versorgungspraxis und damit in eine nachhaltige Vermarktung befördert werden.

 

Rektoren und Prorektoren der beteiligten Universitäten und Hochschulen sowie Industriepartner unterstrichen dabei die besondere Bedeutung und die Perspektiven des Forschungscampus M²OLIE:  In dem Bundeswettbewerb habe sich gezeigt, dass die Medizintechnologie mit neuen Methoden ‚ein Gebiet auf der Gewinnerstraße ist`. Mannheim habe mit M²OLIE ein ‚wichtiges Signal gesetzt‘ und ein ‚eindrucksvolles Gewicht in die Waagschale geworfen‘. Zentrale Voraussetzung für den Erfolg war, dass man es geschafft habe über alle Grenzen hinweg zu kooperieren und die Kooperationen in lebendige Geschäftsmodelle zu überführen.

 

Es wurde deutlich, dass der Ansatz des Forschungsvorhabens M²OLIE komplexere und technologieübergreifendere Lösungen erfordert. Denn solche Eingriffe auf der molekularen Ebene bedürfen nicht nur der Kombination neuartiger Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, sondern auch veränderte Abläufe, an denen neben der Medizin auch Natur- und Ingenieurwissenschaften, Organisations- und Informationswissenschaften beteiligt sind.

 

Zahlreiche Geschäftsführer und Entwicklungsleiter aus Medizintechnologie-Unternehmen der Region nutzten die Chance, sich auf dieser Veranstaltung selbst gezielt und persönlich darüber zu informieren, wie man sich mit komplementären Produktentwicklungsprojekten mit dem eigenen Unternehmen als M2OLIE-Partner einbringen und profitieren kann.

 


Das Clustermanagement Medizintechnologie

Die Wirtschaftsförderung der Stadt Mannheim setzt sich im Rahmen ihrer Wirtschaftspolitischen Strategie für den weiteren Auf- und Ausbau des Clusters Medizintechnologie in Mannheim und der Metropolregion gezielt ein. Kontaktpflege, intensive Beratung und Betreuung der Wissenschaftseinrichtungen und Unternehmen der Medizintechnologie sowie die Akquise weiterer Neuansiedlungen werden von der Mannheimer Wirtschaftsförderung aktiv betrieben. Ergänzt wird das Angebot durch die Gründungsberatung der Stadt Mannheim.

 

NEU: Seit Freitag ist der Internetauftritt www.medtech-mannheim.de online, wo aktuell über das Cluster Medizintechnologie und laufende Aktivitäten informiert wird.