Wirtschaft & Arbeit - 14.11.2018

Stadtspitze besucht Spiegel Institut

Wenn ein Produkt oder ein Service neu auf den Markt kommt, soll dies möglichst nutzerfreundlich sein und den Alltag erleichtern. Damit das gelingt, bringt das Spiegel Institut wertvolle Nutzer- und Kundenperspektiven bereits in den Entstehungsprozess von Produkten und Services ein. Von der Bedarfsanalyse über die Ideenfindung und Konzeptentwicklung bis zur Absicherung und dem Praxistest unterstützt und berät ein interdisziplinäres Team aus Ingenieuren, Psychologen, Sprachwissenschaftlern, Informatikern, Betriebswirten und Experten anderer Fachrichtungen Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen. Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz besuchte mit Vertretern des Fachbereichs für Wirtschafts- und Strukturförderung den Hauptsitz des Spiegel Instituts im Büropark Eastsite in Mannheim-Neuostheim.  

Das in zweiter Generation geführte Familienunternehmen beschäftigt im Mannheimer Headoffice etwa 40 Mitarbeiter, insgesamt sind für das Unternehmen 130 Mitarbeiter an Standorten in Deutschland und China tätig. „Bei uns ist in zweierlei Hinsicht viel Bewegung im Unternehmen. Zum einen bringt es die Branche mit sich, dass unsere Mitarbeiter viel unterwegs sind, da sie oftmals Studien direkt beim Kunden vor Ort durchführen. Zum anderen versuchen wir, unseren Mitarbeitern ein flexibles Arbeiten zu ermöglichen, bieten beispielsweise Teilzeit-Modelle oder Home-Office an“, erklärte Geschäftsführer Andreas Baur. Ein rollierendes System, bei dem auch Schreibtische getauscht werden, gibt es ebenfalls im Unternehmen. „Das sorgt für frische Sichtweisen und innovative Ideen“, so Baur weiter.

Nach einer kurzen Vorstellung des Unternehmens durch Uta und Götz Spiegel, Gesellschafter und Kinder des Firmengründers, folgte ein etwas anderer Rundgang durch die Räumlichkeiten, der einen spannenden Einblick in die Arbeit und innovativen Methoden des Spiegel Instituts eröffnete. Dabei begab sich die städtische Delegation auf einen Ausflug mit VR-Brille und Kopfhörern in die virtuelle Realität, eine Fahrt auf verschneiter Straße im Fahrsimulator sowie eine reale Testfahrt im Elektroauto mit interaktiver Erhebungs-App. Deutlich wurde dabei, dass das Spiegel Institut darauf spezialisiert ist, für die Automobilindustrie Studien mit neuester Technik durchzuführen – ob bei der Entwicklung neuer Mobilitätskonzepte, im Bereich der Elektromobilität oder beim Erarbeiten innovativer Infotainment- und Fahrerassistenzsystemen. Durchgeführt werden diese Studien etwa im institutseigenen Fahrsimulator oder anhand von Prototypen, die noch nicht auf dem Markt sind. Doch auch in der klassischen Marktanalyse unterstützt das Institut Unternehmen, um Produkte und Services noch kundengerechter gestalten zu können. So arbeitet etwa die Wirtschaftsförderung der Stadt Mannheim mit dem Institut zusammen und lässt regelmäßig Studierende der Mannheimer Hochschulen befragen, um noch besser auf deren Belange eingehen und den Bildungsstandort weiterhin attraktiv gestalten zu können.

Ein möglicher Anknüpfungspunkt für eine zusätzliche Zusammenarbeit zwischen Spiegel Institut und Stadt Mannheim könnten die China-Aktivitäten, die beide Seiten verfolgen, sein: Seit mehr als zehn Jahren ist das Institut auf dem chinesischen Markt aktiv. Mit Büros in Beijing und Shanghai führen die Mitarbeiter Studien in China durch und bieten Seminare zu den vergangenen wie aktuellen kulturellen und gesellschaftlichen Veränderungen in China an, um ein tieferes Verständnis für chinesische Lebenswelten und daraus resultierende Verhaltensweisen zu schaffen. Die China-Strategie der Stadt Mannheim zielt darauf ab, den chinesischen Markt für lokale Unternehmen zu erschließen und chinesische Unternehmen in der Quadratestadt anzusiedeln. Gleichzeitig baut die Stadt systematisch ihre Kontakte ins Reich der Mitte aus und stellt diese Unternehmen zur Verfügung. Erst Ende Oktober wurde eine direkte Güterzugverbindung zwischen Mannheim und der Metropole Chongqing in Südwestchina eröffnet.

„Dass das Spiegel Institut erfolgreich in China aktiv ist, geben wir gerne an die bei uns zuständigen Ansprechpartner weiter. Denn auch für die Stadt Mannheim ist der chinesische Markt von großer Bedeutung, so ist in der deutsch-chinesischen Kooperation beispielsweise die Elektromobilität ein zentrales innovationspolitisches Thema“, sagte Oberbürgermeister Dr. Kurz. „Aber auch in anderen Belangen, etwa bei der Rekrutierung von qualifizierten Mitarbeitern für Ihren Hauptsitz, können Sie sich gerne an uns wenden, wenn Sie Unterstützung benötigen“, fügte Dr. Kurz hinzu und verwies darauf, dass die Betreuung ortsansässiger Firmen zentraler Bestandteil der Arbeit der Wirtschaftsförderung ist. Mit den regelmäßig stattfindenden Firmenbesuchen möchten Stadtspitze und Wirtschaftsförderung in Kontakt mit den Unternehmen bleiben, um sich über aktuelle Themen und Belange, die im Unternehmen oder am Standort anliegen, auszutauschen und, wenn möglich oder nötig, Unterstützung zu bieten. 

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