Umwelt & Verkehr - 10.12.2010

Solaranlage auf Deponie in Betrieb genommen

Auf der stillgelegten Altdeponie Friesenheimer Insel hat die Abfallwirtschaft Mannheim in den letzten vier Monaten die bisher größte Fotovoltaikanlage Mannheims gebaut. Auf rund zwei Hektar der nach Süden gerichteten Böschung wurden rund 4.800 Module installiert. Sie erbringen eine Leistung von 1.110 kWp.

„Die Inbetriebnahme der Fotovoltaikanlage auf der Friesenheimer Insel ist ein wichtiger Baustein zur Verwirklichung der Klimaschutzkonzeption 2020“, bewertet Bürgermeister Lothar Quast das Projekt. „Mit circa einem Megawatt Leistung ist die Anlage bisher eine der größten Anlagen in der Region. Sie ist eine sinnvolle Nutzung für eine Altdeponie“, so der Umweltdezernent weiter.

Der Kostenrahmen von rund drei Millionen Euro wurde eingehalten. Die Anlage ist darauf ausgelegt, mindestens 20 Jahre Strom zu erzeugen. Dieser Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist. Mit der erzeugten Energie können rechnerisch rund 350 Einfamilienhäuser im Jahr versorgt werden. Rund 710 Tonnen CO2 werden mit der Fotovoltaikanlage auf dem höchsten Berg Mannheims durch Einsparung von fossilen Brennstoffen jährlich vermieden.

Das von der Abfallwirtschaft Mannheim beauftragte Generalunternehmen, die Firma Goldbeck Solar GmbH aus Hirschberg, kam zügig voran, denn nach weniger als vier Monaten Bauzeit war die Anlage am Hang der Altdeponie bereit, Strom in das öffentliche Netz einzuspeisen. „Die Fotovoltaikanlage konnte bereits am 22. November, noch vor dem vertraglichen Bauende in Betrieb genommen werden. „Und das trotz schwieriger Hanglage“ erklärt Helmut Seeber, Betriebsleiter der Abfallwirtschaft Mannheim.

Witterungsbedingt kam es zunächst zu Verzögerungen bei der Oberflächenabdichtung, die von der Fa. Bilfinger Berger Umweltsanierung GmbH gebaut wurde. Während dort die letzten Arbeiten durchgeführt wurden, hatte die Fa. Goldbeck Solar GmbH bereits mit der Gründung der Solarmodule begonnen. Die Solarmodule sind an Profilen, die etwa 1,8 Meter tief in den Boden gerammt wurden, befestigt. Sie tragen die Konstruktionen für 4.767 Module. Aufgrund der guten Zusammenarbeit zwischen den beiden Firmen gab es keine Schwierigkeiten und es kam nicht zu Verzögerungen beim Bau der Solaranlage.

Normalerweise wird die Oberfläche einer stillgelegten Deponie nach der Abdichtung begrünt. In Mannheim soll aus den begrünten Teilen später sogar ein Landschaftsschutzgebiet werden. Dass nun ein Teil der Altdeponie zur Erzeugung erneuerbarer Energien genutzt wird, sei sicherlich eine sinnvolle Investition, so Quast.

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