Politik & Verwaltung - 26.10.2020

Siegerentwurf zur Schafweide gekürt

Die Entscheidung in der Konzeptvergabe Schafweide ist gefallen. Am Donnerstag, den 22. Oktober 2020, tagte das Preisgericht und traf für das bislang unbebaute Grundstück an der Ecke Friedrich-Ebert-Straße und der Straße Schafweide folgende Entscheidung einstimmig:

1.Preis: BRUTSCHIN Wohnbau (Waiblingen) mit STEINHOFF / HAEHNEL ARCHITEKTEN (Stuttgart) und gessweinlandschaftsarchitekten (Schorndorf)
2.Preis: Bamac GmbH und Tröndle Bauträger (Mutterstadt) mit STUDIO SF Simon Fischer & Architekten (Mannheim) und Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten (München)
3.Preis: Instone Real Estate Development (Stuttgart) mit h4a Gessert + Randecker Architekten, (Stuttgart) und Gänßle + Hehr Landschaftsarchitekten, Esslingen)
Anerkennung: BiNova Immobilien (Kressbronn) mit weinbrenner.single.arabzadeh. (Nürtingen) und faktorgruen Landschaftsarchitekten (Freiburg)
Anerkennung: Bien-Ries (Hanau) mit grabowski.spork (Wiesbaden) und Bittkau-Bartfelder Landschaftsarchitekten (Wiesbaden)

Das Grundstück Schafweide liegt in ebenso attraktiver wie städtebaulich prägnanter Lage in unmittelbarer Nachbarschaft des geplanten Neubaus für das SWR-Studio Mannheim-Ludwigshafen und des Neckarufers. Durch seine Wasserlage und die Innenstadtnähe kommt dieser Fläche eine ganz besondere Bedeutung zu. Die Stadt Mannheim führt dieses Areal nun einer baulichen Entwicklung zu, die der herausragenden Stellung des Standorts angemessen ist.

Für die Auswahl des Investors, an den das Grundstücks veräußert werden soll, wurde im Sommer dieses Jahres eine Grundstücksvergabe nach Konzeptqualität gestartet. Kern des Verfahrens ist ein Wettbewerb, in dem Investoren in Teams mit Architekten und Landschaftsarchitekten konkrete planerische Vorschläge für die Bebauung eingereicht haben. Insgesamt beteiligten sich 20 Teams mit einem Wettbewerbsbeitrag am Verfahren.

Auf dem ca. 5.200 m² umfassenden Grundstück soll eine Wohnbebauung mit ergänzenden wohnverträglichen Nutzungen sowie einer Kindertageseinrichtung entstehen, die in ganzheitlich hoher Qualität zukünftigen Anforderungen Rechnung trägt. Die Bewertung erfolgte gemäß dem Beschluss der Stadt Mannheim zur Vergabe städtischer Grundstücke nach Konzeptqualität anhand der drei Schwerpunkte „Nutzungskonzept“, „Städtebau/Architektur“ und „Ökologie/Freiraum“, aus denen differenzierte Bewertungskriterien abgeleitet wurden.

Die prämierten Arbeiten werden den Bewertungskriterien aus Sicht der Jury in besonders hohem Maße gerecht. Die mit dem 1.Preis ausgezeichnete Arbeit überzeugte mit dem Ansatz „gestapeltes Grün in der Stadt“ als modularer Holzbau mit flexiblem Grundriss-System, Gemeinschaftsflächen und begrünten Terrassen und Pflanzbereichen auf allen Geschossen, die sich über den Innenhof zum Neckar hin abtreppen.

„Mit dem Verfahren konnten wir auch einen weiteren Punkt des 12-Punkte-Programms vorantreiben: das Quotenmodell für preisgünstigen Mietwohnungsbau. Wir haben den Investoren vorgegeben, dass mindestens 30 % der neu entstehenden Wohneinheiten als preisgünstige Mietwohnungen angeboten werden müssen. Im Sinne des bestmöglichen Nutzungskonzepts galt es ein möglichst vielfältiges Wohnungsangebot für breite Schichten zu schaffen“, erklärt Baubürgermeister Lothar Quast.

Klaus Elliger, Fachbereichsleiter Geoinformation und Stadtplanung, lobt zudem das Ziel der Zertifizierung des Quartiers nach DGNB-Standards im Sinne eines ganzheitlichen ökologischen Ansatzes sowie das ambitionierte Materialkonzept der Holz-Hybridbauweise.

Das Verfahren war nicht zuletzt deswegen erfolgreich, weil die Anregungen der Bürgerschaft in das Verfahren eingebunden wurden: sowohl bei der Erarbeitung der Aufgaben- und Zielstellung, als auch im Vorfeld der Preisgerichtssitzung mit konstruktiven Hinweisen zu den genannten drei Bewertungsschwerpunkten.

„Insgesamt freut sich die Stadt Mannheim über ein erfolgreiches Wettbewerbsverfahren, in dem aus einer großen Bandbreite ein exzellenter Entwurf ausgewählt wurde. Wir sind überzeugt, dass dieser eine hervorragende Basis für den weiteren Projektverlauf bietet“, schließt Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz.

Im Anschluss an das Verfahren soll das Grundstück unter Würdigung der Empfehlungen des Preisgerichts sowie unter Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen städtischen Gremien an den Investor des Teams veräußert werden, dessen Entwurf mit dem 1. Preis ausgezeichnet wurde.

Alle eingereichten und bewerteten Arbeiten sind online unter www.mannheim-gemeinsam-gestalten.de eingestellt.

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