Gesundheit - 08.04.2022

„Sie sind das wichtigste Glied der Blutversorgung!“

Langjährige Blutspender*innen mit goldener Ehrennadel ausgezeichnet

85 Bürger*innen der Stadt Mannheim haben sich an den Blutspende-Aktionen des DRK-Blutspendedienstes Baden-Württemberg-Hessen vom 1. November 2020 bis 31. Oktober 2021 beteiligt, für die sie mit der Blutspender-Ehrennadel des DRK (ab zehn Spenden) ausgezeichnet wurden. Neun von ihnen haben insgesamt bereits mehr als 75 Blutspenden abgegeben - einer sogar 200 Mal! Für ihren großen Einsatz für andere Menschen erhielten sie bei einem Empfang im Rathaus die goldene Ehrennadel des DRK sowie Urkunden, die ihnen  der Mannheimer Gesundheitsbürgermeister Dirk Grunert überreichte.

„Selbst das beste medizinische Versorgungssystem ist bei Krankheiten oder lebensgefährlichen Verletzungen ohne Blutpräparate nahezu machtlos. Blutspender*innen sind daher das wichtigste Glied in dieser Rettungskette, ihre Blutspenden stehen – untersucht und aufbereitet nach dem neuesten Stand von Wissenschaft und Technik – jederzeit bereit, um rund um die Uhr an 365 Tage im Jahr allen Patient*innen zu helfen, die darauf dringend angewiesen sind“, würdigte Grunert das Engagement der Spender*innen.

Die Ehrennadel in Gold und Urkunden für 75 Spenden wurde an Tanja Elmer verliehen sowie für 100 Spenden an Hanko Onken, Michael Schwechheimer und Jürgen Temp. Für 150 Spenden wurden Ute Falkenstein und Bernd Henn geehrt. Ganze 200 Spenden hat Volker Senft abgegeben, für die er geehrt wurde. Die nicht anwesenden Spender*innen sowie diejenigen mit den Ehrungsstufe für 10, 25 und 50 Spenden erzielten die Urkunden per Post mit einem Begleitschreiben des Oberbürgermeisters.

„Blutspenden rettet Leben. Patient*innen verdanken ihr Leben Menschen, die sie nie zuvor getroffen haben. Sie verdanken ihr Leben Menschen, die ihr Blut freiwillig und uneigennützig spenden. Menschen wie Sie, die beim Deutschen Roten Kreuz Blut spenden, tun dies auf freiwilliger und unentgeltlicher Basis. Sie helfen damit anderen, die dringend Blut beziehungsweise Blutbestandteile-Präparate benötigen und sind somit das wichtigste Glied der Blutversorgung!“, dankte Grunert den Geehrten.

Trotz intensiver Forschung sei es bis heute noch nicht gelungen, Blut durch andere Stoffe zu ersetzen oder künstlich herzustellen. Viele Operationen, Transplantationen und die Behandlung von Patienten mit bösartigen Tumoren seien nur dank moderner Transfusionsmedizin möglich, so der Gesundheitsdezernent. Heute sind der überwiegende Teil der Blutempfänger*innen Patient*innen mit bösartigen Erkrankungen: Kinder Jugendliche und Erwachsene mit Blutkrebs (Leukämie), Lymphknoten-Krebs oder anderen Krebserkrankungen sowie  Patient*innen, die nach einem Unfall starken Blutverlust erlitten haben, an starken Verbrennungen leiden, eine Organtransplantation benötigen oder die Komplikationen bei der Geburt erleiden, führte er aus.

Prof. Dr. Michael Müller-Steinhardt, Bereichsleiter Blutspende des DRK-Blutspendedienstes Baden-Württemberg-Hessen, dankte in seiner Ansprache der Stadt Mannheim dafür, dass sie mit dieser Veranstaltung das Engagement der Spender*innen würdigt. „Ihr Dienst am Gemeinwohl ist für die Gesellschaft unersetzlich, Sie sind unersetzlich – und das voraussichtlich noch lange Zeit. Sie sind ein leuchtendes Beispiel, denn nur etwa drei bis vier Prozent aller Blutspendefähigen gehen überhaupt zum Spenden. Insofern sind Sie ein Vorbild, das mit gutem Beispiel vorangeht“, sagte er in Richtung der Geehrten. Die Medizin sei dringend auf die Spenden angewiesen, da es nach wie vor nicht möglich sei, Blut anderweitig zu ersetzen.

Für sie alle sei Blut zu spenden eine Herzensangelegenheit, betonten die Geehrten, die zum Teil schon seit Jahrzehnten regelmäßig in Abstand von wenigen Wochen Blut spenden.

Der Gesundheitsbürgermeister appellierte an alle Bürger*innen, ebenfalls mitzuhelfen, Leben zu retten und selbst Blutspender zu werden. Denn durch den demografischen Wandel fielen immer mehr langjährige Blutspender*innen aufgrund der Altersgrenze oder gesundheitlicher Probleme aus. Deshalb brauche es mehr junge Menschen, die bereit sind, sich zu engagieren, um die Versorgung und das solidarische System zu sichern.

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