Bauen & Wohnen - 25.01.2011

Restaurierter Marktplatzbrunnen eingeweiht

Originalgetreu vergoldet und mit schmiedeeisernem Zaun präsentiert sich der im letzten Jahr restaurierte Marktplatzbrunnen. Am 25. Januar übergaben Erster Bürgermeister Christian Specht und Bürgermeister Lothar Quast zusammen mit dem Vorstandsvorsitzenden des Vereins Stadtbild Mannheim, Dr. Lothar Stöckbauer, das Denkmal auch offiziell wieder der Öffentlichkeit.

„Wir wollen das Gesamtensemble am Marktplatz mit dem Denkmalbrunnen, dem Alten Rathaus und der Pfarrkirche St. Sebastian wieder möglichst weit seinem historischen Originalzustand annähern“, verbindet Erster Bürgermeister und Immobilien-Dezernent Christian Specht die abgeschlossene Sanierung des Brunnens mit der noch laufenden Baumaßnahme am südlichen Marktplatzrand. „Dabei hat es der Verein Stadtbild Mannheim ermöglicht, bei der Sanierung des Denkmals auch den ursprünglichen Zaun wieder originalgetreu herzustellen.“ In vielen europäischen Städten sind wertvolle historische Einzeldenkmäler traditionell eingezäunt, um die Bedeutung des Kunstwerks hervorzuheben.

„Der Marktplatz ist durch den restaurierten Brunnen ein gutes Stück attraktiver geworden“ freute sich Quast. „Hier hat sich der Verein Stadtbild einmal mehr außerordentlich engagiert. Ohne seine die Hilfe hätten wir das nicht erreicht“ bedankte sich Quast bei Stöckbauer für dessen Einsatz. „Die enge Zusammenarbeit mit dem Verein und seinem Vorsitzenden Herrn Dr. Stöckbauer hat eine lange und gute Tradition.“

Der historische Zaun konnte als Replik wieder hergestellt werden, weil der Verein Stadtbild e.V. mit großem Engagement durch eine Spendenaktion die dafür notwendigen 40 000 Euro komplett aufgebracht hatte. In die Instandsetzung des Denkmalbrunnens und die originalgetreue Vergoldung investierte die Stadt insgesamt 130 000Euro.

Die Figuren des Marktplatzdenkmals wurden 1719 von Peter van den Branden im Auftrag Karl Philipps ursprünglich für den Heidelberger Schlossgarten geschaffen. Sie verkörperten die vier Elemente: einen Wassergott, eine weibliche Gestalt mit dem Füllhorn haltenden Knaben, die den Reichtum der Erde darstellen, den Götterboten Merkur als Symbol der Luft und die Sonne in seiner Linken für das Feuer. Kurfürst Karl Theodor ließ die Gruppe 1763 nach Schwetzingen bringen und bei der Orangerie aufstellen. 1767 schenkte er sie der Stadt Mannheim und ließ sie dazu auf Kosten der Stadt zu einer Allegorie mit einem auf Mannheim bezogenen Thema umarbeiten. Der Sohn des ursprünglichen Künstlers, Johann Matthäus van den Branden, wurde damit beauftragt, den Aufschwung Mannheims durch die vom Handelsgott Merkur umarmte Stadtgöttin Mannheimia am Zusammenfluss von Rhein und Neckar dazustellen.

Wie auch der Grupellobrunnen auf dem Paradeplatz war auch der Marktplatzbrunnen bis zur Einrichtung einer zentralen Wasserversorgung im Jahre 1888 zunächst ein reiner Zierbrunnen. Erst nach dem Bau einer Wasserleitung Ende des 19. Jahrhunderts fing er an zu sprudeln. Damals kamen die vier Brunnenschalen hinzu. Beim Bau der Tiefgarage unter dem Marktplatz vor ca. 30 Jahren wurde das Denkmal völlig freigestellt. Mit der jetzigen Restaurierung wurde auch das Ziergitter, das dem Denkmal seine historischen Proportionen zurückgibt, wieder angebracht.

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