Umwelt & Verkehr - 14.09.2011

Rauchfreie Spielplätze in Mannheim

Rauchen auf Spielplätzen ist sowohl ein gesellschaftliches als auch ein gesundheitliches Problem. Denn rauchende Personen sind nicht nur ein schlechtes Vorbild, die Zigarettenkippen stellen wegen ihrer Giftigkeit besonders für Kinder eine Gefahr dar. Um die Kinder davor künftig besser zu schützen, stellt die Stadt Mannheim auf 190 öffentlichen Spielplätzen neue Warnhinweise auf.

„Die größte Gefahr besteht nach einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (dkfz) Heidelberg darin, dass Kinder weggeworfene Zigarettenkippen, die zum Beispiel im Sand liegen, in den Mund nehmen und Vergiftungen erleiden“, sagt Bau- und Umweltbürgermeister Lothar Quast. Bereits die geringe Anzahl von einer bis drei verschluckten Zigarettenkippen könne bei Kleinkindern Symptome einer Vergiftung wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall hervorrufen.

Das erste Schild enthüllte Markus Roeihng, Leiter des Fachbereichs Straßenbetrieb und Grünflächen der Stadt Mannheim auf dem Spielplatz in der Dammstraße. „In den nächsten Wochen statten wir 190 öffentliche Kinderspielplätze mit dieser Beschilderung aus“, erklärte er. Die Schilder werden an den Hauptzugangswegen aufgestellt. Da es sich in der Regel um zwei Eingänge handelt, müssen circa 380 Schilder aufgestellt werden. „Durch eine gut sichtbare Beschilderung an den Spielplätzen kann ein sehr wirksamer Rauchverzicht auf Kinderspielplätzen erreicht werden“, so Roeingh. Denn Untersuchungen des dkfz haben ergeben, dass für die Wirksamkeit des Rauchverbots auf Spielplätzen die Kommunikation wichtiger ist, als gesetzliche oder kommunale Regelungen. Laut dkfz ist die Beschilderung ausreichend, Raucher vom Rauchen auf Spielplätzen abzuhalten, da sie auf die soziale Mitverantwortung für Kinder setzt.

Den Beschluss zum Aufstellen der Schilder fasste der Mannheimer Gemeinderat Anfang 2011. Im Rahmen der Diskussion zur neue Polizeiverordnung wurde seitens des Mannheimer Gemeinderates die Frage an die Verwaltung gerichtet, in welcher Form ein Rauchverbot auf öffentlichen Spielplätzen zum Schutz der Kinder durchsetzbar wäre. Die Gesamtkosten für die Maßnahmen betragen zwischen 20.000 und 30.000 Euro.

 

Hintergrund:

Drei Bundesländer legten im Rahmen des Nichtraucherschutzgesetzes ein Rauchverbot auf Spielplätzen fest: Bayern, Brandenburg und Saarland. In verschiedenen Städten gibt es kommunale Rauchverbote auf Spielplätzen, beispielsweise in Heidelberg, Bottrop, Magdeburg, Köln und Wolfsburg. Andere Städte und Gemeinden verbieten zumindest das Wegwerfen von Kippen auf Spielplätzen, zum Beispiel Bremerhaven, Borna in Sachsen oder Heusenstamm in Hessen.