International - 19.07.2018

Projekte der Städte können Brücken bauen

2013 hat die Stadt Mannheim ein Memorandum of Understanding mit der palästinensischen Stadt Hebron abgeschlossen und arbeitet seither in enger Kooperation, insbesondere im Bereich der Existenzgründungsförderung mit Hebron zusammen. Im Rahmen dieser Projektpartnerschaft ist derzeit eine Delegation kommunaler Fachexperten, unter Leitung des neu gewählten Bürgermeisters der Stadt Hebron, Taysir Abu Sneineh, zu Besuch in Mannheim. Heute (19. Juli 2018) unterzeichneten Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz und das palästinensische Stadtoberhaupt einen Vertrag für das bislang größte entwicklungspolitische Projekt der Stadt Mannheim. Außerdem ist dieses Projekt das bislang finanziell größte durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geförderte kommunale Entwicklungsprojekt in den palästinensischen Gebieten und das derzeit einzige kommunale Projekt für Entwicklungszusammenarbeit in Palästina, bei dem die Förderung innovativer Unternehmensgründungen explizit im Fokus steht.

Entwicklungspolitisches Projekt „Hebron-Mannheim Co-Working Lab“

Das Projekt „Hebron-Mannheim Co-Working Lab“ hat zum Ziel, einen kollaborativen Arbeitsort für junge Unternehmensgründerinnen und Gründer zu schaffen und eine internationale Startup Szene in Hebron aufzubauen. Das Projekt wird über das entwicklungspolitische Programm „Nachhaltige Kommunalentwicklung durch Partnerschaftsprojekte“ (NAKOPA) der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert. Die Projektfördersumme liegt bei rund 210.000 Euro.

Mit diesem Geld sollen insgesamt 20 moderne Arbeitsplätze für Unternehmensgründungen in Hebron eingerichtet werden. Außerdem geht es in dem Projekt darum, Kompetenzen zu vermitteln und einen Wissenstransfer zwischen Mannheim und Hebron zu initiieren. Deshalb wird es auch ein umfassendes Trainings- und Coaching-Programm in beiden Städten zum nachhaltigen Aufbau eines Startup-Ökosystems in Hebron geben.

„Die Kooperation zwischen Mannheim und Hebron ist auch deshalb besonders, weil der Impuls für die Zusammenarbeit mit einer palästinensischen Stadt ging ursprünglich vom Bürgermeister unserer Partnerstadt Haifa aus. Dies ist ein wichtiges Zeichen, das ich gerne auch Ihnen, lieber Kollege Abu Sneineh, mitteilen möchte“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz beim Empfang für seinen Amtskollegen im Rathaus. Er betonte, dass der Beitrag, den die Städte für Verständigung und Dialog leisten könnten, nicht zu unterschätzen sei. „Die Kooperation mit Hebron ist außerordentlich verlässlich. Sie ist vor allem auch ein Beispiel dafür, wie intensive und konkrete Projekte zwischen Europa und der MENA-Region gestaltet werden können.“

Die mg:gmbh unterstützt als Kompetenzträger das Projekt mit der Stadt Hebron im erheblichen Maße. So gibt es bereits jetzt eine enge Zusammenarbeit auch mit lokalen Mannheimer Startups, die ihre Expertise in das Projekt einbringen. Das Projekt ist damit ein einzigartiges Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Akteuren auf kommunaler Ebene und der lokalen Startup-Szene in einem entwicklungspolitischen Kontext.

Parallel zu diesem Empfang findet so auch der erste Projektworkshop kommunaler Mitarbeiter des Startup Centers aus Hebron in Mannheim statt, ein umfassendes viertägiges Coaching zu den Themen Management eines Co-Working Centers und Aufbau eines Startup-Ökosystems

Mit dem Co-Working Lab führt die Stadt Mannheim bereits das zweite kommunale Entwicklungsprojekt in Hebron durch. Schon 2016 konnte die Stadt Mannheim erfolgreich mit Mitteln des BMZ ein deutsch-palästinensisches Kooperationsprojekt im Bereich des Abwassermanagements durchführen.

 

Medien