Gesundheit - 25.11.2019

Plakataktion in Straßenbahnen zum Welt-AIDS-Tag

Gesundheitsamt informiert über seine Beratungsangebote

Am 1. Dezember ist Welt-AIDS-Tag. Nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) leben in Deutschland 87.900 HIV-positive Menschen. Darüber hinaus rechnet das RKI mit etwa 10.600 Menschen, die mit dem HI-Virus infiziert sind, dies aber nicht wissen. Im Jahr 2018 haben sich geschätzt 2.400 Personen in Deutschland mit HIV infiziert, 2017 waren es 2.500 Neuinfektionen. Im Jahr 2018 sind in Deutschland geschätzt 440 Menschen an HIV gestorben, seit Erfassungsbeginn 29.200 Menschen. Dank der Weiterentwicklung moderner Kombinationstherapien und besserer Behandlungsmethoden im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit ist die Zahl der Todesfälle aber rückläufig.

Mehr Menschen Weg zur Therapie ermöglichen    
Dennoch hängt die Prognose einer HIV-Infektion weiterhin entscheidend davon ab, wie frühzeitig nach der Infektion sie festgestellt wird. Im Jahr 2018 wurden etwa 32 Prozent der HIV-Infektionen erst mit einem fortgeschrittenen Immundefekt und etwa 15 Prozent erst mit dem Vollbild AIDS diagnostiziert. Diese Anteile verlaufen seit dem Jahr 2005 sehr konstant. Ein Ziel muss es daher sein, mehr Menschen durch Beratung und Testung den Weg zu einer antiretroviralen Therapie zu ermöglichen.

Der Anteil von Menschen mit HIV, die eine antiretrovirale Behandlung erhalten, hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen und liegt inzwischen bei 93 Prozent. Bei 95 Prozent der Behandelten ist die Behandlung erfolgreich, sodass die Behandelten nicht mehr infektiös sind und eine gute Lebenserwartung haben. Seit 2015 empfehlen die HIV-Behandlungsleitlinien, jede diagnostizierte HIV-Infektion in Deutschland umgehend antiretroviral zu therapieren. Die Empfehlung, Kondome zu benutzen, bleibt weiter ein Grundpfeiler der Prävention von HIV und weiteren sexuell übertragbaren Infektionen.

Um auf die Beratungs- und Testangebote in der Metropolregion hinzuweisen, initiiert die Beratungsstelle für sexuell übertragbare Infektionen/AIDS–Beratung (STI/AIDS-Beratung) der Stadt Mannheim in Kooperation mit dem STI/HIV-Netzwerk Metropolregion Rhein-Neckar anlässlich des Welt-AIDS-Tags wieder eine Plakataktion in der OEG-Linie 5 sowie in Straßenbahnen in Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg. Zwei Wochen lang sollen die ausgehängten Plakate die Bürger*innen informieren und für das Thema sensibilisieren.

Beratungsangebote der Stadt verstärkt nachgefragt    
Bei der Stadt Mannheim wurden die anonymen und kostenlosen Beratungs- und Testangebote des Gesundheitsamts zu sexuell übertragbaren Infektionen im Jahr 2019 verstärkt nachgefragt: So wurden bis Ende Oktober bereits über 5.670 Tests zu sexuell übertragbaren Infektionen (HIV, Syphilis, Chlamydien, Gonorrhoe, Hepatitis) in Anspruch genommen. Im Vergleich zu den Vorjahren (2018: 4100 Tests,  2017: 3.200 Tests) bedeutet dies eine deutlich gestiegene Nachfrage nach Beratung und Testung.

„Diese größere Nachfrage belegt, wie wichtig die Verfügbarkeit solcher Testangebote für die Bürgerinnen und Bürger ist“, erklärt Gesundheitsbürgermeister Dirk Grunert.

In den vergangenen Jahren stand für die meisten Klienten der STI/AIDS-Beratung das HIV-Testangebot im Vordergrund. Inzwischen werden aber auch zunehmend Tests bezüglich anderer sexuell übertragbarer Infektionen, insbesondere Chlamydien und Gonorrhoe sowie Syphilis, nachgefragt. Angesichts der hohen Fallzahlen bei Syphilis – es gab im Jahr 2018 in Deutschland 7.353 Neudiagnosen – sieht die STI/AIDS-Beratung der Stadt dabei einen Schwerpunkt ihrer Arbeit.

Das Gesundheitsamt warnt nachdrücklich vor dem Risiko, sich bei ungeschützten Sexualkontakten mit Gonokokken, dem Erreger der Gonorrhoe, zu infizieren. Die Multiresistenzen bei Gonokokken haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, sodass eine Therapie der Gonorrhoe in der Regel nur noch mit Reserveantibiotika gelingt.

Insgesamt sind die AIDS-Zahlen in Deutschland im weltweiten Vergleich relativ günstig, dennoch wird jedem nicht monogam lebenden, sexuell aktiven Menschen empfohlen, sich nach Risikosituationen auf HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen testen zu lassen.

Weitere Informationen zu sexuell übertragbaren Infektionen bietet der
Fachbereich Jugendamt und Gesundheitsamt der Stadt Mannheim,
Beratungsstelle für sexuell übertragbare Infektionen/AIDS-Beratung
R 1, 12; 68161 Mannheim
Telefon: 0621-293 2249
http://www.mannheim.de/buerger-sein/sti-aids-beratung

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