International - 29.05.2018

Pilotprojekt in Chişinău und in Czernowitz

„Den öffentlichen Raum neu denken. Bürger gestalten ihre Zukunft“ – dies ist der Titel und zugleich gesetztes Ziel der seit 2017 laufenden Projektpartnerschaft zwischen der Stadt Mannheim, der moldawischen Partnerstadt Chişinău und der ukrainischen Stadt Czernowitz. Im Rahmen der Zusammenarbeit tauschen sich kommunale Experten der drei Städte zum Thema der nachhaltigen Stadtentwicklung aus und arbeiten gemeinsam an der Umsetzung eines Pilotprojekts zur Umgestaltung eines öffentlichen Platzes in Chişinău und Czernowitz unter aktiver Beteiligung der Bürgerschaft.

Nach dem erfolgreichen Auftaktworkshop zum Erfahrungsaustausch im Bereich der integrierten Stadtentwicklung im Januar dieses Jahres in Mannheim ging das Projekt nun in die nächste Phase. Eine Fachdelegation bestehend aus kommunalen Experten der Stadtplanung der Stadt Mannheim reiste erstmals in die ukrainische Stadt Czernowitz zur fachlichen Unterstützung des ersten Bürgerworkshops vor Ort. Im Rahmen des zweitätigen Fachaustauschs hatte die Mannheimer Delegation die Möglichkeit, gemeinsam mit den Kollegen aus Czernowitz und Chişinău den aktuellen Projektfortschritt zu diskutieren, den Erfahrungsaustausch zu vertiefen und insbesondere den ausgewählten öffentlichen Platz vor Ort zu begehen und schließlich den ersten Bürgerworkshop beratend zu begleiten.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger der Stadt Czernowitz wurden eingeladen, um sich an dem Umgestaltungsprozess eines öffentlichen Platzes zu beteiligen und ihre Ideen und Vorstellungen miteinzubringen. Der öffentliche Platz in Czernowitz soll zu einem nachhaltigen, sicheren, attraktiven und barrierefreien Lebensbereich umgestaltet werden. Die Delegation zeigte sich dabei besonders beeindruckt von dem großen Interesse der Bürgerinnen und Bürger Czernowitz an dem ersten Beteiligungsworkshop. Derartige partizipative Ansätze hat es bislang in der ukrainischen Stadt Czernowitz in dieser Form nicht gegeben. Den Bürgern vor Ort wurden damit ganz neue Möglichkeiten der Beteiligung und Mitbestimmung bei der Gestaltung ihres Lebensraums geboten. Das Pilotprojekt leistet daher auch einen wichtigen Beitrag zur Förderung der demokratischen Kultur auf lokaler Ebene. Bürgermeister Oleksij Kaspruk, der die Mannheimer Delegation offiziell im Rathaus begrüßte, bedankte sich für das Engagement der Stadt Mannheim und betonte, wie wichtig der Austausch und die Zusammenarbeit über nationale Grenzen hinweg für die Stadt Czernowitz sei.

Die Stadt Mannheim fördert bereits seit vielen Jahren gezielt die Bürgerbeteiligung. Insbesondere im Bereich der Stadtplanung konnte die Stadt Mannheim zahlreiche Projekte unter Beteiligung der Bürgerschaft erfolgreich umsetzen. Diese Erfahrungen und Fachexpertise bringt die Stadt Mannheim im Rahmen der Projektpartnerschaft gezielt ein, indem sie die laufenden Beteiligungsprozesse von der Planung bis zur konkreten Umsetzung der Baumaßnahmen in den Partnerstädten unterstützt. Das Projekt bietet dazu einen optimalen Rahmen, gemeinsam voneinander zu lernen, Erfahrungen auszutauschen und auf Augenhöhe auch über nationale Grenzen hinweg zusammenzuarbeiten.
In den nächsten Monaten wird die Stadt Czernowitz auf partizipative Weise einen ersten Entwurf zur Umgestaltung des Platzes ausarbeiten. Auch die Stadt Chişinău wird in den kommenden Monaten einen Bürgerbeteiligungsprozess in ihrer Stadt initiieren. Der gesamte Prozess wird weiterhin durch Mannheimer Experten der Stadtplanung fachlich unterstützt und begleitet.

Hintergrund der trilateralen Zusammenarbeit

Die Städtepartnerschaft zwischen der moldawischen Hauptstadt Chişinău und der Stadt Mannheim wurde bereits 1989 begründet. Die Partnerschaft zeichnet sich seither durch einen regen Austausch auf kommunaler aber auch zivilgesellschaftlicher Ebene aus. Auch die ukrainische Stadt Czernowitz unterhält seit 2014 eine aktive Städtepartnerschaft mit Chişinău, woraus der Gedanke der Zusammenarbeit in einem trilateralen Projekt entstanden ist.
Die Stadt Mannheim versteht sich als eine internationale Stadt, die global Verantwortung übernimmt und sich daher gezielt im Rahmen entwicklungspolitischer Projektpartnerschaften einsetzt. Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz betont in diesem Zusammenhang: „Den Städten kommt bei der Umsetzung der Agenda 2030 mit den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen eine wichtige Rolle zu. Wir möchten als Kommune mit gutem Beispiel vorangehen und setzen uns daher in internationalen Städtekooperationen für die konkrete Umsetzung dieser Ziele ein. Insbesondere durch den Austausch von Wissen und Know-How mit ihren Partnerkommunen, wie zum Beispiel mit den Städten Czernowitz und Chişinău, können Städte dabei einen wichtigen entwicklungspolitischen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen leisten“.


Gefördert wird das Projekt von Engagement Global mit ihrer Servicestelle Kommunen in der Einen Welt mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

 

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