Kultur - 26.02.2022

OPAL - Oper am Luisenpark vorgestellt

An der Theodor-Heuss-Anlage entsteht zwischen Technoseum und Stadion aktuell das Zuhause auf Zeit des Opernhauses des Mannheimer Nationaltheaters. „OPAL“ – Oper am Luisenpark – lautet das Kurzwort für die Ersatzspielstätte bis zur Wiedereröffnung des dann generalsanierten Stammhauses auf dem Goetheplatz.

OPAL sei dabei mehr als eine Interimsspielstätte, erklärte Bürgermeister Michael Grötsch bei der Vorstellung des Bauwerks, das nur dem Namen nach eine Leichtbauhalle ist. „Mit OPAL erhält die Mannheimer Oper viele Möglichkeiten zur künstlerischen Entfaltung und das Publikum einen Ort, an dem es gerne verweilt“, so Grötsch. Künstlerisch sind für diesen Standort Neuinszenierungen der Oper und des Tanzes mit Orchester vorgesehen mit der Möglichkeit eines durchgehenden Spielbetriebs. Gemeinsam mit dem Rokokotheater in Schwetzingen für klein besetzte Werke und dem Pfalzbau in Ludwigshafen, wo das Mannheimer Repertoire zu sehen sein wird, stehen weitere Ausweichspielstätten als temporäre Heimat für die kommenden fünf Jahre zur Verfügung, die aber nur an wenigen Tagen im Jahr bespielt werden können.

„Tatsächlich handelt es sich um eine vorhandene Stahlhalle, die für die Bedürfnisse des Mannheimer Opernhauses auf 800 Zuschauerplätze vergrößert wurde und auch ästhetische Ansprüche erfüllt“, erklärt Peter Schuck, Architekt der Firma metron Vilshofen GmbH. Das erfahrenes Messebauunternehmen, das die europaweite Ausschreibung gewonnen hatte, verantwortet den Bau der „Oper am Luisenpark“.

Der Zeitrahmen ist eng gestrickt. Am 19. August soll die Halle an das Nationaltheater übergeben werden. Niemand zweifelt daran, dass dies gelingt, denn das Bauunternehmen Metron Vilshofen verfügt als Messebauer über reichlich Erfahrung in der Arbeit unter Zeitdruck. Im Anschluss wird die Stahlbauhalle mit der nötigen Technik bestückt. „Und am 17. Dezember feiern wir Eröffnung mit einem großen Opernfest“, verriet Opernintendant Albrecht Puhlmann den Zeitplan.

Die neue Ersatzspielstätte sei das Ergebnis einer langen Suche, erklärte Bürgermeister Grötsch. Dabei habe man auch mehrere Bestandsgebäude im Stadtgebiet genauer betrachtet. „Aber der Opern-Apparat ist äußerst komplex und von den Bestandsgebäuden war keines geeignet.“ Umso schöner, dass die Leichtbauhalle gerade durch die optimale Abstimmung auf die Bedürfnisse der Oper überzeugte, das Gebäude bis hin zur gegossenen Bodenplatte und den gemauerten Orchestergraben für die 90 Musiker ebenso problemlos zurückgebaut und wiederverwertet werden kann. Insgesamt sind für OPAL rund 13,5 Millionen Euro veranschlagt.  An das rund 75 mal 33 Meter große Opernhaus schließen sich auf weiteren rund 2500 Quadratmetern auch Werkstätten, Büros und Proberäume an, die ab der kommenden Spielzeit ebenfalls am Oberen Luisenpark an der Theodor-Heuss-Anlage zuhause sein werden.

„Denn am 1. August beginnt hier im Haus die Generalsanierung“, verdeutlichte Marcus Augsburger, Leiter der Geschäftsstelle Generalsanierung, den Druck auf alle Beteiligten. Für die Generalsanierung sind vier Jahre veranschlagt. Der Kostenrahmen dafür beträgt rund 247 Millionen Euro. Hinzukommen Investitionen in die Infrastruktur wie den Umbau des Probezentrums oder den Neubau des Zentrallagers, für das weitere 40 Millionen veranschlagt sind. Für Anmietung und Errichtung von Ersatzspielstätten wurden vom Gemeinderat insgesamt rund 32 Millionen Euro genehmigt.  

 

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