Marktplatz Rheinau - 29.05.2017

Neugestaltung des Rheinauer Marktplatzes

Wie soll er künftig aussehen, der Marktplatz Rheinau, und welche Funktionen soll er dabei erfüllen? Was braucht es dafür, was braucht es nicht? – Diesen Fragestellungen geht die Stadt aktuell in einem Bürgerbeteiligungsprozess nach. Ein neues Konzept, mit dem man stärker als bisher Bürgerinnen und Bürger aus unterschiedlichen Gruppen einbeziehen will, um diese Ideen und Anregungen zusammen mit denjenigen von Experten und Verwaltung in die Wettbewerbsaufgabe einfließen zu lassen, mit der sich dann wiederum verschiedene Planungsbüros im Rahmen eines städtebaulichen Wettbewerbs befassen werden.

Auf der Rheinau steckt man bereits mittendrin im genannten Verfahren, denn bei der Planungswerkstatt am Mittwoch, 24. Mai, im Nachbarschaftshaus wurden an verschiedenen Thementischen insgesamt elf Fragen von über 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutiert. Dass man dabei nicht von Null anfangen musste liegt an der bereits geleisteten Vorarbeit, in deren Rahmen Nadja Wersinski und Birgit Schreiber vom Fachbereich Rat, Beteiligung und Wahlen Anfang Mai mit einer Projektbegleitgruppe die Kerninhalte abstimmten. Dabei war man sich schnell einig darüber geworden, dass aus dieser Gruppe heraus wiederum weitere Personenkreise angesprochen werden sollten. Darüber hinaus wurden durch das Quartierbüro Rheinau an zwei Markttagen sowie einem langen Einkaufsabend Passanten befragt. Somit lagen die Gruppenergebnisse, die im Eltern-Kind-Zentrum, im Kindergarten Bruchsaler Straße, in der Lebenshilfe und in der Rheinauschule, im Quartierbüro und in den Reihen des Gewerbevereins vorab erarbeitet worden waren, in der aktuellen Planungswerkstatt bereits vor und konnten sowohl im Detail als auch in der Zusammenfassung bei einem Galerierundgang von den Teilnehmern begutachtet und als Impuls für die weitere Diskussion an den Thementischen mitgenommen werden. Außerdem wurden zwei bereits vorliegende Untersuchungen zum Marktplatz vorgestellt.

„Sie alle nehmen am Auftakt eines Experiments teil, und wir wünschen uns Ihren Input, um ihn anschließend den Planungsbüros in einem anonymisierten Verfahren mit auf den Weg zu geben“, sagte Klaus Elliger, Fachbereichsleiter Stadtplanung, als er eine Stunde vor Beginn der Planungswerkstatt zunächst mit etwa 50 Interessierten eine Marktplatzbegehung unternahm und den städtebaulichen Aspekt erläuterte. Dies sollte dazu dienen, sich noch einmal zu vergegenwärtigen, was derzeit alles auf dem Platz untergebracht ist, wie die Straßenführung verläuft, welche Bebauung sich an den Rändern befindet, und wie sich die Sichtbeziehungen gestalten. Bereits vor Ort wurden rege über die Anordnung und Anzahl der Parkplätze, den Standort des Kriegerdenkmals oder der Toilettenanlage diskutiert. Auch das Thema der (Außen-)Gastronomie sowie die Einbeziehung der benachbarten evangelischen Kirche mit Gemeindehaus ins Umgestaltungskonzept wurden angerissen. Themen, die anschließend im Nachbarschaftshaus an den Gruppentischen des „World-Café vertieft wurden.

Als die zwei Hauptthemen hatten sich in der Vorbereitungsphase bereits die Nutzungskriterien und die Gestaltungselemente herauskristallisiert. Jetzt ging es an den Thementischen an Detailfragen wie Barrierefreiheit, Sicherheit, Sauberkeit und Beleuchtung, eine Verschönerung durch mehr Grün, das mögliche Versetzen von Brunnen und Kriegerdenkmal. Kinder wünschen sich dort einen Spielbrunnen ähnlich dem Alten Messplatz und – wie viele Erwachsene auch – mehr Sitzgelegenheiten. Für viele muss das Parken auf der Fläche neu geordnet werden. Andere mahnen, dass nicht zu viel Parkraum verloren gehen darf. Der Marktplatz muss als Festplatz taugen, dazu bedürfe es unter anderem geeigneter Anschlüsse von Strom und Wasser, hieß es. Eine Überdachung in Teilbereichen wurde ebenso vorgeschlagen wie das Anbringen von Fahrradständern und ein funktionstüchtiges öffentliches WC. Auch ein Stadtmobil-Parkplatz und eine E-Bike Ladestation seien denkbar. Die den Platz umgebenden Straßen könnten  (mit Ausnahme der Relaisstraße) abgeflacht und als Fußgängerzone Teil des Platzes werden. Andererseits könnte das wiederum Kunden abhalten, angrenzende Geschäfte aufzusuchen.

Thomas Thiele hat nun die Aufgabe, die Ideen in einer Wettbewerbsaufgabe zusammenzuführen. „Wir nehmen aus dem Beteiligungsprozess mit, dass einige Themen wie die Straßenfrage, die Standorte von Denkmal und Brunnen oder das Aufstellen von Fitnessgeräten nicht als verpflichtend, sondern zum Denken an die Planer weiterzugeben“, resümierte Elliger. Gesetzt seien hingegen die Themen Barrierefreiheit und Beleuchtung. Auch der Wochenmarkt stünde nicht zur Disposition.

Bereits am 20. Juli sollen die Wettbewerbsbeiträge in einer zweiten öffentlichen Veranstaltung vorgestellt und von den Bürgerinnen und Bürgern kommentiert werden. Ende Juli wird das Preisgericht dann den Wettbewerbssieger ermitteln. Sein Entwurf wird im Oktober 2017 im Ausschuss für Umwelt und Technik vorgestellt.

Mehr Informationen zur Bürgerbeteiligung bei der Neugestaltung des Marktplatzes Rheinau finden Sie hier: www.mannheim.de/marktplatz-rheinau.