International - 06.02.2017

Neuer Schulaustausch zwischen Mannheim und Toulon

Collège Maurice Ravel zu Gast beim Ludwig-Frank-Gymnasium

Zum ersten Mal findet in diesem Jahr der Austausch zwischen dem Collège Maurice Ravel und dem Ludwig-Frank-Gymnasium (LFG) statt. Die Organisatoren auf deutscher und französischer Seite, Pierre Banek und Lioba Drieling, kennen sich bereits von einem anderen Austausch und freuen sich, die gute Zusammenarbeit nun fortzusetzen.

Stadträtin Helen Heberer (SPD) empfing die Gäste aus Frankreich und die Schülerinnen und Schüler des Ludwig-Frank-Gymnasiums im Ratssaal der Stadt Mannheim im Namen des Oberbürgermeisters und des Gemeinderats und begrüßte in flüssigem Französisch: Sie verwies auf die lange Geschichte der Städtepartnerschaft zwischen Mannheim und Toulon und auf die vielfältigen Kontakte im sportlichen und kulturellen Bereich und vor allem zwischen den Schulen. Es seien sehr tiefe und sehr freundschaftliche Kontakte ohne jede Grenze, so Stadträtin Heberer. Dies sei besonders in Zeiten, in denen Stimmen gegen Europa und für die Schließung der Grenzen erhoben werden von großer Bedeutung und ein deutliches Bekenntnis zu Europa. Frankreich und Deutschland waren die Begründer Europas. Darauf solle man nicht nur stolz sein, das sei auch eine Aufgabe, adressierte die Stadträtin die aufmerksam zuhörenden Schülerinnen und Schüler aus Frankreich und Deutschland.

Auch Frau Lioba Drieling, die am Collège Maurice Ravel Deutsch unterrichtet, wies auf die Bedeutung von Freundschaft zwischen Menschen, aber auch zwischen Ländern und Städten hin. Freundschaft bedeute, sich kennen zu lernen, Gemeinsamkeiten zu schaffen, voneinander zu lernen und sich zu gegenseitig zu akzeptieren. Nicht immer seien Deutschland und Frankreich Freunde gewesen, betonte sie, und nahm die 13- und 14-Jährigen auf eine kurze Reise in die Geschichte der deutsch-französischen Freundschaft mit, zu General de Gaulle, Bundeskanzler Adenauer und dem 1963 geschlossenen Élisée-Vertrag.

Der Empfang im Ratssaal sei etwas Besonderes, so die Deutschlehrerin, denn er markiere den Beginn einer neuen Schulpartnerschaft, die schon im November 2016 von den zuständigen Stellen in Nizza und Karlsruhe offiziell anerkannt worden ist. Auch die Schülerinnen und Schüler stehen schon seit Ende letzten Jahres in Kontakt und haben sich über eine Internetplattform erstmals austauschen können. Mit vielen Fragen zu Deutschland und „den Deutschen“ im Reisegepäck seien die französischen Gäste nach Mannheim gekommen, sagte Frau Drieling, und auch die gastgebenden Schülerinnen und Schüler würden sicherlich viel wissen wollen über Frankreich und „die Franzosen“. Nun gebe es zunächst in Mannheim und dann im April diesen Jahres beim Gegenbesuch in Toulon die Gelegenheit, mehr voneinander zu erfahren.

Frau Drieling dankte den beteiligten Lehrkräften, aber auch allen Schülerinnen und Schülern, und wies insbesondere auf die Unterstützung durch die Schulleitung des Ludwig-Frank-Gymnasiums, vertreten durch den stellvertretenden Schulleiter Stefan Weirether, hin, ohne die der Austausch nicht möglich wäre. Ein besonderer Dank ging auch an Stadträtin Helen Heberer und ihren freundlichen Empfang.

Im Anschluss an den Empfang konnten sich die Gäste bei einem Mittagssnack im Foyer stärken, zu dem die Stadt Mannheim einlud, bevor es dann, ebenfalls auf Einladung der Stadt, mit einer Stadtführung auf Entdeckungstour in die Quadrate ging. Noch eine knappe Woche lang werden die französischen und deutschen Schülerinnen und Schüler Gelegenheit haben, sich kennen zu lernen und an gemeinsamen Projekten zu arbeiten, bevor am 8. Februar die Heimfahrt ins südfranzösische Toulon ansteht. So wird der Austausch, bei dem die Schülerinnen und Schüler in Gastfamilien untergebracht sind, im Sinn des deutsch-französischen Freundschaftsvertrags von 1963 hoffentlich dazu beitragen, Grenzen ab- und Freundschaften aufzubauen und damit auch den Frieden in Europa zu fördern.