Bildung & Wissenschaft - 10.11.2014

Neue Bild- und Audiowalk-APP zur Stadtgeschichte in der NS-Zeit

Im Anschluss an die am 30. Januar 2013 veröffentlichte wissenschaftliche Studie über „Arisierung und Wiedergutmachung“ von Dr. Christiane Fritsche hat das Stadtarchiv Mannheim in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Europäische Geschichte in Mainz und dem Fachbereich Geoinformation und Vermessung eine APP mit Bild- und Audiowalk zur NS-Geschichte mit dem Schwerpunkt „Verdrängung und Verfolgung der Mannheimer Juden im Dritten Reich“ entwickelt.

„Dies ist ein besonderes Projekt, zum einen aufgrund seiner Vorgeschichte, zum anderen aufgrund der technischen Umsetzung zur Vermittlung von Stadtgeschichte“, erläuterte Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz bei der Vorstellung der neuen APP in der Max-Hachenburg-Schule.

Kurz dankte allen, die an der Entwicklung der APP mitgearbeitet haben. „Ich finde es besonders bemerkenswert, dass dieses Projekt vor allem junge Menschen einbezieht werden“, so Kurz weiter.

Zehn Stationen in der Mannheimer Innenstadt und sieben Stationen in der Neckarstadt stehen im Rahmen der APP beispielhaft für die Verdrängung der Mannheimer Juden aus Gesellschaft und Wirtschaft, für ihre fortschreitende Verfolgung und die Ermordung derjenigen, denen eine Auswanderung nicht gelang, sowie für die versuchte Wiedergutmachung des erlittenen Unrechts in der Nachkriegszeit.

Die APP soll stetig weiterentwickelt werden, denn Mannheimer Schulen können sie nicht nur im Unterricht nutzen, sondern sich mit eigenen Projekten aktiv einbringen, indem sie die APP fortschreiben und weitere Stationen hinzufügen. Einen ersten Beitrag hat die Max-Hachenburg-Schule bereits beigesteuert. Schülerinnen und Schüler der Max-Hachenburg-Schule konnten nicht nur die APP bereits vorab testen. Sie haben sie auch bewertet und ihr ein neues Kapitel hinzugefügt. So erfährt man jetzt, dass in der ehemaligen „Luisenschule“ zwei sogenannte Sonderklassen für jüdische Schülerinnen und Schüler eingerichtet wurden, die ausschließlich von jüdischen Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet wurden.

Die Schülerinnen und Schüler bewerten die neue APP übrigens durchweg positiv. Die kurzen Texte werden als schülertauglich angesehen, der Aufbau als logisch bewertet. An einigen technischen Details konnte aufgrund der Anmerkungen der Jugendlichen noch gearbeitet werden. Die Jugendlichen haben gerne an einem Projekt mitgewirkt, das sie auch ein Stück weit persönlich betroffen gemacht hat, so die einhellige Meinung bei der Vorstellung der neuen APP.

Die APP mit dem bild- und Audiowalk ist kostenlos und kann im App Store oder bei Google Play heruntergeladen werden.