Bauen & Wohnen - 28.11.2019

Neubau Kombibad: Jury legt sich fest

Auf dem Gelände des Herzogenried-Freibads soll der Neubau des Kombibads entstehen. Hierfür wurde ein interdisziplinärer, architektonischer und landschaftsplanerischer Realisierungswettbewerb von der Stadt Mannheim ausgelobt. In einer knapp 10-stündigen Jurysitzung wurden am Mittwoch, 27. November 2019, die eingereichten Entwürfe für den Neubau Kombibad Herzogenried der teilnehmenden Architekturbüros diskutiert und bewertet. Zwei Büros haben mit ihren Entwürfen die Jury unter Vorsitz von Prof. Jörg Aldinger am Ende überzeugt. Hascher Jehle Design mit Weidinger Landschaftsarchitekten aus Berlin und Sacker Architekten mit Freising Landschaftsarchitektur aus Freiburg wurden jeweils mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Insgesamt hatten 21 nationale und internationale Büros ihre Entwürfe eingereicht.
 
„Mannheim kann stolz sein, einen Hallenbad-Neubau dieser Größenordnung zu realisieren. Das Kombibad im Herzogenried hat eine große Bedeutung für die Stadt Mannheim. Es ist nicht nur der erste große Schritt zur Umsetzung des aktuellen Bäderkonzepts sondern macht den Standort Herzogenried und ganz Mannheim um eine Attraktion reicher“, macht Bürgermeister Lothar Quast die Dimensionen des Neubauprojektes deutlich. Der Bürgermeister lobte zudem die eingereichten Entwürfe für ihre Qualität: „Die Jury konnte über viele durchdachte und hochwertige Entwürfe diskutieren. Es war hochspannend, wie vielfältig die Wettbewerbsaufgabe gelöst wurde.“
 
Die Jury urteilte unteranderem zum Entwurf von Hascher Jehle Design mit Weidinger Landschaftsarchitekten aus Berlin: „Mit einem bemerkenswert schlichten und gleichzeitig sympathisch ansprechenden lang gestreckten Baukörper besetzen die Verfasser städtebaulich nachvollziehbar und stärkend die Kurpfalzachse. Trotz der deutlichen Länge entsteht ein reizvolles Wechselspiel von geschlossenen und offenen Fassaden. Durch die zu erwartende Transparenz entsteht ein interessanter Dialog mit der dahinterliegenden Parklandschaft. Durch ein leichtes Verschieben von Gebäudeteilen in der Längsachse wird eloquent im Norden der vorhandene Baumbestand eingebunden und im Süden ein räumlich gut gefasster Vor- bzw. Eingangsplatz ausgebildet.“
 
Der Entwurf von Sacker Architekten mit Freising Landschaftsarchitektur aus Freiburg überzeugte die Jury gleichermaßen und urteilte: „Das Gebäude bildet eine klare Flanke entlang der Max-Joseph-Straße zur Maybachstraße. Die angenehm gegliederte und strukturierte Fassade in Kombination der gestuften Dachlandschaft fügen den Baukörper gut in sein Umfeld ein. Die Stufung der Dachlandschaft spiegelt die innere Raumaufteilung wider, in den sensiblen Nutzungsbereichen finden sich niedrige Decken, in den aktiven Bereichen herrschen hohe Decken vor. Eingangsbereich und Beckenlandschaft gliedern sich sind gut einsehbar und strukturiert.“
 
Neben den ersten zwei Siegern kürte das Preisgericht das Büro K&L Architekten aus St. Gallen mit Hager und Partner Landschaftsarchitekten aus Zürich/Berlin mit dem 3. Platz. Des Weiteren vergab die Jury Anerkennungen für einzelne Aspekte aus den Entwürfen an 4a Architekten aus Stuttgart mit nsp christoph schonhoff landschaftsarchitekten stadtplaner aus Hannover, Code Unique Architekten mit RSP Freiraum aus Dresden, Schulitz Architekten aus Braunschweig mit Dröge + Kerck Landschaftsarchitekten aus Hannover und Bez+Kock Architekten Generalplaner mit Koeber Landschaftsarchitektur aus Stuttgart.
 
Die Ausgangslage war sehr komplex. Auf knapp 100 Seiten wurden von der Stadt Mannheim das Raumprogramm und die Anforderungen an die Architekten formuliert. „Die Erwartungen der verschiedenen Nutzergruppen haben sich in den letzten Jahren immer mehr gewandelt. Mit den hier entstehenden knapp 1.700 Quadratmetern Wasserfläche können wir die Bedarfe der Schulen, Vereine und der Öffentlichkeit erfüllen und schaffen ein attraktives Bäderangebot“, sagt Uwe Kaliske, Leiter des städtischen Fachbereiches Sport und Freizeit. Die Entwürfe der Architekten mussten nicht nur in sportfachlichen Gesichtspunkten überzeugen sondern auch dem städtebaulichen Anspruch der Stadt Mannheim gerecht werden: „Das Wettbewerbsgebiet hier am Übergang der Max-Joseph-Straße liegt an einer städtebaulichen Schlüsselstelle, die als direkte Verlängerung der zentralen barocken Achse über die Kurpfalzbrücke und den Paradeplatz bis zum Schloss führt“, wie Klaus Elliger, Fachbereichsleiter der Stadtplanung weiter ausführte.
 
Im nächsten Schritt wird nach dem erfolgten Architekturwettbewerb das formale Vergabeverfahren eingeleitet und mit den Siegerbüros um den letztendlichen Auftrag verhandelt. Ein Baubeginn wird im Jahr 2021 angestrebt, sodass die Baufertigstellung 2023 erreicht wird.
 
Ausstellung und Bürgerbeteiligung
 
Eine Woche lang haben die Bürger nun die Gelegenheit, die eingereichten Entwürfe im Foyer der GBG-Halle am Herzogenried zu besichtigen. Am Freitag, 29. November 2019, gibt es noch einmal für alle Bürger die Möglichkeit, sich zu beteiligen: Im Rahmen der Ausstellung können Hinweise und Anregungen zu den Siegerentwürfen vorgebracht werden. Eine kurze Einführung zu den Entwürfen gibt Andreas Kaupp vom wettbewerbsbetreuenden Architekturbüro KAUPP + FRANCK jeweils um 13 Uhr, um 15 Uhr und um 17 Uhr. Die Verwaltung prüft die Hinweise auf Umsetzbarkeit und wird berücksichtigungsfähige Vorschläge an die jeweiligen Architekturbüros weitergeben.
 
Die Ausstellung ist wie folgt geöffnet:
 
- Freitag, 29. November 2019: Bürgerbeteiligung 13 bis 19 Uhr mit Erläuterung der Siegerentwürfe um 13 Uhr, 15 Uhr und 17 Uhr
- Samstag, 30. November 2019 und Sonntag, 1. Dezember 2019: 10 bis 13 Uhr
- Montag, 2. Dezember 2019 bis Donnerstag, 5. Dezember 2019: 15 bis 18 Uhr

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