Politik & Verwaltung - 07.08.2020

Mit Differenz solidarisch umgehen

„Gerade in Corona-Zeiten geht es um Sichtbarkeit“, erklärte Mannheims Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz beim fünften Regenbogenempfang der LSBTIQ (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans-, Inter* und queere Menschen) -Gemeinschaft. Umso wichtiger sei der Empfang im Rahmen der PRIDE WEEK Rhein-Neckar, die am Samstag, 8. August mit der Fahrraddemo zum CSD Rhein-Neckar abgeschlossen wird.

Der Empfang sei die Gelegenheit, den Menschen zu danken, die sich in Mannheim und der Metropolregion Rhein-Neckar stetig für ein respektvolles Zusammenleben in Vielfalt und die Chancengleichheit von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transgeschlechtlichen und intergeschlechtlichen Menschen engagieren und so ihren Beitrag für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der Mannheimer Stadtgesellschaft beitragen, betonte Kurz. Der Oberbürgermeister konnte auch den Ludwigshafener Beigeordneten Andreas Schwarz und dem Antidiskriminierungsbeauftragten der Stadt Heidelberg, Danijel Cubelic.im Mannheimer EinTanzHaus begrüßen. Und weil auf Grund der bestehenden Abstandsregelungen nicht alle Interessierten teilnehmen konnten, wurde das Ereignis erstmals als Stream ins Internet übertragen.

Im Mittelpunkt der PRIDE WEEK steht in diesem Jahr das Thema „Alte und neue politische Herausforderungen der Community mit Differenz solidarisch umzugehen“. Dazu sprach Autorin Stephanie Kuhnen aus Berlin, die mit ihrem Buch „Lesben raus!“ einen bedeutenden Beitrag zur gesellschaftlichen Diskussion geliefert hat.

Auch der Stadt Mannheim ist die Sichtbarkeit von Frauen der queeren Community ein wichtiges Anliegen, betonte der Oberbürgermeister und verwies auf die Gründung des entsprechenden Netzwerkes „Queere Frauen im Quadrat“, das sich seit Februar 2019 zu regelmäßigen Treffen zusammenfindet. „Wer mitdiskutieren möchte, ist herzlich eingeladen“, so Kurz. Die nächste Sitzung des Gremiums ist am 21. September. Es gibt eine strukturelle Unsichtbarkeit von Frauen, die ungefähr die Hälfte der queeren Community ausmachen“, bedauerte er. Und das schon seit Beginn der Bewegung. So war der Ausruf „Warum tut ihr denn nichts?“ der afroamerikanischen Lesbe Stormé DeLarverie, die sich dagegen wehrte, von Polizisten in einen Streifenwagen gezerrt zu werden, laut Augenzeugen am 28. Juni 1969 der Auslöser für die solidarisierte Menge, die zu den Aufständen rund um die Bar Stonewall Inn in der New Yorker Christopher-Street führten.

„Die tragende Rolle von Frauen der queeren Community muss in der Gesellschaft sichtbarer gemacht werden“, so der Oberbürgermeister. Auch hier sehe sich die Stadt verpflichtet, spalterischen Tendenzen entgegenzuwirken und sich stattdessen positiv zu engagieren.

So ist die Stadt seit 2015 Mitglied im Rainbow Cities Network und schuf im gleichen Jahr die Stelle der LSBTI-Beauftragten. „Mit beidem waren wir die erste Stadt in Baden-Württemberg“, betonte der Oberbürgermeister und verwies außerdem auf das Mannheimer Leitbild 2030, in dem LSBTI ausdrücklich als „selbstverständlicher Teil unserer Stadtgesellschaft“ verankert sind. „Und wir werden weiter daran arbeiten“, versprach Dr. Kurz beim Regenbogenempfang, der von Sängerin Shelly Phillips musikalisch umrahmt wurde.

 

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