International - 13.05.2013

Mischmasch, Dübel oder Tohuwabohu

Tagelang haben sie Plakate entworfen, sich ein Kartenspiel ausgedacht oder Filme gedreht – 20 Designstudenten aus Haifa und Mannheim haben sich Gedanken über Ausdrücke wie "Mischmasch", "Dübel", "Zoff" oder "Tohuwabohu" gemacht. Die Ergebnisse des Workshops "Culture Transformation" wurden in der Fakultät für Gestaltung an der Hochschule Mannheim präsentiert.

So wie wir in der deutschen Sprache viele Ausdrücke aus dem Hebräischen beziehungsweise aus dem Jiddischen entlehnt haben, so gibt es auch zahlreiche deutsche Wörter, die noch heute in Israel zu hören sind. Diese Gemeinsamkeiten oder auch Widersprüche - nicht alle Begriffe, die sowohl in Israel und Deutschland genutzt werden, haben auch exakt die gleiche Bedeutung - haben die Studenten in gemischten Gruppen herausgearbeitet und universelle Erklärungsmuster geliefert.

So war beispielsweise ein Film zu sehen, in denen Hände und Finger versuchten, besagten "Mischmasch" zu sortierten oder einen "Wischer" imitierten. Andere Studenten hatten Begriffe wie "Leck", "Strudel" oder "Dübel und "Isolierband" auf erstaunlich laszive Art und Weise visualisiert. Wieder andere hatten beispielsweise in einem Stummfilm verdeutlicht, dass eine "Ische" in Israel eine eher leichtlebige, junge Frau ist, in Deutschland hingegen eher mit Freundin oder Ehefrau gleichgesetzt werden kann. 

Der Mannheimer Stadtrat Ulrich Schäfer dankte den Studenten, die sich mit dem Thema in mehreren deutsch-israelischen Gruppen auseinandergesetzt hatten und den Wörtern nachspürten, die Israelis und Deutsche verbinden oder auch nur gleich klingen bei unterschiedlicher Bedeutung. "Ich sehe in Ihren Arbeiten auch die Wiederbelebung eines Kulturtransfers, der seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs scheinbar verschwunden war", sagte Schäfer. Diese Tradition - basierend auf der gegenseitigen Beeinflussung von Juden und Christen von Osteuropa bis Deutschland - sei noch immer eine Inspiration und es lohne sich diese fortzuführen, hob Schäfer hervor. 

Erez Issacharoff, Präsident des College of Design and Visual Communication in Haifa, erinnerte daran, dass der zurückliegende Workshop bereits der dritte war, bei dem die Studenten beider Partnerstädte an gemeinsamen Projekten arbeiteten. "Und jedes Mal kommen wir uns dabei etwas näher. Denn es wird uns klar, dass die Sprache des Designs und der Gestaltung überall auf der Welt verstanden werden kann", sagte er und bedankte sich für die Gastfreundschaft. Deutsche Studenten werden zum vierten Workshop wieder nach Haifa fahren, wie Professorin Veruschka Götz ankündigte. "Es war eine sehr gute Zusammenarbeit und ich habe den Eindruck, dass durchaus enge Beziehungen zwischen den israelischen Besuchern und ihren deutschen Gastgebern entstanden sind", sagte die Typografin vom Institut für Printorientierte Medien.