Bildung & Wissenschaft - 24.09.2021

Mehr Bildungsgerechtigkeit für Mannheimer Kinder

Bildungsausschuss, Jugendhilfeausschuss und Gesundheitsausschuss vom 23.09.21      

Mehr Bildungs- und Teilhabechancen für Kinder zu schaffen, war das Ansinnen mehrerer Anträge und Beschlussvorlagen, über die der Bildungs-, der Jugendhilfe- und der Gesundheitsausschuss in ihrer gestrigen Sitzung beraten haben. So ist eine Ausweitung der „Familien-Kita“ auf fünf weitere Standorte geplant, ein neues Projekt soll die Corona-Folgen für Kinder und Jugendliche abmildern helfen und der Ausbau der Kinderbetreuung sowie der Schulbau schreiten weiter voran.

Mehr Teilhabegerechtigkeit: Fünf weitere Kitas werden „Familien-Kita“
Im vergangenen Jahr konzipierte der Fachbereich Tageseinrichtungen für Kinder das Modellprojekt „Familien-Kita“ mit dem Ziel zunächst exemplarisch in einem Kinderhaus im Sozialraum fünf die Eltern von Kita-Kindern gezielt in ihrer erzieherischen Kompetenz zu stärken und zu unterstützen. Aufgrund der positiven Erfahrungen soll das Konzept „Familien-Kita“ nun auf fünf weitere Standorte im Sozialraum vier (sozialstrukturell eher auffällig) und fünf (sozialstrukturell auffällig) ausgeweitet werden: die Kinderhäuser Kleine Riedstraße und Neckarstadt West in der Neckarstadt-West sowie auf das Kinderhaus Hochstätt, das Kinderhaus Friedrich Ebert in Waldhof-Ost und das Kinderhaus Rheinauer Ring in Rheinau. Der Pilotstandort im Kinderhaus Parseval im Stadtteil Schönau bleibt erhalten. Der Jugendhilfeausschuss stimmte einstimmig bei einer Enthaltung zu, final entscheidet der Gemeinderat.

Neues Förderprogramm soll Coronafolgen bei Kindern und Jugendlichen abmildern
Die Stadt Mannheim möchte ein neues Projekt gegen die „Coronafolgen bei Kindern und Jugendlichen“ starten und plant hierfür ein Budget von 1,36 Millionen Euro zu investieren. Aufgrund der Schließung fast aller niederschwelligen Unterstützungsangebote und schulischen Angebote während des Lockdowns wurden die Schwierigkeiten von Kindern und Jugendlichen besonders in den sozialräumlich auffälligen Stadtteilen noch größer. Das geplante Förderprogramm mit den vier Schwerpunkten gesundheitliche Förderung, schulische Förderung, Persönlichkeitsentwicklung und Sozialkompetenz sowie psychische Gesundheit und psychologische Beratung soll daher Kinder und Jugendliche vorrangig im Sozialraum fünf und insbesondere in der Neckarstadt-West unterstützen und orientiert am Bedarf von Kindern und Jugendlichen in einer trägerübergreifenden Zusammenarbeit von September 2021 bis Dezember 2022 umgesetzt werden. Die Finanzierung erfolgt aus Bundes-, Landes- und kommunalen Mitteln. Der Jugendhilfeausschuss begrüßte das Projekt und stimmte diesem einstimmig zu, am Ende entscheidet der Gemeinderat darüber.

Kita-Ausbau schreitet weiter voran: Ausbaukonzeption für Neckarstadt-West vorgelegt
Um den Kita-Ausbau weiter voranzutreiben, hat die Stadt eine weitere Standortkonzeption für die Neckarstadt-West, vorgelegt, die der Jugendhilfeausschuss mehrheitlich bei zwei Gegenstimmen beschlossen hat. Demgemäß wird der Ausbau an vier Standorten empfohlen: Der Kindergarten und das Jugendhaus Erlenhof sollen saniert und um fünf auf insgesamt sieben Gruppen erweitert werden. Am Standort Kleestraße soll eine vier- bis fünfgruppigen Kita neu gebaut werden. In der Riedfeldstraße 90/92 soll eine zweigruppige Einrichtung neu entstehen, ebenso in der Elfenstraße 6-7, wo eine viergruppige Kindertagesstätte errichtet werden soll. Zudem sollen die Kindertagespflege um mindestens zehn zusätzliche Plätze ausgebaut und mindestens sieben weitere Krippengruppen in der Neckarstadt-Ost geschaffen werden.

Pilotprojekt: 60 neue Plätze in Kindertagespflege für über dreijährige Kinder
Um Familien, die auch nach dem dritten Geburtstag ihres Kindes keinen Platz in einer Kita erhalten konnten, bestmöglich zu unterstützen, wird häufig ein Kontakt zur Kindertagespflege vermittelt, bei der im Einzelfall für die Familien gute Lösungen erreicht werden konnten. Allerdings bieten nur wenige Kindertagespflegepersonen eine Betreuung für Kinder ab drei Jahren an. Zur Deckung dieses Bedarfes sollen daher in einem zunächst dreijährigen Pilotprojekt insgesamt 60 Kindertagespflegeplätze für Kinder ab drei Jahren eingerichtet werden. Hierfür entstehen Kosten für Zuschüsse, Sach- und Personalaufwände, diese belaufen sich beispielsweise für das Jahr 2022 auf 166.800 Euro für Zuschüsse und Sachkosten und rund 44.400 Euro für Personalaufwände. Der Ausschuss befürwortete das Pilotprojekt einstimmig bei einer Enthaltung, das letzte Wort hat der Gemeinderat.

Jugendtreff EXIL soll bestehen bleiben – Unterstützung der Stadt
Der Jugendtreff EXIL in Seckenheim soll als fest etabliertes und von den Jugendlichen gut angenommenes Angebot der Jugendarbeit auch nach Sanierung des Gemeindehauses in der Freiburger Straße bestehen bleiben. Um dies zu ermöglichen, unterstützt die Stadt Mannheim die Evangelische Kirche bei der Sanierung des Gebäudes mit einer einmaligen Investivförderung von bis zu 350.000 Euro. Der Jugendhilfeausschuss votierte einstimmig dafür, final entscheidet der Hauptausschuss.

Café Anker soll fortgeführt werden
Das alkoholakzeptierende Aufenthalts- und Betreuungsangebots für die Trinker- und Drogenszene in der Akademiestraße (Café Anker) soll in den Jahren 2022 bis 2025 fortgeführt und die zusätzlich erforderlichen Mittel zum Betrieb des Angebots von insgesamt zirka 425.000 Euro bereitgestellt werden. Das empfahl der Gesundheitsausschuss einstimmig, die letzte Entscheidung liegt beim Gemeinderat. Das „Café Anker“ wurde mit einer Modelllaufzeit von zwei Jahren im August 2020 eröffnet. Die Ergebnisse aus der Modellphase sind positiv, das Angebot wird gut angenommen: „Darüber hinaus hat sich laut Polizei, Fachbereich Sicherheit und Ordnung und Rettungsleitstelle die Situation im öffentlichen Raum, insbesondere an den einschlägigen Szeneplätzen verbessert, es wurden deutlich weniger Beschwerden hinsichtlich störenden Alkoholkonsums im Öffentlichen Raum vermeldet“, heißt es in der Vorlage.

„Mannheimer Cleverlinge²“: Wichtiger Beitrag zur Verbesserung von Bildungschancen
Der Bildungsausschuss hat einstimmig beschlossen, das Mentoring-Programm „Mannheimer Cleverlinge²“, das der Fachbereich Bildung seit 2015 in Kooperation mit dem Träger KinderHelden gGmbH an mehreren Grundschulen anbietet, mit jährlich 30.000 Euro zu fördern. Die individuelle Betreuung der Mannheimer Cleverlinge² hat das Ziel, den Spaß am Sprachgebrauch zu vermitteln und die Selbstwirksamkeit und Lernmotivation des Kindes zu stärken.

Für gute Lernorte: Schulbau- und Sanierungsmaßnahmen zugestimmt
Ferner stimmte der Bildungsausschuss mehreren Schulbau- und Sanierungsmaßnahmen jeweils einstimmig zu, final entscheidet über diese jeweils der Hauptausschuss. Im Einzelnen betraf dies die Sanierung von Chemie-, Physik-, Vorbereitungs- und zwei Klassenräumen an der Friedrich-List-Schule mit einem Kostenvolumen von 2,2 Millionen Euro, die Maßnahme zum Brandschutz an der Heinrich-Lanz-Schule, Abteilung Vogelstang, mit Zusatzkosten von 230.000 Euro, die Neugestaltung des Schulhofes der Seckenheimschule mit Mehrkosten von 210.000 Euro sowie die Umgestaltung der Außenanlagen der Martinsschule Ladenburg (SBBZ) mit gemäß Schüler*innenzahlen anteiligen Kosten von 176.435 Euro.

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