Kinder, Jugend, Familie - 13.07.2018

Mehr Betreuungsplätze für Kinder

Bildungs-, Jugendhilfeausschuss und Schulbeirat beschäftigten sich mit Ausbauplanung für Kitas und Schulkindbetreuung

Ganz im Zeichen des Ausbaus von Betreuungsplätzen für Kinder stand der Ausschuss für Bildung, Jugendhilfe und Gesundheit vom 12. Juli. Zunächst stand die Ausbauplanung für Kindertagesstätten (Kitas) für die Jahre 2018 bis 2021 auf der Tagesordnung, bevor sich das Gremium mit der Schulkindbetreuung befasste.

Kita-Ausbauplanung
Bereits in den Etatberatungen hatte der Gemeinderat Mittel in Höhe von 30 Millionen Euro für den Erhalt der bestehenden Plätze und die Neuschaffung von 21 Krippen- und 27,5 Kindergartengruppen (Kiga) mit insgesamt 210 Krippen- und 550 Kindergartenplätzen in Ganztagesbetreuung bis zum Jahr 2021 bewilligt. Die Vorlage, welcher der Ausschuss einstimmig zustimmte, sieht in den einzelnen Stadtteilen folgende Planung vor - wobei über die jeweiligen Einzelmaßnahmen noch einmal gesondert entschieden werden muss:

Auf dem ehemaligen Vögele-Gelände im Almenhof wird auf dem geplanten Bildungscampus eine Kindertageseinrichtung mit zwei Krippen- und zwei Kindergartengruppen entstehen, die im September 2019 eröffnen soll. In einem neuen Gebäude des bisherigen Kindergartens „Maria Hilf“ werden zwei neue Krippengruppen entstehen, so dass das Kinderhaus dann aus sieben Gruppen (zwei Krippen-, fünf Kiga) besteht. Auf dem Epiphaniasgelände in Feudenheim werden zwei Kiga-Gruppen entstehen.

Für Friedrichsfeld hat die evangelische Kirche die Stadt informiert, dass in der Kita Wallonenstraße nach dem Ersatzneubau das Angebot um eine Gruppe reduziert wird. Die Fachverwaltung entwickelt derzeit Lösungen, um diesen Wegfall zu kompensieren.
Im Zuge des Ersatzbaus der evangelischen Kita Rottannenweg in Waldhof werden Gruppen nach Gartenstadt verlagert. Zudem werden dort mehr Ganztagsplätze geschaffen: zwei neue Kiga-Gruppen à 20 Plätzen.

Auf der Hochstätt werden in städtischer Trägerschaft drei neue Krippen- und vier neue Kindergartengruppen in einem Neubau entstehen. Zurzeit wird der Standort geprüft. Die GBG Mannheim wird als Investorin die siebengruppige Kita errichten und erhält hierfür gemäß den Förderrichtlinien eine städtische investive Förderung von 2,3 Millionen Euro. Nach der Fertigstellung wird die Einrichtungen der Stadt Mannheim zum Betreib einer städtischen Kita zur Verfügung gestellt. Die investive Förderung beschlossen die Ausschussmitglieder mehrheitlich in einem gesonderten Tagesordnungspunkt.

In der Innenstadt/Jungbusch stellt die Stadt eine Betreuungseinrichtung mit zwei neuen Krippengruppen fertig. Die evangelische Kirche schließt eine Kindergartengruppe im Kinderhaus Hafenstraße, weil die Einrichtung laut Aussage des Trägers seit längerem nicht mehr ausreichend nachgefragt wird. In Käfertal sieht die Ausbauplanung fünf neue Krippen- und sieben neue Kiga-Gruppen auf Franklin vor. Wegen einer weiteren geplanten Krippengruppe auf Franklin befindet sich die Stadt im engen Austausch mit einem Träger, der zusätzlich zwei weitere Kiga-Gruppen realisieren möchte.

Durch die Verlagerung der beiden Kiga-Guppen des katholischen Kindergartens St. Josef vom Lindenhof auf den Almenhof fallen zwei Kindergartengruppen im Stadtteil weg. Die Ausbauplanung sieht einen neuen Kindergarten mit vier Gruppen vor. Zusätzlich werden bis Anfang 2019 zwei „Draußengruppen“ eingerichtet, um schnell neue Plätze zu schaffen. In einem gesonderten Tagesordnungspunkt stimmte der Ausschuss einstimmig dem Neubau des Kindergartens sowie der Einrichtung der zwei „Draußengruppen“ auf der Grünfläche Ecke Waldparkstraße/Landteilstraße zu.

In Neckarau/Niederfeld werden zur Verbesserung der Betreuungssituation der unter Dreijährigen drei neue Krippengruppen geschaffen. Das städtische Eltern-Kind-Zentrum Ulmenweg in der Neckarstadt-Ost wird um zwei Kiga-Gruppen erweitert. Die Stadt prüft zudem die baulichen Voraussetzungen, um das Kinderhaus Neckarstadt-West um eine Kiga-Ganztagesgruppe zu erweitern. Im September 2018 eröffnet die neue Kita des Trägers ActiveKids in Neuostheim. Zusätzlich werden dort zwei Gruppen der evangelischen Kirche wieder eröffnet. Die Verwaltung steht zudem im engen Austausch mit der evangelischen Kirche, um im Zuge des Ersatzneubaus des Kinderhauses Bruchsaler Straße 1 in Rheinau – Pfingstberg eine neue Krippen- und eine weitere Kiga-Gruppe zu schaffen. Im Kindergarten St. Johannes in Rheinau-Süd wird für die Versorgung der ins Neubaugebiet Rheinauer See zuziehenden Kinder eine zusätzliche Kindergartengruppe geschaffen.

In Sandhofen wird in städtischer Trägerschaft im Werner Nagel Ring 2-6 ein neuer Kindergarten mit vier statt wie ursprünglich geplant drei Ganztagesgruppen geschaffen, um kurzfristig auf den Rückbau einer Gruppe der evangelischen Kirche zu reagieren.
Im Zuge der Generalsanierung des städtischen Kinderhauses Friedrich Ebert im Waldhof werden dreieinhalb Kiga-Gruppen geschaffen, von denen zwei die durch die Schließung des evangelischen Kindergartens Wiesbadener Straße wegfallenden Plätze kompensieren.

Auf Turley errichtet ein privater Investor ein neues Kinderhaus mit zwei Krippen- und zwei Kiga-Gruppen in der Fritz-Salm-Straße. Den Beschluss, dies gemäß Förderrichtlinien mit 1,3 Millionen investiv zu fördern, traf das Gremium mehrheitlich bei einem der folgenden Tagesordnungspunkte. Nach der Fertigstellung stellt der Investor die Einrichtungen der Stadt zum Betrieb einer städtischen Kita zur Verfügung.

Der Kinderladen Seebärchen wird seinen Standort nach Hammonds in Seckenheim verlagern. Die Plätze werden in erster Linie den auf die Konversionsfläche zuziehenden Familien zur Verfügung stehen. Das Angebot wird um eine Krippengruppe erweitert und die Öffnungszeit der Kiga-Gruppe auf ganztags erweitert. Drei der 21 im Haushalt geplanten neuen Krippengruppen sind für Neubaugebiete/Konversionsflächen vorgesehen. Ob und wann diese Gruppen geschaffen werden, ist abhängig von der Entwicklung der Konversionsflächen/Neubaugebiete und vom tatsächlichen Zuzug von unter Dreijährigen.

Unabhängig von der beschlossenen Ausbauplanung ist es der Verwaltung wichtig, auch zukünftig kurzfristig auf sich verändernde Bedarfe oder Veränderungen bei den Trägern reagieren zu können. Unabhängig davon strebt die Verwaltung in enger Abstimmung mit den Trägern die Erarbeitung eins 10-15-Jahresplanes zum Ausbau und Erhalt der Betreuungsangebote an.

 

Schulkindbetreuung
In einer weiteren Vorlage beschloss der Ausschuss einstimmig und der Schulbeirat mit einer Enthaltung die Finanzierung von fünf Schulkind-Betreuungsgruppen in freier Trägerschaft in Almenhof, Neckarstadt-Ost und Gartenstadt mit insgesamt knapp 159.000 Euro in diesem Jahr sowie 445.000 Euro jährlich ab dem kommenden Jahr.

Für die Almenhofschule bietet das Kinderheim St. Anton bietet die Einrichtung einer dritten Betreuungsgruppe ab September in den Räumen des Heims in der Karl-Blind-Straße an. Der Caritasverein richtet an der Alfred-Delp-Schule Gartenstadt ab September zwei zusätzliche Gruppen mit je 15 Plätzen in den bisherigen Räumlichkeiten der städtischen Verlässlichen Grundschule (VGS) in der Waldstraße 17/19 an. Die bisherigen städtischen VGS-Plätze werden erhalten und zu der Horteinrichtung in den Jugendtreff Gartenstadt verlegt. Im Bereich Erich Kästner-Schule/Käthe-Kollwitz-Schule bietet der Freireligiöse Wohlfahrtsverband Baden e.V. ab September die Einrichtung von zwei Gruppen mit zusammen 40 Plätzen in Räumlichkeiten im Ulmenweg 1 an.

Mit den 90 neuen Plätzen erhöht die Verwaltung die Anzahl der Betreuungsplätze bei freien Trägern auf gesamt 1.115. Damit wird das Leistungsziel der Stadt, ein bedarfsgerechtes Schulangebot sicherzustellen, positiv beeinflusst und die Anzahl der Betreuungsgruppen für VGS und Hort an der Schule bei den freien Trägern im Schuljahr 2018/2019 auf 59 Gruppen erhöht.

Im Hauptausschuss in der kommenden Woche wird in einer ergänzenden Vorlage die Finanzierung von weiteren fünf Schulkind-Betreuungsgruppen in freier Trägerschaft in Käfertal, Sandhofen und der Schwetzingerstadt sowie der Erweiterung der Betreuungszeit einer Gruppe in Feudenheim mit benötigten Mitteln von insgesamt 174.000 Euro in diesem und 490.000 Euro ab den folgenden Jahren vorgestellt und zum Beschluss vorgelegt. Vorgesehen sind hierbei folgende Förderungen:

Im Bereich Käfertalschule will das Kinderheim St. Josef eine Kleingruppe mit zehn Plätzen in gemieteten Räumlichkeiten am Kirchplatz einrichten. Zudem kann die Diakonie ihre Einrichtung im Hinterhaus der Schule um eine fünfte Gruppe mit 20 Plätzen erweitern. So können voraussichtlich alle Vormerkungen und erwarteten Neuanmeldungen für den Anfang des Schuljahres 2018/19 aufgenommen werden.

An der Pestalozzischule kann der Freireligiöse Wohlfahrtsverband Dank der Kooperationsbereitschaft der Schulleitung zwei Gruppen mit zusammen 40 Plätzen in nebeneinander liegenden Schulräumen einrichten. Für die Gustav-Wiederkehr-Schule Sandhofen kann der Freireligiöse Wohlfahrtsverband die Einrichtung einer dritten Gruppe mit 20 Plätzen im ehemaligen Gasthaus Adler ermöglichen. Für die Brüder-Grimm-Schule Feudenheim bietet die Diakonie die Erweiterung der Betreuungszeit der 15 Uhr-Gruppe bis 17 Uhr an.

Sofern der Beschlussvorlage zugestimmt wird, erhöht die Verwaltung die Anzahl der Betreuungsplätze bei freien Trägern dann auf insgesamt 1.205 und 64 Gruppen.


Berufliche Schulen
Die fünf beruflichen Schulen am Neckarufer-Nord haben die Initiative ergriffen und gemeinsam ein Konzept zur Weiterentwicklung der Schullandschaft zu einem Mannheimer Kompetenzzentrum am Neckarufer entwickelt. Den Kern bildet die Zusammenlegung der Schulen Carl-Benz und Heinrich-Lanz I zur Carl-Benz-Schule sowie die Erweiterung der Heinrich-Lanz-Schule II zur Heinrich-Lanz-Schule. Darüber hinaus sollen die Werkstätten und Labors der einzelnen Schulen von allen Schulen gemeinsam genutzt werden. Die Schulnamen werden modifiziert beibehalten. Die neue Struktur ist zum Schuljahresbeginn 2019/2020 geplant. Die Gremien der beteiligten Schulen (Gesamtlehrerkonferenz und Schulkonferenz) haben dem Konzept mehrheitlich zugestimmt. Es sind keine neuen Bauten und Ausstattungen vorgesehen, sodass keine zusätzlichen Kosten entstehen. Dem Konzept stimmte der Ausschuss einstimmig zu.

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