Wirtschaft & Arbeit - 01.10.2019

Mannheimer Wirtschaftsdelegation in Tel Aviv

Tel Aviv hat eine der innovativsten und lebendigsten Startup-Szenen der Welt. Mannheim ist ein starker Wirtschaftsstandort mit dynamischen und erfolgreichen Unternehmen. Nicht zuletzt dank der mg: mannheimer gründungszentren gmbh (mg: gmbh) verfügt die Stadt über ein einzigartiges Existenzgründungs-Ökosystem, das jungen Unternehmen optimale Startchancen bietet. „Es gibt ein hohes Kooperationspotenzial auf beiden Seiten“, erläutert Wirtschaftsbürgermeister Michael Grötsch, der eine 14-köpfige Delegation aus Mannheimer Unternehmensvertretern und Vertretern der mg: gmbh leitete, die vom 23. bis 27. September die israelische Metropole besuchte. „Ziel unserer Reise war, die örtliche Wirtschaft mit der israelischen Startup-Szene zu vernetzen und die Partnerschaft zwischen den Wirtschafsstandorten weiter zu stärken“, erläutert Grötsch. Die Teilnehmer der Wirtschaftsdelegation hatten die Möglichkeit aus der Vielfalt der unterschiedlichen Startup Unternehmen in den Bereichen E-Commerce, Logistik, Online-Marketing und Veranstaltungsmanagement auszuwählen, um diese sich vor Ort vorstellen zu lassen.

2017 haben beide Städte im Rahmen des „Accelerator-Programms B-WIP“ eine enge Kooperation begründet, die bereits ein Jahr später mit einem von der mg:gmbh initiierten Verbindungsbüro in Tel Aviv verfestigt wurde. Seither begleitet dort Jonathan Glick als Berater und Botschafter die Kooperation; Florian Fischer ist sein Gegenpart in Mannheim. Viele innovative Startups aus Tel Aviv sind aufgrund des begrenzten heimischen Marktes schon früh gezwungen, global zu denken und sind so an Kooperationen mit deutschen Unternehmen interessiert. Durch die Repräsentanz in Tel Aviv wird Mannheim als Innovationsstandort in der israelischen Startup-Szene wahrgenommen. Demnach liegt das Hauptaugenmerk der Kooperation darauf, deren deutsche Niederlassungen in Mannheim anzusiedeln und mit der Mannheimer Industrie und Mittelstand in Verbindung zu bringen, um den Technologie- und Wissenstransfer zu fördern.

Bei einem Treffen mit Glick in Tel Aviv konnten erste konkrete Ergebnisse der Kooperation erörtert werden. Beispielsweise entwickeln aktuell das israelische Startup Servara Systems und die KMD Klinik Management Dienstleistungen GmbH, eine Tochter des Universitätsklinikums Mannheim, eine Software-Plattform für effizientes Servicemanagement in Krankenhäusern. Die Ansiedlung eines israelischen Startup Unternehmens in Mannheim ist für Herbst nächsten Jahres geplant.

Shekulo Tov – Kooperationspotenziale im Bereich Inklusion

Auf besonderes Interesse stieß der Besuch bei der Shekulo Tov Group (hebräisch für „Alles wird gut“), eine international ausgezeichnete Plattform (2017 prämiert vom United Nations Zero Project) zur Inklusion von Menschen mit mentalen Erkrankungen. Shekulo Tov unterstützt mehr als 5.700 Menschen in einer Vielzahl an sozialen Einrichtungen in ganz Israel. Shekulo Tov zielt darauf ab, Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen bei der Jobsuche auf dem ersten Arbeitsmarkt zu unterstützen. Dabei steht der Mensch, seine Qualifizierung und Weiterbildung sowie seine Teilhabe an der Gemeinschaft im Fokus. Dank ihres preisgekrönten „integrierten Modells“ erreicht Shekulo Tov eine Vermittlungsquote von 25 Prozent und mehr auf dem ersten Arbeitsmarkt.
Vor Ort wurden Kooperationsmöglichkeiten mit Mannheim sowie das Konzept der Plattform selbst erörtert. Bürgermeister Grötsch zeigte sich mit Hinblick auf die in seinem Dezernat angesiedelten Bereiche Arbeit und Soziales beeindruckt: „Shekulo Tov zeigt mit innovativen Konzepten, wie die Eingliederung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in den allgemeinen Arbeitsmarkt und ihre gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft gelingen kann. Bei unserem Besuch haben sich Anknüpfungspunkte ergeben, um zukünftig in gemeinsamen Projekten voneinander zu lernen und Fachwissen auszutauschen.“ Bürgermeister Grötsch sprach vor Ort eine Einladung an die Shekulo Tov Group aus, anlässlich des "European Social Economy Summit", den die Stadt Mannheim gemeinsam mit der Europäischen Kommission vom 25. bis 27. November 2020 veranstaltet, nach Mannheim zu kommen.

 

 

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