Kinder, Jugend, Familie - 17.12.2018

Mannheim stärkt Rechte von Kindern

Die Stadt Mannheim will die UN-Kinderrechtskonvention auf lokaler Ebene umsetzen und hat dazu heute mit der Geschäftsführerin des Vereins Kinderfreundliche Kommunen e.V., Dr. Heide-Rose Brückner, eine Vereinbarung zur verbindlichen Zusammenarbeit unterzeichnet. Im nächsten Schritt wird die Stadt einen Aktionsplan erstellen, um junge Menschen in Mannheim besser zu schützen, zu fördern und zu beteiligen, kündigte die Mannheimer Familienbürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb bei der Vertragsunterzeichnung an.

Für den Aktionsplan, der innerhalb eines Jahres unter Beteiligung von Kindern und Jugendlichen entwickelt wird, vergibt der Verein das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“. Das Siegel erkennt den Willen der Kommune zur Umsetzung der UN-Kinderrechte an. Es ist zudem Ausdruck einer Selbstverpflichtung der Gemeinde und Ansporn, die festgesteckten Ziele innerhalb von drei Jahren umzusetzen. Der von UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk getragene Verein Kinderfreundliche Kommunen e.V. begleitet den gesamten Prozess.

Mannheim ist die vierte baden-württembergische Kommune im Verfahren „Kinderfreundliche Kommunen“. Die Landeshauptstadt Stuttgart unterzeichnete im März dieses Jahres ihre Vereinbarung.

Bürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb erklärte: „Vor mehr als 20 Jahren hat sich Mannheim auf den Weg zu einer kinderfreundlichen Stadt gemacht. Vieles wurde bisher erreicht, aber weitere Schritte sind notwendig. Das Vorhaben ‚Kinderfreundliche Kommunen’ ermöglicht es uns, das bisher Erreichte zu bewerten und die weiteren Entwicklungsschritte festzulegen. Dies wird dazu beitragen, dass wir als zukunftsorientierte Kommune genau jene in den Blick nehmen, die diese Zukunft maßgeblich gestalten und prägen werden.“ Sie betonte: „Mit dem Beschluss zur Teilnahme am Vorhaben ‚Kinderfreundliche Kommunen’ geben wir genau jenen eine Stimme, für die das Wort Zukunft die größte Bedeutung hat.“

Dr. Heide-Rose Brückner sagte: „Die Stadt Mannheim hat sehr verantwortungsbewusst die Teilnahme an unserem Vorhaben geprüft und wir freuen uns sehr, dass der Gemeinderat der Teilnahme zugestimmt hat. Damit kann die Stadt ihre vielfältigen Erfahrungen in der Kinder- und Jugendbeteiligung in ein Programm zur Umsetzung der Kinderrechte einbringen und gleichzeitig von den Erfahrungen anderer Kommunen profitieren. Die Bestandsaufnahme wird zeigen, welche Maßnahmen in den Aktionsplan einfließen sollen, die Mannheim noch kinder- und jugendfreundlicher machen werden. Auch dabei werden die Kinder und Jugendlichen eine große Rolle spielen.“

Das Programm „Kinderfreundliche Kommune“ läuft vier Jahre und kann anschließend verlängert werden. Im ersten Jahr wird durch eine Bestandsaufnahme und Beteiligungsverfahren mit Kindern und Jugendlichen der Aktionsplan vorbereitet. Nach der Bestätigung des Aktionsplans durch den Gemeinderat prüft der Verein Kinderfreundliche Kommunen den Aktionsplan und vergibt das Siegel für die folgenden drei Jahre.

Das Vorhaben wurde 2012 in Deutschland ins Leben gerufen und basiert auf den internationalen Erfahrungen aus der Child Friendly Cities Initiative (CFCI). Diese hat ein weltweit anwendbares Rahmenwerk für die Verwirklichung der Kinderrechte auf kommunaler Ebene erarbeitet. In Deutschland haben sich bereits zahlreiche Kommunen der Initiative angeschlossen – darunter Hanau, Köln, Potsdam, Regensburg, Stuttgart und Wolfsburg.

Das Vorhaben „Kinderfreundliche Kommunen“ wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
www.kinderfreundliche-kommunen.de; www.childfriendlycities.org

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