International - 05.12.2013

Kooperationsvertrag mit Hebron unterzeichnet

Künftig soll es eine Kooperation zwischen Mannheim und der palästinensischen Stadt Hebron geben. Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz und sein Amtskollege aus Hebron, Prof. Doud Zatari, unterzeichneten gestern einen entsprechenden Kooperationsvertrag.

„Dieser Besuch ist für uns sehr wichtig“, so Zatari nach Unterzeichnung des Vertrags, „denn er markiert den Start für unsere zukünftigen Kooperationen.“ Die Städte möchten künftig „zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger beider Städte kooperieren“, heißt es in der Vereinbarung, „vor allem in den Bereichen Existenzgründungen, Abwasserwirtschaft, alternative Energien, Verkehr und e-government.“

Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz zeigte sich ebenfalls sehr zufrieden mit der Vertragsunterzeichnung. „Diese Kooperation ist im Sinne der Völkerverständigung sehr wichtig für uns. Die Vertreter unserer israelischen Partnerstadt Haifa begrüßen die Kooperation. Das ist ein sehr gutes Signal. Und Hebron ist im Bereich e-government ein Vorreiter, von dem wir lernen können.“

Ebenfalls zu Wort meldete sich Ulrich Nitschke, Leiter des kommunalen Entwicklungsprogramms der GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) in den Palästinensischen Gebieten. „Es ist unglaublich, dass Mannheim und Hebron innerhalb von sechs Monaten zu einer Kooperationsvereinbarung gekommen sind. Das hat es bisher noch nicht gegeben. Dahinter steht besonderes Engagement und ein fester politischer Wille.“

Der Kooperationsvertrag läuft zunächst zwei Jahre, dann wollen die Städte die Zusammenarbeit evaluieren und gegebenenfalls vertiefen. Die palästinensische Delegation ist insgesamt vier Tage in Mannheim, und besucht unter anderem das MAFINEX-Technologiezentrum oder die Abfallwirtschaft.

Hintergrund:
Hebron ist die größte Stadt der Westbank und eine der ältesten ununterbrochen besiedelten Städte der Welt. Heute ist Hebron ein pulsierendes ökonomisches Zentrum, das in zwei Zonen (H1 und H2) geteilt ist. Die Bewegungsfreiheit der Palästinenser ist in Zone H2 stark eingeschränkt; etwa 400 israelische Siedler leben im Herzen der Stadt.

Die Stadtverwaltung unternimmt große Anstrengungen zur Modernisierung von Stadt und Verwaltung. Dies wird beispielsweise sichtbar durch verschiedene Ansätze einer modernen Kommunalverwaltung (One-stop-shops, eGovernment, Total Quality Management etc).

Zahlreiche internationale Entwicklungsorganisationen sind in Hebron präsent.