Bildung & Wissenschaft - 15.03.2018

Konrad-Duden-Preis 2018 verliehen

„Herr Professor Fandrych, ich darf Ihnen herzlich zum Konrad-Duden-Preis gratulieren. Ich freue mich, Sie in den Kreis der Preisträger aufnehmen zu können“, richtete Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz das Wort an den Sprachwissenschaftler Professor Dr. Christian Fandrych, als dieser die mit 12.500 Euro dotierte Auszeichnung bei einer feierlichen Übergabe im Rittersaal des Mannheimer Barockschlosses entgegennehmen durfte.

„Der Konrad-Duden-Preis ist der renommierteste Fachpreis in der germanistischen Linguistik“, erläuterte der Oberbürgermeister. Die Auszeichnung wird von der Stadt Mannheim in Zusammenarbeit mit dem Verlag Bibliographisches Institut GmbH (Dudenverlag), an Germanistinnen und Germanisten verliehen, die sich um die deutsche Sprache und ihre Erforschung besonders verdient gemacht haben. 1959 sei der Preis zum ersten Mal vergeben worden, an Dr. Leo Weisgerber, blickte Dr. Kurz auf dessen lange Tradition zurück. „Insgesamt sind 28 Persönlichkeiten ausgezeichnet worden und zwei Institutionen – das Institut für deutsche Sprache und als Sonderpreis im Rahmen des Stadtjubiläums gab es eine Auszeichnung für das Goethe-Institut.“

2015 sei entschieden worden, den bis dahin im zweijährigen Turnus vergebenen Preis zukünftige alle drei Jahre zu vergeben. „Das ist bewusst kein Förderpreis für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler“, führte der Oberbürgermeister aus. Darin begründe sich auch die Verlängerung des Zeitraums zwischen den Verleihungen. „Denn mit dem Konrad-Duden-Preis wird traditionell die Gesamtleistung eines Wissenschaftlers, einer Wissenschaftlerin gewürdigt. Gerade darin liegt der besondere Wert dieser Auszeichnung.“

Der Gemeinderat hatte am 21. November 2017 beschlossen, Professor Dr. Christian Fandrych den Konrad-Duden-Preis 2018 der Stadt Mannheim zuzuerkennen. Das Gremium folgte damit der Empfehlung des Preisgerichts und des vorgelagerten Sachverständigenausschusses. „Der Sprachwissenschaftler Christian Fandrych zeichnet sich vor allem durch sein tiefgehendes Interesse in den Bereichen Kontrastive Linguistik und Sprachdidaktik aus“, zitierte Dr. Kurz aus der Urkunde, die er dem Forscher überreichte. Schon in den Anfängen seiner wissenschaftlichen Karriere habe Christian Fandrych dem Unterricht in Deutsch als Fremdsprache besondere Bedeutung beigemessen und sich intensiv mit möglichen Optimierungen und Innovationen in dieser Disziplin beschäftigt. Heute setze sich der Wissenschaftler als Leiter des binationalen Studiengangs Deutsch als Fremdsprache im arabisch-deutschen Kontext für die Internationalisierung der Universitäten ein. Dies zeige er auch in gemeinsamen Projekten mit mehreren Universitäten im Ausland zu Themen wie die Situation englischsprachiger Studiengänge in Deutschland oder multilinguale gesprochene Wissenschaftssprache.
„Für uns natürlich in besonderer Weise interessant sind die Forschungen, die sich mit der Frage Deutsch als Fremdsprache befassen“, hatte Mannheims Oberbürgermeister zuvor erklärt. „Aber auch mit der Frage, wie sich das Deutsch verändert, in einer Stadt, in der Sprecher aus aller Welt das Deutsche jeden Tag auch mit gestalten, verändern, verwenden. Insofern sind diese Fragestellungen für uns auch ganz von alltagspraktischer Relevanz - und insofern freuen wir uns auch als Stadt Mannheim sehr über die konkrete Preisträgerauswahl.“

Konrad Dudens Motivation sei eine „bildungsemanzipatorische“ gewesen, merkte Olaf Carstens, Geschäftsführer des Bibliographischen Instituts, mit Blick auf den Philologen und Namensstifter des Preises an: „Nämlich die Schaffung eines einheitlichen sprachlichen Standardwerkes in Deutschland. Der Sprache kam und kommt hierbei eine entscheidende Rolle zu.“ Sie sei das zentrale Verbindungselement zwischen den Menschen, „in ihr manifestieren sich alle Gedanken, die wiederum der Ausgangspunkt allen Handelns sind“, so Olaf Carstens. „Der Preis, der heute verliehen wird, steht in der Tradition herausragender und richtungsweisender Leistungen für die deutsche Sprache“, fügte er in seinem Grußwort hinzu.

Professor Dr. Damaris Nübling, Trägerin des Dudenpreises 2014, würdigte in ihrer Laudatio auf Professor Dr. Fandrych unter anderem dessen große Kunst, seine wissenschaftlichen Schwerpunkte „nicht nur miteinander zu verbinden, sondern füreinander fruchtbar zu machen.“

Der Preisträger selbst hielt bei dem Festakt einen Vortrag zum Thema „Deutsch an der Hochschule“. Den musikalischen Rahmen der Preisverleihung, die im Rahmen der Jahrestagung des Instituts für Deutsche Sprache stattfand, gestaltete die „Puls Projekt Band“, bestehend aus Studenten der Popakademie Baden-Württemberg.