29.01.2019

Junge Talente glänzen an Instrumenten und beim Gesang

56. „Jugend musiziert“-Regionalwettbewerb Mannheim mit westlichem Rhein-Neckar-Kreis an der Städtischen Musikschule Mannheim

Mit freundlicher Genehmigung von Martin Vögele

Als der letzte Ton verklungen war, durften sich die 14-jährige Pianistin Emily Isinger und die zwei Jahre ältere Klarinettistin Antonia Mangold nicht nur über den herzlichen Applaus des Publikums im Börsensaal der Mannheimer Musikschule freuen. Die Jurymitglieder des 56. Regionalwettbewerbs von „Jugend musiziert“ werteten das so ausdrucksvoll-lebendige wie technisch versierte Vorspielen der beiden überdies mit phänomenalen 25 Punkten. Das bedeutete für die beiden: ein 1. Preis mitsamt Weiterleitung zum Landeswettbewerb, der von 3. bis 7. April in Schorndorf und Partnergemeinden sowie von 5. bis 7. April in Renningen ausgerichtet wird.

Ausgeschrieben war der „Jugend musiziert“-Regionalwettbewerb in diesem Jahr für die Solokategorien Streichinstrumente und Gesang (Pop) sowie die Ensemblekategorien Duowertung Klavier und ein Blasinstrument, Vokalensemble, Zupfensemble und Besondere Besetzung „Alte Musik“. 140 junge Talente aus Mannheim und dem westlichen Rhein-Neckar-Kreis nahmen an den dreitägigen Wertungsspielen an der Städtischen Musikschule teil, bei denen die Fachjuroren insgesamt 81 1. Preise mit Weiterleitung und 54 1. Preis ohne Weiterleitung zum Landeswettbewerb vergaben. Zudem wurden 5 zweite Preise verliehen. Mit 3. Preisen – oder gar gänzlich ohne Auszeichnung – ging niemand nach Hause!

Die Schülerinnen und Schüler der Mannheimer Musikschule erhielten davon in Summe 50 Preise. Unter diesen fanden sich 35 1. Preise mit Weiterleitung (inklusive 2 Weiterleitungen, die in Ludwigshafen gewertet wurden), 12 1. Preise ohne Weiterleitung und 3 2. Preise. „Zusammenfassend kann man sagen, wir hatten eine deutliche Steigerung der Qualität“, zeigte sich Thomas Zelt erfreut, der seit fast 25 Jahren den Mannheimer Wettbewerb organisiert. Auch die Teilnehmerzahl sei stabil geblieben. Zum Stichtag 15. November 2018 hatte die Musikschule 170 Anmeldungen verzeichnet - von diesen hatten indes viele krankheitsbedingt absagen müssen, außerdem hatte es einige Fremdwertungen außer Haus gegeben. Für die Solowertungen Harfe und Akkordeon, die in Heidelberg erfolgten, standen die Ergebnisse zunächst noch aus.

Die jüngsten Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Altersgruppe Ia waren sechs Jahre alt, die ältesten der Altersgruppe VI (Gesangswertung) zwischen 1992 und 1997 geboren. „Es ist auf alle Fälle auch ein Teil der musikalischen Ausbildung am Instrument“, sagte Bjoern Strangmann, Leiter der Mannheimer Musikschule, über den Wettbewerb. Dabei sei „vor allen Dingen auch der Weg das Ziel“, betonte er. „Es ist ein familiärer Wettbewerb mit hohem pädagogischem Anspruch“, bei dem jeder etwas lernen solle.

Beim Vorspielen versuche man – wie im Sport auch – seine persönliche Bestleistung abzurufen, erklärte Organistor Thomas Zelt. „Das gelingt mal besser, mal schlechter, die Aufregung ist dabei - und man lernt, damit umzugehen. Wenn man das richtig macht, wenn das richtig vermittelt wird von den Kollegen, kann man damit nur wachsen.“ Vor allen Dingen: „Wir werten hier ja nicht in Rangfolgen“, führte Bjoern Strangmann weiter aus. „Es gibt keinen 1., 2., 3. Platz, sondern es gibt 1. und 2. und 3. Preise“ - es könne mithin „auch durchaus mehrere 1. Preise geben, wenn sehr Viele sehr gut waren. Und das macht diesen Wettbewerb so pädagogisch.“

Im Vorfeld gebe es verstärkten Unterricht „und viele zusätzliche Unterrichtstunden“, berichtete Zelt. „Da kann man als Schulleiter den Kolleginnen und Kollegen nur aufs Äußerste danken“, würdigte Strangmann das Engagement und die Einsatzbereitschaft der Pädagogen: „Die Schüler gehen sehr gut vorbereitet auf so einen Wettbewerb.“ Auch für die Pädagogen bedeute dies eine Herausforderung - und viel Arbeit, so Zelt. „Aber es kommt wieder zurück. Da geht es um die Schüler und dann ist man da mit Herzblut dabei“, bekräftigt er. Ebenso dankte Schulleiter Strangmann den Jurys aus erfahren Musiklehrern und Berufsmusikern, die – teilweise bereits seit Jahrzehnten – ihrer „verantwortungsvollen Aufgabe“, bei dem Wettbewerb souverän nachkommen.

„Es ist ein schönes Gefühl, da man hier eine sehr vertraute Atmosphäre hat“, meinte Antonia Mangold nach ihrem Wertungsspiel mit Emily Isinger in der Kategorie Duo und ein Holzblasinstrument. Sie habe bereits mehrmals an „Jugend musiziert“ teilgenommen, aber heuer zum ersten Mal mit Emily zusammen gespielt. Eigentlich sei ihr Hauptinstrument das Klavier, berichtet die 16-jährige Schülerin der Mannheimer Musikschule - damit habe sie mit fünf Jahren begonnen, mit der Klarinette dann im Alter von elf Jahren. Ebenso hat Emily Isinger bereits im Alter von etwa sieben Jahren an ihrem ersten „Jugend musiziert“-Wettbewerb teilgenommen. „Ja, ich bin davor auf jeden Fall auch nervös“, bekannte die 14-Jährige. „An Anfang ist es schwer, rein zu kommen - aber zum Ende hin macht es dann doch immer Spaß!“ Sie wird ebenfalls an der Musikschule unterrichtet, wo sie im Alter von vier Jahren mit dem Klavierspielen begonnen hat.

Spaß habe es auch ihr gemacht, bestätigte Evelina Thormaehlen die, am Flügel von Klavierlehrerin Zhana Minasyan begleitet, der Jury auf der Violine vorspielte. Gleichwohl: „Danach war ich erleichtert“, lachte die Zwölfjährige und erklärte: „Ich konzentriere mich auf die Stücke, auf die Musik.“ In den Weihnachtsferien habe sie sehr intensiv hierfür geübt – und es hat sich ausgezahlt: Mit 21 Punkten und einem 1. Preis wurde die Leistung der jungen Violinistin von den Juroren honoriert.

„Jugend musiziert“ ist der weltweit größte Musikwettbewerb. Knapp eine Million Kinder und Jugendliche haben in den vergangenen 55 Jahren an dem Musikförderprojekt teilgenommen. Im Anschluss an den Landeswettbewerb findet von 6. bis 13. Juni der Bundeswettbewerb in Halle (Saale) statt.


Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ Mannheim mit westl. RNK 2019:


140 Teilnehmer in Mannheim, dazu gehören Stadt Mannheim, Musikschule Mannheim und die Musikschulen Ladenburg, Schwetzingen und Hockenheim.


Preisverteilung insgesamt:

81    1. Preise mit Weiterleitung

54    1. Preise ohne Weiterleitung (darunter viele ganz junge, die nicht weitergeleitet werden auf den Landeswettbewerb aufgrund Ihres Alters)

5   2. Preise


Davon gingen an die Musikschule Mannheim:

35   1. Preise mit Weiterleitung (inklusive 2 Weiterleitungen, die in Ludwigshafen gewertet wurden)

12   1. Preise ohne Weiterleitung

3   2.  Preise

Gesamt: 50 Preise für die Musikschule Mannheim

 

Folgende Kategorien wurden in Mannheim gewertet:

Solowertung: Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass, Gesang (Pop)

Ensemblewertung: Duo Klavier und ein Holzblasinstrument, Duo Klavier und ein Blechblasinstrument Zupfinstrumente, Vokalensemble,  Besondere Besetzung: „Alte Musik“