Politik & Verwaltung - 11.08.2017

Internationale Gäste beim Regenbogenempfang

Einmal im Jahr bedankt sich die Stadt Mannheim im Rahmen des Christoper Street Days (CSD) bei all denjenigen, die sich stetig für ein respektvolles Zusammenleben in Vielfalt und die Chancengleichheit von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen (LSBTI) Menschen in der Stadt engagieren. Am 10. August hat sie deshalb zum Regenbogenempfang ins Zeughaus der Reiss-Engelhorn-Museen eingeladen.

Da die Stadt Mannheim auch über die Grenzen der Kommune hinaus eine diskriminierungsfreie und chancengleiche Gesellschaft fördern möchte, kamen dieses Jahr zum ersten Mal auch internationale Gäste zum Regenbogenempfang. Zusammen mit der Stadtverwaltung haben der CSD Rhein-Neckar e. V., der den CSD in Mannheim zum neunten Mal in Folge veranstaltet hat, und der Förderverein Städtepartnerschaften Mannheim e. V. Vertreterinnen und Vertreter von LSBTI-Gruppen aus den Partnerstädten Mannheims zum Dialog und zur Teilnahme am CSD eingeladen.

„Die internationale Ausrichtung des diesjährigen Regenbogenempfangs entspricht dem Prinzip des Mannheimer Leitbild 2030-Prozesses, bei dem globale Ziele auf die kommunale Ebene heruntergebrochen werden“, sagte Bürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb bei der Begrüßung. Sie hieß insbesondere die Gäste, die aus den Partnerstädten Beyoğlu-Istanbul (Türkei), Chișinău (Moldawien), Haifa (Israel) und Swansea (Großbritannien) angereist sind, willkommen. „Gerade auf internationaler Ebene gibt es für die LSBTI-Gruppen noch sehr viel zu tun. Es ist aber leider deutlich geworden, dass hier einige wichtige Ziele kurzfristig nicht zu erreichen sind“, so Freundlieb. Umso wichtiger sei es, weiter gegen Diskriminierung und für Chancengleichheit zu kämpfen.

Auf nationaler Ebene sei es auch der unermüdlichen Arbeit von Engagierten zu verdanken, dass das Bürgerliche Gesetzbuch dahingehend geändert wurde, dass nun auch gleichgeschlechtliche Paare heiraten können. „Die Liebe hat gewonnen und das ist gut so. Das entsprechende Motto des diesjährigen CSD Rhein-Neckar, „#lovewins“, ist eine freudige und selbstbewusste Botschaft“, so Freundlieb. Auch die Rehabilitierung derjenigen, die nach dem inzwischen entfallenen Paragraf 175 des Strafgesetzbuches verurteilt wurden, sei ein wichtiger Erfolg. Dennoch gebe es noch viel zu tun. „Ich bin zuversichtlich, dass sich noch einiges ändern wird, wenn wir solidarisch füreinander eintreten“, so die Bürgermeisterin.

Bei der Talkrunde, die nach den Grußworten vom Vorsitzenden des Städtepartnerschaftsvereins Mannheim e. V., Dr. Ludovic Roy, sowie vom Vorstandsmitglied des CSD Rhein-Neckar e. V., Uwe Hörner, stattfand, kamen die Gäste aus den Partnerstädten zu Wort. Dabei wurde deutlich, dass alle Beteiligten von einem Erfahrungsaustausch profitieren – unabhängig davon, wie groß die Offenheit der jeweiligen Gesellschaft in Bezug auf LSBTI-Themen ist. Damit wurde das erreicht, wozu Dr. Ludovic Roy zufolge ein CSD gute Möglichkeiten bietet: „Bei einem CSD kann zugleich Rückblick und Ausschau gegeben werden – auf das, was erreicht wurde und auf das, was noch zu erreichen ist.“

Um den Austausch zu intensivieren, fand am 11. August ein gemeinsamer Workshop statt, an dem auch die städtischen Beauftragten für die Chancengleichheit von Menschen vielfältiger sexueller und geschlechtlicher Identitäten teilnahmen. Am 12. August haben sich die internationalen Gäste zusammen mit dem Förderverein Städtepartnerschaften der Fußgruppe der Stadt Mannheim bei der CSD-Demonstration angeschlossen.

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