Umwelt & Verkehr - 06.12.2019

ICE-Neubaustrecke: Stadt fordert weiteren Tunnel

Die Deutsche Bahn hat am Freitag im Rahmen einer Sitzung des Beteiligungsforums in Mannheim ihre Vorzugsvariante für die Neubaustrecke von Frankfurt nach Mannheim vorgestellt.
Die Bahn hat mehrere Trassenvarianten von Lorsch nach Mannheim untersucht. Dabei wurden sowohl die Bündelungsvarianten mit der A5 oder A67 als auch die Variante „Mannheim Direkt“ in Form einer schnellen Tunneldiagonalen geprüft. Unter der Berücksichtigung der Schutzgüter Mensch, Umwelt, Boden / Fläche einerseits und der verkehrlichen, technischen und wirtschaftlichen Belange andererseits schneidet die schnelle Tunneldiagonale, die südlich von Lorsch den direkten Weg nach Mannheim nimmt, am besten ab.

„Wir begrüßen sehr, dass die Bahn nördlich von Mannheim die Strecke in Tieflage plant. Dies eröffnet die Möglichkeit, die Verkehre durch Mannheim ebenfalls in einem Tunnel laufen zu lassen. Die Variante sichert den Anschluss Mannheims an die Neubaustrecke und die volle Anschlussfähigkeit des Mannheimer Hauptbahnhofes. Mit einem weiteren Tunnel unter dem Stadtgebiet Mannheims könnte ein optimaler Lärmschutz für unsere Bürgerinnen und Bürger erreicht werden“, bewertet Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz, Vorsitzender des Regionalforums Rhein-Neckar, die Ergebnisse des Beteiligungsforums der Bahn. „Wir fordern, dass die Weiterführung dieses Tunnels im Stadtgebiet Mannheim mitgeprüft wird.“

„Die von der DB vorgestellte Vorzugsvariante eines Tunnels bis in den Norden Mannheims  bietet aus unserer Sicht erhebliche Vorteile“, kommentiert der Erste Bürgermeister Christian Specht das Ergebnis. „Die schnelle Tunneldiagonale wäre im Hinblick auf den Lärmschutz in allen Stadtteilen Mannheims am besten. Zudem lässt sich mit dieser Variante der Verlust von landwirtschaftlichen Flächen, die Zerschneidung der Landschaft und die Beeinträchtigung von europäischen Schutzgebieten mit prioritären Arten vermeiden.“

Der Auftrag der Bahn zur Planung einer Neubaustrecke zwischen Frankfurt und Mannheim ergibt sich aus dem Bundesverkehrswegeplan. Der Streckenabschnitt ist einer der höchstbelasteten Trassen bundesweit und hat seine Kapazitätsgrenzen überschritten. Die Stadt Mannheim hatte nach der Veröffentlichung des Bundesverkehrswegeplans Forderungen für die Durchleitung der Verkehre durch das Stadtgebiet vorgestellt. Neben der Gewährleistung der Anbindung des Hauptbahnhofes und des Rangierbahnhofes soll insbesondere ein optimaler Lärmschutz für die Bevölkerung umgesetzt werden.
Der Beteiligungsprozess der Bahn zu diesem Projekt startete im Herbst 2016. Im Rahmen der sogenannten Beteiligungsforumssitzungen haben Vertreter von Kommunen,  Gebietskörperschaften, Handelskammern und Bürgerinitiativen die Vorplanungen der Bahn begleitet.

Parallel zu den Planungen der Neubaustrecke werden auch die Ausbaupläne für den Knoten Mannheim sowie der Abschnitt zwischen Mannheim und Karlsruhe vorbereitet. Die sogenannte Knotenstudie wurde im Frühjahr 2019 vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in einem ersten Entwurf vorgestellt. Sie wird derzeit von den Gutachtern des Bundes optimiert. Sowohl der Ausbau des Knotens Mannheim als auch die Planungen der Strecke von Mannheim nach Karlsruhe werden in einem separaten Projekt bearbeitet. Die Bahn hat jedoch zugesagt, dass die Vorzugsvariante für die Neubaustrecke und die weiteren Trassenverläufe aufeinander abgestimmt geplant werden.

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