Kultur - 13.09.2019

Holten als Direktor der Kunsthalle eingeführt

Seit 1. September ist Johan Holten neuer Direktor der Kunsthalle Mannheim. Nach ein paar Tagen des Ankommens an seiner neuen Wirkungsstätte wurde er am 12. September offiziell ins Amt eingeführt – zunächst am Vormittag von Bürgermeister Michael Grötsch bei einem Pressegespräch und am Abend von Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz im Rahmen einer Feierstunde.

 „Ich freue mich, dass wir Johan Holten für Mannheim gewinnen konnten. Er bringt sowohl fachlich als auch persönlich sehr gute Voraussetzungen für die neue Aufgabe mit“, erklärte Kulturbürgermeister Michael Grötsch gegenüber den Medienvertreterinnen und Medienvertretern. „Ich schätze ihn als erfahrenen und engagierten Ausstellungsmacher mit weltoffener visionärer Orientierung. Ich bin überzeugt, dass er die Positionierung der Kunsthalle Mannheim in der nationalen und internationalen Museumslandschaft mit neuen Akzenten bereichern und weiter ausbauen wird.“

Dr. Susanne Fuchs, Vorsitzende des Stiftungsrats der Stiftung Kunsthalle Mannheim, freut sich über die zukünftige Zusammenarbeit mit Johan Holten „Johan Holten wird die Stiftung hervorragend vertreten. Er ist ein erfahrener Ausstellungsmacher, interessant und weltoffen, voller Visionen und Ideen, und dabei doch von klassischen Werten geprägt, die ihn glaubwürdig und verlässlich machen“ Die Stiftung Kunsthalle Mannheim unterstützt das Kunstmuseum bei der Umsetzung aufwendiger Sonderausstellungen sowie bei ausgewählten wissenschaftlichen Publikationsprojekten.

Mit der Frage „Warum sollte man gute Leute ziehen lassen?“, bringt es Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz dann bei der Amtseinführung am Abend auf den Punkt und spielt dabei auf seine lokale Verbundenheit an: „Johan Holten ist eine sehr gute Wahl für Mannheim und die Kunsthalle. Er ist nicht nur in der Kunstszene, sondern auch in der Region bereits sehr gut vernetzt. Aus seiner Biografie lässt sich ableiten, dass er für dieses Haus prädestiniert ist. Aber wir waren uns bei der Entscheidung auch bewusst, dass Holten auch im Sichtfeld anderer großer Häuser ist.“

Die exzellent aufgestellte Kunsthalle Mannheim mit visionären Konzepten in die Zukunft zu führen ist die Aufgabe von Johan Holten, der er sich gerne stellt. „Das neue Museumsensemble aus sensibel sanierten Jugendstilbau und lichtdurchflutetem Neubau ist der perfekte architektonische Rahmen für die Präsentation von Sonderausstellungen“, erklärt der gebürtige Däne. Einen wiederkehrenden Schwerpunkt wird dabei die Beschäftigung mit den Ursprüngen der Sammlung der Klassischen Moderne bilden.

„Mich interessiert es, diese einzigartige Kunstsammlung aus der Perspektive unserer globalen, diversen Gegenwart zu betrachten und den Blick zu weiten. In Mannheim leben Menschen aus rund 170 Nationen – mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Weltentwürfen. Ausgehend von der Moderne gilt es daher zu fragen, wie die Sammlung weiterentwickelt werden muss, um unserer heutigen globalisierten Gegenwart Rechnung zu tragen.“

Darüber hinaus liegt sein Fokus auf der konsequenten Weiterentwicklung der Digitalstrategie der Kunsthalle Mannheim. „Zentral ist für mich die Frage, wie man die Digitalisierung von Kunst aus der spezifischen Form eines Werkes ableiten kann.“

Die Eröffnung der großen Herbstausstellung „Inspiration Matisse“ am 26. September 2019 wird Holtens erste Amtshandlung sein. Geplant wurde diese Ausstellung noch von seiner Vorgängerin, Dr. Ulrike Lorenz, die seit August als Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar vorsteht.

Johan Holten (*1976 in Kopenhagen) hat 2011 bis 2019 als Direktor der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden ihr Ausstellungsspektrum programmatisch erweitert. Besonders hervorzuheben sind die Ausstellungen „Room Service – Vom Hotel in der Kunst und Künstlern im Hotel“ sowie „Gutes böses Geld. Eine Bildgeschichte der Ökonomie“, die mit ihren Verbindungslinien zwischen historischer und zeitgenössischer Kunst beide ein bundesweites Presseecho hervorriefen. 2013 wurde Holten der Justus Bier Preis für Kuratoren für das Projekt „Auf Zeit“ verliehen. Von 2006 bis 2011 war er Direktor des Heidelberger Kunstvereins, wo er international beachtete Ausstellungen mit Jorinde Voigt, Walid Raad oder Simon Starling realisierte. 2009 wurde das Programm des Kunstvereins von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine ausgezeichnet. Holten studierte Kunstgeschichte und Kulturwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin und war von 1994 bis 1998 professioneller Tänzer im Hamburg Ballett unter der Leitung von John Neumeier.

Die Kunsthalle Mannheim ist eine der ersten Bürgersammlungen der Moderne weltweit. 1909 als Museum gegründet, zählt die Kollektion der Kunsthalle zu den renommiertesten bürgerschaftlichen Sammlungen Deutschlands. Der am 1. Juni 2018 eröffnete Museumsneubau schreibt die 100-jährige Geschichte der Kunsthalle fort. Ermöglicht wurde dieser durch die private 50-Millionen-Euro-Spende des SAP-Mitbegründers Dr. h.c. Hans-Werner Hector und Beiträge der Stadt Mannheim, des Landes Baden-Württemberg sowie vieler weiterer Spender als beispielhaftes Private-Public-Partnership. Herzstück des Kunstmuseums ist die international bedeutende Sammlung. Mit Spitzenwerken des 19. bis 21. Jahrhunderts – von Édouard Manet bis William Kentridge – und einem herausragenden Skulpturenschwerpunkt, mit der innovativen digitalen Strategie sowie dynamischen Ausstellungs- und Programmformaten ist sie vor allem ein lebendiger Begegnungs-, Erlebnis- und Diskursort.

 

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